Salzburger Unternehmen will in Russland, Indien und China stark wachsen
Salzburg - Der börsenotierte Salzburger Kranhersteller Palfinger treibt seine Expansion in neue Märkte weiter voran: Das Unternehmen hat den russischen Kranhersteller INMAN (Ischimbajskie Neftianiye Manipuliatory, JSC) übernommen. Die Verträge wurden vergangene Woche unterzeichnet, gab Palfinger-Vorstand Herbert Ortner am Montag bei einem Pressegespräch in Salzburg bekannt. "Das ist ein wichtiger strategischer Schritt für uns", sagte Ortner.
Das Unternehmen, das 415 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von 20 Millionen Euro erzielt, ist in Russland Marktführer bei Lkw-montierten Hubarbeitsbühnen. "Die Produkte haben ein niederes Technologieniveau, sind von sehr guter Qualität und auf die Bedürfnisse des russischen Marktes zugeschnitten", erklärte Ortner. Als Produktionsunternehmen in Russland erhöht Palfinger unter anderem seine Chancen, bei öffentlichen Bieterverfahren zum Zug zu kommen. "Da waren wir als ausländisches Unternehmen bisher immer im Nachteil."
Kaufpreis nicht genannt
Über den Kaufpreis wurde mit dem bisherigen Eigentümer, dem russischen Ölkonzern Bashneft, Stillschweigen vereinbart. Palfinger will alle Mitarbeiter übernehmen und das Werk ausbauen. "Wir werden dort Kräne für den russischen Markt und den Export in die GUS-Staaten herstellen", sagte Ortner.
Schon derzeit hat der Salzburger Kranhersteller in Russland eine gut ausgebaute Vertriebs- und Servicestruktur, die Produkte aus Österreich sind bekannt. Mit der lokalen Wertschöpfung und zusätzlichen Vertriebsorganisationen will Palfinger am russischen Markt rasch weiterwachsen. Russland ist von den Stückzahlen für Palfinger nach Deutschland mittlerweile der wichtigste Markt.
Marktführerschaft angestrebt
Neben Russland gehören derzeit auch Indien und China zu jenen Ländern, in denen der Salzburger Industriebetrieb sein Geschäft stark vorantreibt. Die Strategie sei es, weltweiter Marktführer mit allen Produkten zu sein, sagte Ortner. Langfristig sollen je ein Drittel des Umsatzes des Kranherstellers in Europa, in Nord- und Südamerika sowie im asiatischen Raum gemacht werden. Nach Akquisitionen sei man in Europa und Nord- und Südamerika gut aufgestellt, derzeit stehe der asiatische Markt im Fokus der Überlegungen, meinte Ortner. Intensiv gearbeitet wird derzeit auch am Markteintritt in China. Dort hat Palfinger ein Werk sowie Vertriebspartner. "Der große Wurf wird uns aber nur gelingen, wenn wir in China ein Joint Venture oder eine Partnerschaft mit einem chinesischen Player eingehen. Das brauchen wir für den Marktzugang", erklärte der Manager.
Das erste Halbjahr sei für Palfinger sehr gut gelaufen, meinte Ortner zum bisherigen Geschäftsverlauf. Sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis hätten sich positiv entwickelt. Er sei zuversichtlich, dass 2011 ein Rekordjahr für Palfinger werden könnte. Wenn das zweite Halbjahr keinen Zusammenbruch durch einen Kollaps im Finanzbereich bringe, dann werde man die 800-Mio-Euro-Marke beim Umsatz knacken, kündigte der Manager an. (APA)