Statt Kaiserfleisch zerfetzter Ochs

Harald Fidler, 12. Juli 2011, 19:09
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    foto: harald fidler

    Dicke Käsetuchent, darunter eigentlich recht schöne Pilze und Penne: Mittags bei Lerchers Panorama in Murau. Drei Gänge, Bier, Wein, Kaffee: 43,30 Euro.

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    Dreierlei zu viert: Drei Nudeln, ein Spinatknödel.

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    Let's fetz: "Zerfetzter Ochse" mit Folienerdäpfel, sehr fein.

Und statt Mariazell Murau: Harald Fidler isst sich von Kärnten wienwärts und hätte da ein paar Fragen

Fast hätte es uns just heute ins Mariazellerland verschlagen: Aus dem Land der seit Jahrzehnten schon freudig zweisprachigen Speisekarten schauten wir nordostwärts nach Wien und wollten einfach nicht gleich in einem Rutsch zurück. Wo aber Zwischenstation machen zwischen Millstatt und Mariahilf?

Die Vegetarierin übernahm beherzt das Kommando. Ob sie des dort gerade aktuellen Kaiserfleisches wegen just Mariazell vorschlug, man spricht ja derzeit viel über dry aged, oder weil sie das Bild vom Gasthof Zum Fallenstein in Gußwerk so anlachte, wo Wagner/Egle zudem Wild für den wilden Fidler versprachen? Weil im selben Ort gleich noch eine nett klingende Wirtschaft (Franzbauer) liegt und der Fidler ja nie genug kriegt? Ob sie gar ein paar Wuschelrinder aus der Gewalt des Lurgbauern befreien wollte, wobei's die dort ja wirklich ähnlich gut haben wie sie dann schmecken. Sie verriet es nicht und disponierte dann doch gleich wieder um aufs Obersteirische.

Fidler sucht Trost und Rat für Mariazell

Bevor wir erkennen, dass Beschlüsse von Vegetarierinnen a) nur von ihr selbst zu hinterfragen sind und b) eh meist goldrichtig, eine Zwischenfrage: Waren Sie schon in Gußwerk bei Fallenstein oder Franzbauer? Wie fanden Sie's denn? Das Essen natürlich, die Zimmer, die Leute, die Gegend? Drängt sich schließlich als Motorradausflugsdestination auf, und Herr glu lässt mich demnächst in seiner Kapazunderkolumne gastdilettieren. Ich hoffe, er hat keinen Grund zur Norgelei.

Obersteiermark also vorerst, ohne Moped, mit Mahlzeit, mehreren natürlich, aber irgendwo muss ich ja anfangen (endlich!). Murau. Bier ist schließlich vegetarisch und eine vollwertige wie gesunde Sportlermahlzeit, wie ich immer von ihr höre. Es blieb dennoch nicht beim Bier, zum Glück. Malzig findet sie's, wenig herb, fast schmeichlerisch. Mir schien, eine willkommene Abwechslung zu mir.

Zerfetzter Ochse

Wenn mich von der Karte ein "zerfetzter Ochse" anlacht, kann ich den natürlich nicht links liegen lassen, auch wenn er ziemlich schlicht auf Ofenkartoffel daherkommt. Von wegen zerfetzt! Schöne, wunderzarte, saftige, kräftige und viele Scheiben, die ich im Filet verorten würde, liegen da auf meinem gewaltigen Erdäpfel, darunter dicke Kräuterrahmsauce, darauf ein geradezu industriegenau dressierter Schwatz Kräuterbutter, den ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber am Kräuterbutterpunkt weiß man gleich, dass man wirklich am Land ist, sollte man das trotz schmucken Terrassenpanoramas über dem Prachtochsen vergessen haben.

A propos: Wo sind wir eigentlich? Lerchers Panorama in Murau. Leiderleider Mittags und leiderleider während Erwin Puchers Urlaub. Das schließen wir aus Herrn Lerchers Info, dass das Abendmenü gerade zwei Wochen Pause macht. Aber ich bin eh nicht ganz sicher, ob ich in Murau unbedingt Scampi auf Nussöl- und Langustino-Sauce brauche, Wolfsbarsch und Panna Cotta. Wo ich gerade aus Kärnten komme, wo sich Gastgewerblerinnen und -werbler beklagen, dass viele Deutsche lieber heute gleich nach Italien fahren, und doch auf praktisch jeder Karte Meeresfisch und Tagliata winken. Komisch eigentlich. Aber bei Pucher gibt's ja auch ortskundiges Lamm und Murauer Saibling. Murau bei Nacht sollte ich mir also noch vornehmen. Wenn Herr Pucher wieder da ist.

