Zuständigkeit

Pädagogen-Ausbildung: Uni Wien will alleine zuständig sein

11. Juli 2011, 11:56
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    foto: apa/jäger

    Engl wird ab Oktober 2011 Rektor der Universität Wien.

Designierter Rektor Engl: "Streben eine Stand-alone-Lösung an"

Wien - Die Universität Wien will die Lehrerausbildung künftig "mit einer eigenen Subeinheit gänzlich übernehmen". Wie der designierte Rektor der Uni Wien, Heinz Engl, in der Tageszeitung "Die Presse" (Montag-Ausgabe) erklärte, strebt seine Hochschule "eine Stand-alone-Lösung" an. Was dann mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) in Wien passieren soll, müsse man noch diskutieren, Engl denkt an "Möglichkeiten zur Kooperation auf Augenhöhe".

Die Uni Wien wolle "die Trägerinstitution sein" und Studienpläne und Rahmenbedingungen festlegen. Auch die geplante Induktionsphase will die Uni Wien organisieren. Bei all dem will Engl aber "sicher nicht auf Expertisen aus den PH verzichten". Auch Fachbereiche wie die Kindergartenpädagogik werde man sich durch Kooperationen ins Haus holen müssen.

Eigenes Finanzierungsmodell gefordert

Der mit Anfang Oktober sein Amt antretende neue Rektor verweist darauf, dass die Uni Wien mit mehr als 7.500 Lehramtsstudenten bereits jetzt die größte österreichische Lehrerbildungseinrichtung sei. Wenn im Zuge der neuen Lehrerausbildung dann mehr Studierende an die Uni Wien kommen, müsse es dafür ein Finanzierungsmodell geben. Zudem pocht Engl auf die Autonomie der Universitäten, die er auch bei der künftigen Lehrerausbildung gewahrt wissen will.

Eine Pädagogen-Ausbildung für alle

Das von der Vorbereitungsgruppe um den Ex-VP-Bundesrat Andreas Schnider vorgelegte Konzept zur neuen Pädagogen-Ausbildung sieht vor, dass es künftig österreichweit nur noch sieben bis neun Einrichtungen geben soll, die jeweils alle Pädagogen für die Altersgruppe null bis 19 Jahre aus-, fort- und weiterbilden. Zur Alternative stehen dabei die Aufwertung der bisher nur für die Pflichtschullehrer verantwortlichen PH zu Pädagogischen Unis, wobei Fachbereiche der Unis eingebunden werden sollen, bzw. eine Ausgliederung der Lehrer-Ausbildung an den Unis in eigene Fakultäten oder in mit Autonomie versehene Schools of Education. (APA)

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13 Postings
Karl L.
00
15.7.2011, 08:32
Länder und Kirche werden niemals zustimmen!

Die Pädagogischen Akademien - jetzt pädagogische Hochschulen - wollen zukünftig pädagogische Universitäten sein.

Sie stehen unmittelbar im Einfluss der Kirchen- und Länderfürsten, Parteifreunde und brave Katholiken werden hier bestens versorgt.

Nightstallion
00
12.7.2011, 00:59
Hat zur Folge,

dass es keine DG-Lehrer-Ausbildung mehr gibt, die machen nämlich nur wir an der TU Wien (und die TU Graz). In der letzten Senatssitzung wurde schon angesprochen, dass die LA-Studien an der TU Wien aufgelassen werden könnten – da bleibt dann die DG ganz auf der Strecke.

Loxoceles
02
11.7.2011, 23:51

Monopole sind für die Gesellschaft immer schelcht.

smid
03
11.7.2011, 20:19
Ist ja interessant

Würde nur gern wissen, worauf sich dieser Anspruch stützt. Habe selbst Lehramt studiert, meine Schwester hat ein Pädakstudium hinter sich, mein Vater seinerzeit die LBA. Ich war eindeutig diejenige, die am wenigsten auf meine Tätigkeit als Lehrer vorbereitet war. Zum Glück hatten wir in einem Fach eine ausgezeichnete Fachdidkatikerin und ich habe die Prüfung f Sprachlehrer an HS gemacht. Dafür war ich weit mehr mit der Realität konfrontiert als an der Uni. Seither hat sich zwar einiges geändert, aber auf so toll sind die jungen Kollegen auch wieder nicht auf Ihre Tätigkeit vorbereitet, dass Unis das Recht hätten auf PHs herabzusehen.

