Kein erhöhtes Krebsrisiko in Atomregionen

12. Juli 2011, 15:43

Wissenschafter untersuchten die Daten von mehr als 1,3 Millionen Kindern in der Nähe der fünf Schweizer Kraftwerke

Bern - Schweizer Wissenschafter sehen im Umkreis vom Atomkraftwerken kein erhöhtes Krebsrisiko für Kinder. Für eine Studie hatten Forscher der Universität Bern Daten von mehr als 1,3 Millionen Kindern von null bis 15 Jahren in der Nähe der fünf Schweizer Atomkraftwerke untersucht.

"Das Risiko einer kindlichen Krebserkrankung im Umkreis von Schweizer Kernanlagen unterscheidet sich kaum vom Risiko, welches auch weiter entfernt wohnende Kinder haben", sagt Forschungsleiter Matthias Egger. Die beobachteten Abweichungen der einzelnen Gebiete seien so klein, dass sie am ehesten durch Zufall erklärt werden könnten.

Andere Ergebnisse in deutscher Studie

Eine im Dezember 2007 veröffentlichte Studie aus Deutschland zeigte hingegen ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern, die im Umkreis von fünf Kilometern von Kernkraftwerken wohnen. Das Risiko war insbesondere für Leukämie bei Kleinkindern erhöht. Was aber letztlich die Erkrankung auslöst, war in der vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebenen Studie offen geblieben. Das Bundesamt betonte, "dass die Studie keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen dem Betrieb einer kerntechnischen Anlage und den erhöhten Leukämiefällen darstellt".

Wenige Fälle

Das Team des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Uni Bern verglich für die neue Studie das Risiko für Leukämie und andere Krebsarten bei Kindern, die in der Nähe von Atomkraftwerken geboren wurden, mit jenem von Kindern, die weiter entfernt auf die Welt kamen. Bei Kindern im Alter von unter fünf Jahren wurden von 1985 bis 2009 in der Schweiz 573 Leukämie-Fälle diagnostiziert. Die meisten - 522 - traten bei Kindern auf, die mehr als 15 Kilometer von einem Atomkraftwerk auf die Welt kamen. Im Gebiet bis fünf Kilometer vom Werk entfernt wären aufgrund dessen 6,8 Leukämie-Fälle zu erwarten gewesen. Tatsächlich fanden die Forscher in dieser werksnahen Zone acht Fälle, also etwa 20 Prozent mehr als erwartet. Wegen der wenigen Fälle sage diese Zahl aber wenig aus, sagte Egger. (APA)

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Warum sind es eigentlich immer 5km?

Warum nicht 6 oder 4?

Nur zur Info...

http://www.webcitation.org/5xNkQt64x

Falls jemand weitere Informationen dazu hat...

Atomregion!!!

Welch sinnlose Wortkreation!

Für die, dies noch immer nicht geschnallt haben: Radioaktivität ist vollkommen ungefährlich!
(Vorschlag: Anstatt Kinder zu untersuchen, die in einer "Atomregion" geboren wurden, sollte man lieber solche nehmen, die in einer "Atomregion" aufgewachsen sind)

Wer sagt, dass der Wohnort nicht einberechnet wurde?

Schaumschläger wie sie?

bezahlte von der atomindustrie?

Was sonst? Geld für Kampagnen und getürkte Studien ist genug vorhanden.

Ja, Kampagnen von der Antiatomkraftlobby gibts wirklich wie Sand am Meer. Trotzdem gibt es kaum Studien die die Angstphobien der Paranoiker unterstützen.

1. "Atomregionen" ist ein saudummes Wort.

2. Da werden die Panikmacher aber enttäuscht sein!

Natürlich nicht. Der AKW-Betreiber sei Dank.

"dass die Studie keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen dem Betrieb einer kerntechnischen Anlage und den erhöhten Leukämiefällen darstellt"

Das ist natürlich keine "Studie" - denn sowohl in deutschen nicht havarierten AKWs wie Krümmel als auch, natürlich, in Tschernobyl, wurden starke Zunahmen an Leukämie und Schilddrüsenkrebs bei Kindern festgestellt. Bewiesen.
Die schwerst kranken Kinder im Tschernobyl-Gebiet sprechen heute noch eine klare und deutliche Sprache.

Ah ja. Und wo sind die Studien die eine erhöhte Krebsrate rund um deutsche AKWs "beweisen"?

Es gibt die oben erwähnte Studie, die ziehmliche Aufregung verursacht hat. Allerdings waren auch dort die Zahlen recht gering - es ging um 1 (in Worten: eine) zusätzliche Krebserkrankung pro Jahr. Das kann Zufall sein oder durch einen von tausend Co-Faktoren bedingt.

Tschernobyl hat natürlich schon nachweisbar zu Krebsfällen geführt, insbesondere Schilddrüsenkrebs. Aber bei den mikroskopischen Strahlenbelastungen um AKWs im Normalbetrieb nach Krebsfällen zu suchen ist von vornherein ziehmlich aussichtslos.

Wie ist man eigentlich lebensfähig wenn man den ganzen Tag so einen Scheiß denkt?

Das müssten Sie eigentlich am besten wissen.

Wow. Welch intelligente Replik! Da müssen ihre Freunde im Kidnergarten aber stolz auf Sie sein!

Tut mir leid, aber wenn Sie in Foren gemein sein wollen muss schon mehr kommen als "Ätsch, selber doof". Ansonsten fällt das auf Sie zurück...

Wenn Sie nicht mal im geschriebenen schlagfertig sind, wie ist das dann im direkten Umgang?

Bleiben Sie lieber bei dem was Sie können: Klischees bedienen - alles was nicht in ihr Welt bild passt ist, ist gefälscht.

Godi - nur Sie sind echt! Ein echter Pharmalobbyist halt...

Schon besser, aber das schlimme ist: das ist trotzdem noch schlecht.

Genau das sollte man eigentlich Sie fragen!

Boah, noch so einer...

Haben Sie den Artikel gelesen?

Zum Nachlesen ...

... für die, die's der Atomlobby zum Trotz, immer noch differenzierter wollen:
http://www.bfs.de/de/kernte... inderkrebs

Geburts- und Wohnort

...najo, die Deutschen untersuchen die Abhängigkeit vom Wohnort und finden einen Zusammenhang.
Die Schweizer untersuchen die Abhängigkeit vom Geburtsort und finden keine.
Man könnte ja draus schließen, dass der Geburtsort keine signifikante Gefährdung darstellt, solange man nicht dort wohnen bleibt...

Wenn man die Schweizer Studie liest, dann sieht

man sehr wohl Geburtsort und Wohnortkohorten!

Nein, auch die Deutschen haben keinen Zusammenhang gefunden und das auch so in die Studie reingeschrieben

Die Daten aus Deutschland sind da etwas zweifelhaft. Man hat festgestellt, dass in den entsprechenden Landkreisen bestimmte Krebsarten öfters vorkommen.

Das ist aber eher ein statistisches Phänomen. In jedem Landkreis wird sich die eine oder andere von 200 Krebsarten öfter finden lassen. Wenn in den "Atom"-Landkreisen wenigstens die gleichen Krebsarten vermehrt auftreten würde - aber es sind unterschiedliche und teilweise sind nur Männer, teilweise nur Frauen betroffen.

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