Schweizer Studenten müssen weniger bezahlen - Politiker fordern, dass Herkunftsstaat Gebühren übernimmt
Ab September 2012 müssen ausländische Studierende an der Universität St. Gallen 1.770 Euro pro Semester bezahlen - zweimal soviel wie einheimische Studenten. Auch an der Uni Zürich werden die Studiengebühren für Nicht-Schweizer signifikant angehoben, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Begründet wird dies vor allem mit zu großem Andrang aus dem Ausland und hohen Deckungskosten für Studienplätze.
Bislang müssen die Gebühren von den ausländischen Studierenden selbst gezahlt werden - eine Tatsache, die beim Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) auf herbe Kritik stößt. Dort nennt man die Extra-Anhebung für Ausländer "diskriminierend" und "fremdenfeindlich". Auch der Schweizer Regierungsrat hält fest, dass die Anhebungen mit Maß zu erfolgen hätten, immerhin profitiere die Schweiz ja auch von ihrer Mitgliedschaft im Europäischen Bildungs- und Forschungsprogramm.
Ausgleichszahlungs-System vorgeschlagen
Nun gibt es neue Vorschläge, wie Studienplätze für Ausländer bezahlt werden sollen: So schlagen VSS und Christlich-Soziale Partei vor, dass künftig die Herkunftsstaaten der Studenten für die Studienplatzfinanzierung bezahlen sollen. Vorbild soll das in der Schweiz eingeführte System der Ausgleichszahlungen zwischen Kantonen sein: Studiert etwa jemand aus St. Gallen im Kanton Uri, muss der Kanton St. Gallen ebendorthin Geld überweisen.
Eine ähnliche Lösung wurde auch schon mehrfach für Studenten vorgeschlagen, die in einem anderen EU-Mitgliedsstaat als ihrem Geburtsland studieren. So kämpfen Österreichs Universitäten etwa mit der hohen Zahl an deutschen Medizinstudenten. Derzeit wird der Andrang noch mit einer Quote reguliert, diese läuft allerdings mit Ende 2012 aus - dann muss sich Österreich neue Lösungen überlegen. (Fabian Schmid, derStandard.at, 12.7.2011)