Besen, Besen, seid's gewesen

Dorian Waller , 11. Juli 2011, 17:21
  • Zum Abschied geht's ans Eingemachte: Harry Potter (Daniel Radcliffe) und
 Lord Voldemort (Ralph Fiennes) rüsten sich in "Harry Potter und die 
Heiligtümer des Todes" zum letzten Gefecht.
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    foto: warner bros.

    Zum Abschied geht's ans Eingemachte: Harry Potter (Daniel Radcliffe) und Lord Voldemort (Ralph Fiennes) rüsten sich in "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" zum letzten Gefecht.

Mit dem zweiten Teil von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" gelangt des Zauberlehrlings Reise auch im Kino an ihr Ende - ein gelungenes Finale, das über jede Menge Action und Pathos verfügt

Wien - Alles hat bekanntlich ein Ende, und nur der Zauberstab hat zwei. So kann mit dem dieswöchigen Kinostart von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 nun auch der bekannteste Brillenträger seit Heino in die verdiente Zauberlehrlingspension gehen. In den letzten 14 Jahren hat der Junge, der ausersehen ist, den bösen Magier Voldemort zu töten, Buchhandlungs- und Kinokassen in einem bis dahin unbekannten Ausmaß zum Klingeln gebracht. Dass das Vermögen der britischen Autorin J. K. Rowling dank ihrer Schöpfung möglicherweise sogar das ihrer Königin übertrifft, ist da nur ein kleines Detail am Rande.

David Yates, der seit der Verfilmung des fünften Potter-Romans im Regiestuhl sitzt, kann sich bei seiner Inszenierung des großen Finales also darauf verlassen, dass sein alle Altersgruppen umfassendes Publikum mit der Geschichte vertraut ist. Entsprechend wenig hält er sich mit Erklärungen oder Rückblenden auf. Kinobesucher ohne Vorkenntnisse werden ihre Begleitpersonen um Orientierungshilfe bitten müssen.

Nahtloser Anschluss

Für die Eingeweihten geht es indessen nahtlos dort weiter, wo die erste Hälfte des siebten Bandes letzten Winter abrupt endete: Während der nasenlose Voldemort (Ralph Fiennes) zunehmend an Macht gewinnt, muss Harry mit seinen Freunden Hermine und Ron sogenannte Horkruxe finden und zerstören, um die Pläne des Finsterlings zunichte zu machen.

Das Personal ist das gleiche geblieben, zehn Jahre hatten Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint Zeit, um mit ihren Rollen zu wachsen. Auch der mit der Reifung Potters einhergegangene düstere Grundton wird beibehalten. Hier spielt man nicht mehr lustige Quidditch-Partien, hier geht es um Leben und Tod.

Neu ist hingegen, dass es die magischen Duelle diesmal in 3-D zu sehen gibt. Das war auch an der Zeit, schließlich eignet sich wohl keine Filmreihe besser, um die Zuseher zum Brillentragen zu verdonnern und durch Räume wie aus Pop-up-Karten wandern zu lassen. Tatsächlich wird der 3-D-Effekt mitunter durchaus gewinnbringend eingesetzt, etwa bei einem Blick über das belagerte Schloss Hogwarts oder in der Enge einer Strandhütte, wo sich die Jungmagier eingangs von den vergangenen Strapazen erholen. Dazu gibt es natürlich auch die obligatorische Achterbahnfahrt und die ins Betrachterauge schnappende Schlange, die Momente der reinen Effekthascherei halten sich aber in erfreulichen Grenzen.

Ein weiterer augenscheinlicher Unterschied gegenüber dem unmittelbaren Vorgänger ist schließlich das Mehr an Action. Während man in Teil eins des Finales mit den Helden noch reichlich ziellos durch die Wälder streifen musste, geht es jetzt endlich ans Eingemachte. Da gibt es einen Drachenflug, erlebt man den größten Festungssturm seit Herr der Ringe und wird schließlich Zeuge, wie Harry Potter und Lord Voldemort ihre Zauberstäbe herausholen, um zu sehen, wer den stärkeren hat.

So kann Potters letztes Abenteuer zwar seine gewohnt lange Spielzeit von 130 Minuten mit etwas viel hektischem Herumgelaufe in den Schulgängen nicht gänzlich vergessen machen und sorgt der allseits gefürchtete Voldemort im Kinosaal eigentlich kaum für Schrecken. Dennoch vermag der Film mit seinem hervorragenden britischen Ensemble und prächtigen Bildern immer wieder jene Magie aufblitzen zu lassen, die man sich von einem derartigen Blockbuster erhoffen kann.

Angemessener Abschied

Weit entfernt davon, eine reine technische Leistungsschau wie Michael Bays Transformers 3 zu sein, wird hier schließlich eine Geschichte erzählt. Rowlings Leistung besteht darin, eine in sich funktionierende Welt geschaffen zu haben - zwar mitunter etwas maßlos und unter Zuhilfenahme zahlreicher Versatzstücke der fantastischen Literatur. Doch sie nimmt ihre Leser gefangen wie zuvor höchstens das Star Wars -Universum.