Bester Spinatknödel ever

Aber auch mittags können Vegetarierinnen hier ihre Höhepunkte erleben: Zum "steirischen Tris" von Nudeln mit (naja, steirisch) Tomate und Mozarella, mit Erdäpfel, Topfen und Minze (wie gerade in Kärnten) und (nach ihrer Erinnerung) Spinat gesellte sich nämlich der, ich zitiere, "beste Spinatknödel ever". Das kann ich nur bestätigen: saftig, viel Blattspinat, herrlich.

Und wenn die Penne "mit Pilzen und Schwammerln" (wir vermuten: von nah und fern) nicht unter einer ganz so gut gemeinten Tuchent von nicht ganz so gutem Reibkäse verschwunden wären, hätte ich auch die nur gelobt.

Aber das war nur ein erster Vorgeschmack auf die Schmeck's-Sommerexpedition 2011 durch Kärnten und Obersteiermark. Bleiben Sie dran - wir auch, bei Ihren Erfahrungen aus Mariazell und Umgebung.

Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

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1 2
Mycroft Holmes
00
13.7.2011, 19:49
Tipp für den Herrn Fidler ...

http://www.guttaring.at/content/v... /1103/164/

Idylle pur, ganz in der Näh. Nur mitm Vegetarischen wirds schwierig :P

Redaktion derStandard.at/Etat
00
14.7.2011, 16:49

Kärnten, ganz in der Nähe? Sieht aber nett aus, danke, beim nächsten Mal, bin ja schon wieder zurück im kochenden Wien.
Besten Gruß und Dank, fid

Mycroft Holmes
00
14.7.2011, 17:06

Murau wär in der Nähe gewesen. Auch wenns schon in der Steiermark ist.

Juni G.
01
13.7.2011, 16:12
"Bier ist schließlich vegetarisch..."

Das ist ein Argument !!! - - -Flopp Zzzschsch

südostwind
01
13.7.2011, 15:45

sorry, aber ohne preisangaben macht so eine speisenkarte wenig appetit

xxx...yyy...
00
13.7.2011, 13:25
und was hat das jetzt mit kärnten zu tun?

tramezzino
00
14.7.2011, 14:09

wegen panna cotta.

VOCE
01
13.7.2011, 10:45
ALSO...

...mich erinnert dieser 1/8kg Haufen Kräuterbutter auf dem zerfetzten Ochsen eher an die unsäglichen Zeiten im tiefsten kulinarischen Mittelalter, als grundsätzlich jeder Hauptspeisenteller mit der unsäglichen Pfirsichhälfte oder einer Ananasscheibe garniert werden musste - igitt!

Wenn Sie in der Obersteirmark wirklich authentisch zu speisen gedenken, so empfehle ich Ihnen den SCHERERWIRT in Thal bei Turnau (etwa am halben Weg zwischen Turnau und Pogusch rechts abbiegen). Es gibt zwar keine Speisekarte, aber egal was Sie ordern - es kommt in jedem Fall höchst authentisch zubereitet und in einer Qualität daher, daß Sie nur so staunen werden. Und allein für den Schweinsbraten können Sie dann in Mariazell eine Messe lesen lassen...

tramezzino
00
13.7.2011, 19:57

musst sie ja nicht essen, die kräuterbutter.

VOCE
00
13.7.2011, 20:44

Da haben Sie allerdings recht - denn wenn ich sowas sehe, habe ich bereits gegessen...

schmecks
01
13.7.2011, 13:16

danke, schererwirt kenne ich und schätze ich als gasthaus. ich glaube, es gibt noch ein paar authentische gasthäuser in der steiermark. ich hab halt von authentisch nichts geschrieben.
besten gruß,
fid

VOCE
01
13.7.2011, 14:56

Da haben Sie natürlich recht - schon im Umkreis von wenigen Kilometern finden Sie noch ein paar (Himmelreichbauer, Aigner, Pierergut etc.) - wenn man einmal vom Steirereck am Pogusch absieht; denn selbiges hat mit dieser Art von steirischer Küche auch nur mehr sehr rudimentär zu tun.

