So sollen die Raubfische künftig zumindest ganz verwertet werden
Taipeh - Taiwan kündigte am Sonntag ein Verbot des sogenannten Finnings an, bei dem Fischer Haien
die Flossen abschneiden und die sterbenden Tiere dann zurück ins Meer werfen.
Von 2012 an dürften Fischerboote nur noch komplette Haie an Land bringen, sagte
Direktor James Sha von der taiwanesischen Fischereibehörde der Zeitung "United
Evening News". Wer gegen die Regel verstoße, könne seine Fischereilizenz
verlieren.
In vielen asiatischen Ländern gilt Haifischflossensuppe als Delikatesse.
Umweltschützer beklagen, der Fang dränge manche Haiarten an den Rand des
Aussterbens. Bisher gilt in Taiwan die Regel, dass nur rund fünf Prozent des
gefischten Haifleisches Flossen sein dürfen. Sha betonte jedoch, Finning
werde kaum noch praktiziert, da der Preis für Haifleisch gestiegen sei.
Bestandsrückgänge
In einigen Regionen ist die Zahl der Raubfische um bis zu 70 Prozent
zurückgegangen. Die Bestände einiger Haiarten sanken in den vergangenen 20 bis
30 Jahren sogar um 90 Prozent. Von den rund 380 Haiarten sind nur der Weiße Hai, der Riesenhai und der
Walhai von einem Handelsverbot im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES)
geschützt.
Als Vorreiter beim Haischutz gilt der winzige Pazifikstaat Palau - dort wurde die weltweit erste Hai-Schutzzone eingerichtet. Wie berichtet, gibt es auch eine erste Studie, der zufolge die Fische lebendig deutlich mehr Geld einbringen als tot: "Haie können im wörtlichen Sinne eine 'Million-Dollar'-Art und eine bedeutende
wirtschaftliche Triebfeder sein", erklärte Mark Meekan vom Australischen
Institut für Meereswissenschaften. (APA/red)