Causa Stradivari

Geigenschwund und Teppichfund

11. Juli 2011, 18:20

Wien - Spannend gestalten sich die Ermittlungen in der Causa Stradivari rund um Geigenhändler Dietmar M. Die Staatsanwaltschaft ermittelt u. a. wegen Verdachts auf Veruntreuung, Betrug, Krida. Im Konkurs von M. geht es um (großteils verschollene) Geigen im Wert von 155,6 Mio. Euro.

Geld gegen (verpfändete) Geigen war das Motto der Banken; und sie ließen sich nicht lumpen. Der UniCredit etwa "überschrieb" M. eine Stradivari im Wert von 3,2 Mio. Euro, der Hypo Alpe Adria eine um 3,7 Mio. In den Bilanzen von M.'s Gesellschaften finden sich noch höhere Bewertungen. Eine Stradivari um 25 Mio. Euro etwa, oder eine Guarneri um 14 Mio. Euro.

Ein paar Geigen sind wieder aufgetaucht. Am 17. März fanden die Ermittler bei Hausdurchsuchungen bei M.'s Schwiegereltern bzw. bei Bekannten zwei Geigen aus dem 17. Jahrhundert, 26 Uhren, diverse Unterlagen - und einen Orientteppich, der eigentlich in M.'s Schloss liegen hätte sollen. Seither ermittelt man auch gegen M.'s Frau und Schwiegermutter wegen Verdachts auf Vollstreckungsvereitelung, es gilt die Unschuldsvermutung.

Vor der Polizei sagte Frau M. aus, sie habe die zwei Geigen im Februar gemeinsam mit ihrem Mann zu ihrer Mutter gebracht, danach sei sie mit ihm "nach Zermatt zum Schilaufen gefahren". Die Mutter wiederum hat laut ihren Angaben die Instrumente später bei den Bekannten "untergestellt". M. sitzt derzeit in der Schweiz in Auslieferungshaft. (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 12.7.2011)

LiuteriaCremona
00
21.7.2011, 16:41
Ja, ja, die Bilanzen…

…wie kann man etwas "überschreiben", dass einem nicht selbst gehört? Die Geigen, die nun nach und nach auftauchen, haben ganz andere Besitzer, die nun teilweise aus den Wolken fallen ob der Besitzansprüche der Banken.

Stellen Sie sich vor, ein Uhrenhändler geht mit Fotos von den Uhren seiner Kunden (alles ab €10.000 wird akzeptiert) zur Bank und überschreibt diese der Bank um seine Kredite abzusichern.
Absurd? Natürlich, nur scheint es hier wirklich so abgelaufen zu sein. Mit Geigen halt.

Sonst würden die Geigen ja nicht bei anderen Händlern zum Verkauf stehen, bzw. verkauft worden sein. (Peter Prier, Florian Leonhardt).

Heinz Anderle
 
00
19.7.2011, 06:06
Schwarzau am Steinfeld...

... ist auch ein Schloß.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

niclos
00
12.7.2011, 13:03
Alles "nur Einzelfälle" in Österreich? Macholds Geigen-Imperium ernsthaft in Gefahr?

Wie lange wird schon ermittelt? Wie lange sitzt Machold schon in Auslieferungshaft?
Ach, wieder ein Millionen schwerers Verfahren mit deutlichen Anzeichen großer betrügerischer Geschäfte?
Korruption ist ja nichts neues in Österreich und wahrscheinlich gibts für den Machold einen Freispruch und danach werden alle evtl. versteckten Wertgegenstände verhökert.
In Österreich muss man scheinbar ein kleiner Ladendieb oder Tierschützer sein dann wird auch fleißig ermittelt.
Interessiert es denn wirklich welchen Millionenschaden ein Machold macht und die Banken scheinbar versucht um Millionen zu prellen?
Alles nur "Taschengeld" und wer einen zügigen Prozess in Österreich erwartet...der kann lange warten.

ich bin so frei
02
12.7.2011, 09:03
Die Unicredit ist italienisch

und das Wort Mafia auch.

A. Hohenfels
02
12.7.2011, 07:34
:o)

ein etwas magerer fund, wenn man das interieur betrachtet: http://www.spiegel.de/fotostrec... 039-3.html
aber vielleicht haben's zu zweit nicht mehr tragen können.

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