Naoto Kan: Situation erst in zehn Jahren unter Kontrolle - Tepco: Entnahme der geschmolzenen Brennstäbe wahrscheinlich erst ab 2021 möglich
Tokio - Die Aufräumarbeiten an der havarierten japanischen
Atomanlage Fukushima könnten nach Angaben der Regierung erst in mehreren
Jahrzehnten beendet sein. Zahlreiche Menschen hätten aus dem Gebiet der Anlage
in Sicherheit gebracht werden müssen und es werde wohl bis zu zehn Jahre dauern,
um die Situation in Fukushima unter Kontrolle zu bekommen, sagte
Ministerpräsident Naoto Kan am Samstag bei einem Treffen der regierenden
Demokratischen Partei. "Bis der Unfall komplett ausgestanden ist, könnten sogar
noch mehrere Jahrzehnte vergehen", fügte er hinzu.
Berichten des TV-Senders NHK zufolge gehen die japanische Atomenergiebehörde
und der Betreiber der Anlage in Fukushima, Tepco, davon aus, dass sie erst 2021
mit der Entnahme der in drei Reaktoren geschmolzenen Brennstäbe beginnen können.
Mitte März hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und eine nachfolgende Tsunamiwelle
im Nordosten Japans verheerende Schäden angerichtet. Infolge dessen wurden Teile
der Anlage in Fukushima schwer beschädigt, wodurch erhöhte Radioaktivität
austrat und die größte Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl
vor 25 Jahren ausgelöst wurde.
Nach Angaben von NHK gehen auch die japanischen Behörden und Tepco davon aus,
dass es noch "mehrere Jahrzehnte" bis zum endgültigen Abriss der beschädigten
Reaktoren dauern könnte. Im Zuge der Atomunfälle war es in drei der sechs
Reaktoren zu einer Kernschmelze gekommen. (APA)