Mit seiner Vorlagentreue, die aus den 600 Seiten von Die Heiligtümer des Todes gut viereinhalb Stunden Film gemacht hat, geht Regisseur Yates zwar auf Nummer sicher und sorgt für eine maximale Verwertung der Potter'schen Schullaufbahn; zugleich ist ihm aber zum Abschluss ein Film gelungen, der mit seiner Mischung aus Action, mildem Pathos und zwei verschämten Küssen unterhält, berührt und allen dem Zauberzögling Wohlgesinnten einen angemessenen Abschied von Hogwarts' Musterschüler erlaubt. (Dorian Waller, DER STANDARD - Printausgabe, 12. Juli 2011)

Ab Mittwoch im Kino

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Danke für den Trailer.

Die Schreie erinnern an JEDERMANN.

als anti-potter fan ist der film immer noch ganz unterhaltsam. huldigungen sind nicht angebracht, aber eine solide 7 (von 10) verdient der film allemal.

das timing stimmt oftmals nicht und massive plot-hole sollte man besser ignorieren.

richtig enttäuscht war ich nur von den steinrittern.

ausserdem versteh ich nicht warum sich der bösewicht als oberzauberer nicht schon vor zeiten eine nase gezaubert hat...

Was mir an diesen Filmen am meisten Spaß macht ist eigentlich eher, dass ich immer mit derselben Person im Kino gesessen bin. Beim letzten Film wirds genauso sein. :)
Wir haben beide die Bücher gelesen, bis zum Ende mit gefiebert. Das spannendste von allem ist eigentlich diese Erfahrung zu teilen.

Der beste Film den ich heuer bisher gesehen habe (keine Kunst) und der beste Film aus der Harry Potter Reihe finde ich zumindest.

Sehr stimmungsvoll dargestellt, die zahlreichen Handlungsstränge fanden einen sehr guten Abschluss.

Sehr guter Film.

Bei dem Film ist offenbar nur die Grafik in 3-D.

Flache Handlung, viel Action, haufenweise Kitsch, eindimensionale Figuren, der religiöse Kampf zwischen Gut und Böse - diese Art von Spektakel scheint einen großen, unmündigen Teil der Menschheit in Scharen in die Kinos zu locken.

Zum Glück hat dies vorerst ein Ende, doch ähnliche Nachfolgeformate sind wohl schon in Planung. Uff.

Lies erstmal die Bücher.

Das Problem bei den Filmen ist, dass zu viel von der Handlung entfernt werden musste - eh klar, sonst hätte es für jedes Buch mehrteilige Filme gegeben.

"Nachfolgeformate" sind absolut nicht zu erwarten. Die Buchreihe ist abgeschlossen. There you go. Rowling hat vorerst selbst gesagt, dass Harry Potter jetzt vorbei ist.

Also bitte. Get a grip.

"unmündiger Teil der Menschheit" - gewagtes Schubladendenken ohne jegliche Legitimation.

Kritik an Ihrem Kommerz-Heiligtum wird man wohl noch äußern dürfen, oder sind dazu nur Sektenmitglieder legitimiert?

Kritik selbstverständlich - herabwürdigende Untergriffe nicht.

auf der Suche nach dem herabwürdigen Untergriff...

Ich helf Ihnen:
Sie haben pauschal, ohne Begründung, eine große Gruppe Menschen gleichweg als unmündig bezeichnet.

Viele Menschen sehen das als herabwürdigend,
da sie es schätzen, mündig zu sein, und deshalb ungerne als unmündig bezeichnet werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Münd... ilosophie)

Wer auch nur einen Funken Verstand hat bzw. die Fähigkeit besitzt, selbständig zu denken und zu reflektieren, wird mit großer Wahrscheinlichkeit diese Filmreihe etwas kritischer bewerten und nicht hirnlos dem Produkt einer - zugegeben - absolut hervorragenden Marketingindustrie folgen.

Bitte um Entschuldigung, wenn ich Teilen der Gesellschaft den Spiegel vorgehalten habe!

hab die Premiere gesehen,

der 2. Teil ist weniger langatmig als der erste, 3D tut das übrige, um das ganze zu einem richtigen Abschluss-Spektakel werden zu lassen. Der Kreis schließt sich, die letzten Unklarheiten werden beseitigt. Der Epilog ist gut gelöst, im Buch kommt er viel schmalziger daher. Ich fand, es ist ein würdiger Abschluss einer bemerkenswerten Reihe.
PS: Und McGonagall hat einen grandiosen Auftritt!

R.I.P.

Gottseidank hat damit der Mist ein Ende.

Heisst das, Sie werden hier nicht mehr posten?

Tolle Kritik, sehr gut geschrieben ^^

Mit "Momenten der reinen Effekthascherei" hält sich diese Filmkritik leider nicht zurück... Aber: "nasenloser Voldemort" gefällt.

ist der irgendwie

mitm Jochen RIndt verwandt?

allein schon die Hermine ist es wert

dass man sich den Film anschaut :))

Oja *seufz* <3

JA, ENDLICH....

hab den film nicht gesehen...und hoffe das ich ihn nie sehen muss. wird aber zeit das es endlich vorbei ist. rot stricherln willkommen...

Lass mich raten, du bist ein Twihard?

wieso lesen sie den bericht dann und posten wenns sie nicht interessiert?

Er fürchtet offensichtlich, dass er den Film einmal mit seinen Kindern ansehen muss. Es ist schließlich ein Kinderfilm und Kinderwünsche kann man nur schwer abschlagen.

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