Boomendes Kaiserhaus

Besucherplus im Schloss Schönbrunn

11. Juli 2011 14:27

5 Prozent mehr Eintritte - Operatives Ergebnis der Betriebsgesellschaft um 10 Prozent gestiegen

Wien - Wiens bedeutendste Touristenattraktion, das Schloss Schönbrunn, ist nach Rückgängen während der Krise wieder auf Rekordkurs. Mit 2,6 Mio. Eintritten 2010 liegt man wieder auf dem Niveau des bisher besten Jahres 2007. Im Vergleich zum Jahr 2009 bedeutet das ein Plus von 5 Prozent. Noch besser lief es für die von den Schlossbetreibern verwalteten Räumlichkeiten in der Hofburg, wie es am Montag in der Bilanzpressekonferenz hieß.

Laut den beiden Geschäftsführern der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB), Franz Sattlecker und Wolfgang Kippes, sind im Vorjahr mehr Leute gekommen als erwartet. Der Andrang sei wieder so groß wie vor den krisenbedingten Einbrüchen in den Jahren 2008 und 2009. Laut SKB eine mögliche Begründung für den Boom: Nach der konjunkturellen Erholung werden vorerst mehr Städtetrips und weniger größere Reisen gebucht.

Rechnet man die 2,6 Mio. Eintritte in einzelne Personen um - klammert also Mehrfacheintritte für die verschiedenen Bereiche aus - ergibt sich für das Schloss sogar ein Plus von 7 Prozent. In der Hofburg wurden 647.000 Gäste gezählt, mehr als jemals zuvor. Laut SKB betrug das Plus in den Kaiserappartements, im Sisi-Museum und in der Silberkammer im Vorjahr 10 Prozent. Das ebenfalls von der SKB verwaltete Hofmobiliendepot konnte im Vorjahr 57.000 Besucher anlocken - was ein Plus von sogar 28 Prozent darstellte.

Die SKB konnte im Vorjahr einen Gesamtumsatz von 34 Mio. Euro erzielen, wobei hier neben Tickets auch Shop-Erlöse und Einnahmen aus Vermietungen oder Verpachtungen einfließen. Das operative Ergebnis konnte um 10 Prozent auf 16 Mio. Euro gesteigert werden, wobei 5,8 Mio. Euro an Steuern sowie Zahlungen für Fruchtgenuss und Pacht an den Bund abgeführt wurden.

Dass die Erlöse noch stärker gestiegen sind als die Eintritte liegt laut SKB nicht an Preiserhöhungen, da es solche erst heuer gab, sondern daran, dass mehr von den teureren Ticket-Kategorien verkauft worden sind. Großteils positiv verläuft auch das Jahr 2011, wie heute betont wurde. Die erste Jahreshälfte erfreute die Schönbrunn-Schlossherren mit einem Besucherplus von vier Prozent. Lediglich in die Hofburg kamen um 2 Prozent weniger Gäste.

Das verdiente Geld wird auch in den kommenden Jahren in Sanierungen gesteckt. Derzeit voll im Laufen sind der Bau des neuen Besucherzentrums und die Restaurierung der Großen Galerie. Auch mit der Sanierung des sogenannten Millionenzimmers mit seinen Rosenholzvertäfelungen wurde bereits begonnen. Vor dem Start steht auch die Komplettsanierung des Palmenhauses im Schlosspark, die 9,2 Mio. Euro verschlingen wird.

Dort, also im Park, werden sich die Restauratoren demnächst auch dem Namensgeber des Schlosses widmen, dem "schönen Brunnen". Ab Frühjahr nächsten Jahres wird dann das vor drei Jahren eröffnete Tagungszentrum erweitert. (APA)

Dr. Schlappack
 
14.07.2011 16:46
Grund für die gesteigerte Zahl von Besucher

Änlich den Aktienkursen erreichte auch die Besucherzahl in Schönbrunn voriges Jahr wieder das Niveau von 2007.
Die Frage ist, warum folgt der Besucherstrom dem Aktienkurs? Die Antwort ist wahrscheinlich, dass nach der Erholung, der in Papiere investierten Werte, sich die Leute wieder trauen, Geld für Reisen auszugeben.
Auffallend ist, dass sie das scheinbar eher für Städtereisen als für Strandurlaube tun. Nicht verwunderlich angesichts der wirtschaftlichen Lage der meisten Mittelmeerländer (Spanien, Italien und Griechenland).
Für den Fall, dass der Euro stirbt, wollen sie nicht vorher noch Neapel, sondern so was Schönes wie Schloß Schönbrunn gesehen haben.
Für Wienreisende, die in erster Linie an der bedeutendsten Touristenattraktion interes

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