Hohe Kosten für Einzelnen

Teure Krankheit Lymphödem

11. Juli 2011, 11:00

Österreichische Lymph-Liga will bessere Kassenleistungen für Patienten durchsetzen

Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit und Eiweiß aus dem Gewebe verantwortlich. Kommt es zu einer Störung des Abtransportes beziehungsweise der Transportkapazität, bleiben die Flüssigkeit und das Eiweiß im Gewebe zurück und es entsteht eine Schwellung - das Lymphödem. Nach Brustkrebsoperationen tritt das Lymphödem auf, aber es gibt auch viele Fälle, bei denen die Krankheit schon von Geburt an besteht oder nach Verletzungen ausbricht.

Bessere Kassenleistungen gefordert

Das Lymphödem ist eine chronische Krankheit, die bis zur Elefantiasis, der extremen Schwellung und Deformierung von Gliedmaßen, reichen kann.
Die Patienten müssen oft ein Leben lang teure Kompressions-Maßstrümpfe und aufwändige Bandagen tragen und ebenso aufwändige Behandlungen über sich ergehen lassen. Darauf macht die Österreichische Lymph-Liga in einer Aussendung aufmerksam. Die Liga will deshalb bessere Kassenleistungen für die Patienten durchsetzen.

Teure Behandlung

Für die rund 130.000 Österreicherinnen und Österreicher, die unter einem Lymphödem leiden, verlangt die Österreichische Lymph-Liga verbesserte und bundeseinheitlich hohe Leistungen der Sozialversicherungen. Die Vereinigung von Ärzten, Therapeuten und Patienten warnt vor der zunehmenden Armutsgefährdung der Betroffenen. Sie fordert konkret die Anerkennung der Krankheit und deren Therapie durch die Sozialversicherung - etwa durch die Kostenübernahme der mehrmals jährlich neu anzuschaffenden Kompressions-Maßstrümpfe, die pro Garnitur bis zu 400 Euro kosten. Auch sollen die teuren Behandlungskosten für regelmäßige Lymphdrainagen ebenso wie die Bandagierung von der Krankenkasse übernommen werden.

Viele Lymphödem-Erkrankte benötigten jedes Jahr eine mindestens dreiwöchige stationäre Behandlung in einem der wenigen spezialisierten Zentren. Längerfristig könnte sich das Sozialsystem durch weniger restriktive Bewilligung der Stationärbehandlungen viel an Folgekosten ersparen, so die vertreter der Vereinigung. (red, derStandard.at)

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