Meinen Hinweis auf "authentisch" verstehen Sie bitte dahingehend, als ich mir ziemlich sicher bin, zumindest im steirischen Hinterland weder "Pasta Irgendwas" noch irgendein Meeresgetier zu mir nehmen zu wollen - nicht einmal Kasnudeln. Vielmehr möchte ich dort so essen, wie ich es von einem authentischen Gasthaus in dieser Region erwarte und auch gewohnt bin...

schmecks
00
13.7.2011, 19:53

meine rede.
besten gruß, fid

Dhimmi
00
13.7.2011, 12:05
"...mich erinnert dieser 1/8kg Haufen Kräuterbutter"

O-Ton: " Schwatz Kräuterbutter, den ich nicht unbedingt gebraucht hätte".

Unschuldsvermutung0
120
13.7.2011, 10:32
Gar fürchterlich, was hier geschrieben wird!

Mag der Herr Fidler ein kulinarischer Wunderwutzi sein, das Schreiben möge er aber bitte lassen. Ja, in der Tat, Dilettanten im Wortsinn. Herr Fidler, Sie können nichts auf "einen Erdäpfel" legen und etwas irgendwo zu "verorten" wäre bereits in der 4. Klasse Volksschule ein fettes und rotes Stricherl vom Lehrer! Ja, ich "norgele", obwohl ich nur vermuten kann, dass es wohl "nörgeln" heißen müsste. Egal, bitte essen Sie weiter, DenStandard mögen Sie bitte verschonen.

Vayav indrasca
01
13.7.2011, 20:36

Sind Sie noch zurechnungsfähig? Oder bloß ein frustrierter Wichtigtuer?

Wieso kann man etwas nicht auf etwas drauflegen? Wieso kann man etwas nicht verorten?

Das geht sowohl sachlich als auch grammatisch.
Wenn in Ihren trüben Augen nicht, dann begründen Sie es gefälligst.

Club-der-dichten-Toten
01
13.7.2011, 13:28

Huch, aus welchem Lehrerhaushalt sind Sie denn entkommen?

Ich finde, dass nicht nur die Gerichte meistens aus dem Einheitsbrei hervorstechen, sondern auch die Sprache und das ist gut so!

xxx...yyy...
10
13.7.2011, 15:18
das ist halt die einheitssprache

der trendigen leutchen von standard, falter, datum...

schmecks
19
13.7.2011, 13:18

danke für das fachliche und sachliche feedback.
hat der nuller (dt.: die null) am ende ihres nicks eine bedeutungl?
besten gruß,
fid

gawi
 
00
13.7.2011, 13:43
Fasst den

Inhalt seines Postings zusammen und verkürzt so dem geneigten Leser die zum Lesen aufzubringende Zeit.
Das ist ein Service!

Dirty Sanchez
 
02
13.7.2011, 10:20
Und wieder einmal

habe ich beim Lesen so richtig Appetit bekommen.
Mein Hausarzt, meine Waage und vor allem Mrs. Sanchez hassen Sie dafür.
Aber was soll's?
Ich danke Ihnen!

Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung zeichne ich

Ihr

Dirty Sanchez, esq.

Christ Kind
00
13.7.2011, 14:24
Hey Sanchismo,

der Jungwinzerinnenartikel wartet noch gespannt auf deinen verehrten Kommentar ;)

Dirty Sanchez
 
01
13.7.2011, 14:34
Aber ich

warte nicht auf die Perchten im Jungwinzerinnenkalender.

Claus H
00
13.7.2011, 09:42
Mariazell- Mitterbach

Falls sie mit den zwei Lokalen nicht auskommen noch zwei Empfehlungen:

Filzwieser in Mitterbach und Goldenes Kreuz in Mariazell

Katerle
41
13.7.2011, 09:25
Drittklassik

"Dilettanten im Wortsinn"?
Dilettanten in Wort und Tat, das sind Harald Fidler und Freunde.

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