Deicide: Theater der Grausamkeit

8. Juli 2011, 20:10
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Böse Buben am Samstag im Salzburger Rockhouse

In den 1980ern etablierten sich im Metal jede Menge Sub-Genres. Eine der wegweisenden Bands zwischen Okkultismus und Schnitterbeschwörung ist seit 1987 Deicide aus Tampa, Florida, die am Samstag im Rockhouse Salzburg gastieren. Bassist und Sänger Glen Benton gibt den bösen Ton an, einen Provokations-Cocktail aus Blasphemie (der Bandname bedeutet: Gottesmord) und verbaler Tierzerstückelung.

Wer sich nicht so leicht auf die Teufelshörner nehmen lässt, erkennt dahinter ein Theater der Grausamkeit, ein Spiel mit Tabubruch. Mit diesen durch Zensur und Auftrittsverbote befeuerten Mythenbildungen schaffte Deicide es, religiöse Fundamentalisten aller Konfessionen zu erschrecken. Musikalisch wird Extremsport mit Hochgeschwindigkeit geboten, die für ungeübte Ohren schwer zu unterscheidenden Nummern sind von Doublebass-Drums getragen, die Saiteninstrumente extrem verzerrt und zumindest einen Halbton tiefer gestimmt, damit jedem klar wird, dass Luzifers Lausbuben keinen Spaß verstehen. Dazu passt der "Gesang" - ein Knurren und Grunzen.

Weiters mit dabei: Die heimischen Belphegor, die römischen Hour Of Penance und die australischen Outback-Okkultisten The Amenta. (dog/ DER STANDARD, Printausgabe, 9./10.7.2011)

9. 7., Salzburg, Rockhouse, 20.00

  • Deicide aus Florida grunzen  vorbei.
    foto: rockhouse

    Deicide aus Florida grunzen vorbei.

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