Schweizer Uni will doppelt so viel Studiengebühr von Ausländern

12. Juli 2011, 15:21

Schweizer Studenten müssen weniger bezahlen - Politiker fordern, dass Herkunftsstaat Gebühren übernimmt

Ab September 2012 müssen ausländische Studierende an der Universität St. Gallen 1.770 Euro pro Semester bezahlen - zweimal soviel wie einheimische Studenten. Auch an der Uni Zürich werden die Studiengebühren für Nicht-Schweizer signifikant angehoben, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Begründet wird dies vor allem mit zu großem Andrang aus dem Ausland und hohen Deckungskosten für Studienplätze.

Bislang müssen die Gebühren von den ausländischen Studierenden selbst gezahlt werden - eine Tatsache, die beim Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) auf herbe Kritik stößt. Dort nennt man die Extra-Anhebung für Ausländer "diskriminierend" und "fremdenfeindlich". Auch der Schweizer Regierungsrat hält fest, dass die Anhebungen mit Maß zu erfolgen hätten, immerhin profitiere die Schweiz ja auch von ihrer Mitgliedschaft im Europäischen Bildungs- und Forschungsprogramm.

Ausgleichszahlungs-System vorgeschlagen

Nun gibt es neue Vorschläge, wie Studienplätze für Ausländer bezahlt werden sollen: So schlagen VSS und Christlich-Soziale Partei vor, dass künftig die Herkunftsstaaten der Studenten für die Studienplatzfinanzierung bezahlen sollen. Vorbild soll das in der Schweiz eingeführte System der Ausgleichszahlungen zwischen Kantonen sein: Studiert etwa jemand aus St. Gallen im Kanton Uri, muss der Kanton St. Gallen ebendorthin Geld überweisen.

Eine ähnliche Lösung wurde auch schon mehrfach für Studenten vorgeschlagen, die in einem anderen EU-Mitgliedsstaat als ihrem Geburtsland studieren. So kämpfen Österreichs Universitäten etwa mit der hohen Zahl an deutschen Medizinstudenten. Derzeit wird der Andrang noch mit einer Quote reguliert, diese läuft allerdings mit Ende 2012 aus - dann muss sich Österreich neue Lösungen überlegen. (Fabian Schmid, derStandard.at, 12.7.2011)

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11 Postings
ingeniosus
00
Schweiz bleibt Schweiz

..aber wir könnten uns wirklich einen Studiengebühren-Schutz für jene einbauen, die uns aufwandmässig überfordern.

Eine "Studier-Maut" sozusagen! Man muss alles genau durchrechnen, aber die Studenten selbst sollten als Bildungswillige verschont werden.

Herbert Novak1
00
19.7.2011, 10:07
Der Aufwand rechtfertigt nicht

Der Aufwand für die Differenzierung Drittstaatstudenten rechtfertigt nicht. Da 95% Auslandstudenten aus der EU-Ausland kommen und die restlichen meist über bilateralen Übereinkunft kommen, sind die wirklich zu zahlenden Auslandstudenten verschwindend gering. Allein eine Adaptierung von EDV-Systemen für die Differenzierung Drittstaatstudenten kostet weit mehr als was eingebracht würde.

lapfrap
00

kompletter blödsinn, allein in meinem Studiengang sind 18 von 50 nicht aus Österreich, davon kein einziger aus dem EU Ausland. Vor allem Deutsche und Südtiroler.

pago1
01
12.7.2011, 21:09
sofort für die deutschen einführen

Adolf Ogi
00
12.7.2011, 19:48
in Österreich

ist das ganz normal. Drittstaatsangehörige müssen schon immer die doppelte Studiengebühr bezahlen, so fern sie nicht durch das Gesetz Grünewald-Broukal-Graf davon ausgenommen sind.

BackfromHell
00
13.7.2011, 15:29

Bringt aber nicht viel, da die meisten Studierenden aus dem Ausland EU-Bürger sind und somit keine Drittstaatenangehörige. Sie müssen den Österreichern also gleichgestellt sein. Da die Schweiz kein EU-Land ist, hat sie es etwas leichter

Adolf Ogi
00
14.7.2011, 01:44
ita est

der schwitzbär der schwitzt sehr
02
12.7.2011, 18:31
Nicht abschrecken lassen

von den 1.770 Euro pro Semester in St.Gallen

An der WU hat man 250 Studenten pro Professor

An der HSG sind es 12 bis 14 Studenten pro Professor

keine Massenvorlesungen, sondern ein Coaching auf Spitzenniveau

Absolut zu empfehlen - der Aufnahmetest ist machbar

(von über 1.000 Antretenden werden die besten 100 genommen, man kann sich aber gezielt vorbereiten)

Im Juli 2012 ist der nächste Termin - vorher anschauen und vorbereiten

Die Schweizer haben noch Geld für die Investition in ihre Jugend

Der Qualitätsunterschied ist 1000 zu 1

http://www.unisg.ch/Studium/D... itaet.aspx

Mit dem Abschluß in der Hand hat man auch _keine_ Jobsorgen

X Y
00
12.7.2011, 22:18
Ginge ja in Österreich auch problemlos

Unterschiedliche Gebühren funktionieren aber nur für nicht-EUler. Ansonsten Gebühren ähnlich wie in der Schweiz oder noch höher (aber pro VO-Stunde), und alle Österreicher, die im Studium halbwegs was weiterbringen, kriegen ein Stipendium in Gebührenhöhe, abgestuft nach Stundenzahl. Dazu noch eine Höchstanzahl an Studenten/Studium. Dort, wo es notwendig ist, gibt es eine Aufnahmeprüfung, wer sie nicht schafft, wird ermutigt, ein anderes Studium zu beginnen. Das Stipendiengeld wird Teil der Unifinanzierung.
Soviel zur Quantitätskontrolle. Qualitativ werden wir es uns leisten müssen, mehr in die Unis zu investieren. Da sind sich ja alle einig. Nur will halt niemand woanders Geld einsparen. Wir haben eben unsere Prioritäten.

fizcaraldo
02
13.7.2011, 13:14

Schön in der Theorie, aber in der Praxis würde es in Österreich folgendermaßen ablaufen:
Aufgenommen werden nur mehr die X Besten, außer man ist mit einem Beamten verwant der für die Aufnahme zuständig ist. Dann darf man natürlich auch mitmachen. Da es nun viel weniger Studenten gibt, brauchen wir natürlich auch nicht mehr so viele Professoren, also wir ein Teil gleich mal entlassen. Das Geld das an Studiengebühren reinkommt wird bei den Überweisungen vom Wissenschaftsministerium abgezogen und dann nochmals um 50% gekürzt da es ja nun weniger Professoren die man bezahlen müsste. Die Unis werden sich dann wegen zu wenig Budget aufregen woraufhin die Krone ein Kampagne gegen die faulen Studenten startet die dem hart arbeitenden Volk die Haa

der schwitzbär der schwitzt sehr
01
12.7.2011, 22:49
die Schweizer zahlen NIX

die Ausländer zahlten bisher ~500 Euro pro Semester

unter Schüssel zahlten die Nicht-EWR-Bürger ~760 pro Semester

also mehr - für einen Bruchteil der Leistung

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