ein mensch
22
11.7.2011, 16:00
Wie auch immer - jedenfalls weg von den "sakrosankten" pädaks

rigil kent
00
11.7.2011, 16:32

Von den "pädaks" ist man schon seit 2007 weg!

trollvottel
01
11.7.2011, 14:49

Öhm. Hab die Begründung jetzt nicht ganz genau mitbekommen:

a) Weil wir in Wien brauchen die ganze Kohle
oder
b) Weil die Pädagogen in Graz und Salzburg und so weiter sind ja bloße Provinzwappler, mit solchen Dillos kann eine Uni Wien einfach nicht kooperieren ... ?

Bin gespannt, wann die anderen Unis ihre Stellungnahmen dazu präsentieren ... *popcorn hol*

Josef Handt
00
11.7.2011, 23:51

Ich glaube Sie haben die Meldung missverstanden. Die Uni Wien will nicht die *einzige* Lehrerbildungsanstalt werden, sie will sich nur nicht in eine Lehrerbildungs-Kooperation mit zB den PHs zwingen lassen. (Sowas "droht" ja wegen der Vorgabe in ganz Oesterreich nur mehr wenige Lehrerbildungsanstalten haben zu wollen)

baul
32
11.7.2011, 13:36
Dezentralisierung

Ich denke genau das Gegenteil sollte sein- es sollten nicht mehr auf allen Unis in Österreich mehrere Studien möglich sein, sondern eine Spezialisierung gleichmäßig auf alle (noch) Landeshauptstädte verteilt werden. Für soziale und pädagogische Studienrichtungen würde sich zB Klagenfurt anbieten. Die Wohn- und Arbeitssituation für Studierende in Wien ist bereits am Limit angelangt und daher wäre eine Dezentralisierung anzustreben.

Christian Mathias Sand
 
00
11.7.2011, 21:31

Klagenfurt wird nie in der Lage sein, alle etwa 30 Unterrchtsfächer fachlich und fachdidaktisch halbwegs qualitätsvoll anzubieten.

Außerdem will ich ja nicht überheblich wirken – aber was die diversen Kompetenzzentren am Wörther See so machen, ist nicht gerade weltbewegend. Die Expertise der Universität Klagenfurt in der Pädagogik ist eine weitgehend selbstzugeschriebene.

trollvottel
24
11.7.2011, 14:50

Andererseits - muss man junge, idealistische Leute, die gern Lehrer werden würden, wirklich partout dazu zwingen, ausgerechnet nach Kärnten zu gehen? Zumindest _eine_ halbwegs normale Stadt, in einem halbwegs normalen Bundesland, sollte schon als Alternative bereit stehen.

lebowsky1
00
12.7.2011, 02:13

niemand will, daß bestimmte studien nur noch an einem ort angeboten werden.
die wiener uni stellt nur den anspruch die pädagogen in wien auszubilden
wie frau schmidt schon sagte: an jedem standort gibt es einen wettbewerb und vielleicht übernimmt die ph in salzburg pädagogikstudenten von der uni dort.
die haupuni in wien hat halt mal angefangen sich in position zu bringen.
was auch völlig richtig ist, denn je mehr studenten desto mehr geld und je größer die uni desto mehr synergieeffekte sind möglich

K. Huber1
00
15.7.2011, 08:40
Niedrigstes Niveau angestrebt

Vom Ausbildungsniveau reicht es an den PHs (ehem. PÄDAKs) gerade für Volksschule und Unterstufe. Die fachliche Qualifikation vor allem in den Fremdsprachen und Naturwissenschaften wir katastrophal leiden.

Viele öde und billige (das wird jeder PH-Asolvent bestätigen) pädagogische Lehrveranstaltungen, die an Beliebigkeit kaum zu überbieten sind, werden dann eine in die Tiefe gehende, fachspezifische Ausbildungen ersetzen.

Wir werden eine Lehrergeneration haben, die die Beispiele und Aufgaben in den heutigen Schulbüchern gar nicht mehr verstehen, geschweige denn lösen können wird.

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