Angsttränen im Bikini

8. Juli 2011, 19:06
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Diesmal werden nicht nur Zickenkriege von Bikiniträgerinnen inszeniert, die Girls werden jetzt auch noch gequält

"Mein Körper ist mein Kapital." Und: "Ich will unbedingt in die Medien." Denn "ich würde alles geben, um berühmt zu werden." Aber: "Aufgrund ihrer gemachten Brüste kann sie die Luft nicht lange anhalten." - Zitate, die man hört, zappt man in die Castingshow "Sommermädchen 2011", die Donnerstagabend auf ProSieben gestartet ist.

Diesmal werden nicht nur Zickenkriege von Bikiniträgerinnen inszeniert, dass es mindestens fünfmal am Tag zum Weinen ist. Das reicht längst nicht mehr. Die Girls werden jetzt auch gequält. Mutproben wie Turmspringen ("Man fliegt so lang ey, das ist ganz komisch"), Bungee-Jumping (Höhenangst? "Total!") und schauen, wer am längsten untertauchen und Luft anhalten kann ("Ich hab so viel Auftrieb ..."), sollen zum Durchbruch führen. Das Preispaket versorgt die Gewinnerin mit einer Grundausstattung für angehende TV-Promis: einer Bildstrecke im Männermagazin FHM, 100.000 Euro, einem Auto und einem Job als Boulevard-Reporterin.

Gedehnt auf zwei Stunden billiger TV-Unterhaltung, überträgt sich die Qual der Mädchen auch auf die Zuschauer, was immerhin zu ein wenig Fairness beiträgt. Und der erzieherische Gedanke kommt zwischen engen Bikinis und verwischten Tränen auch nicht zu kurz: Denn "die schüchterne Chantal springt ihrer Angst davon": "Guck mal, wie mutig!" Brav aufräumen gehört auch dazu: "Die beste Frau Deutschlands lebt nicht wie die Schweine im Stall!" Im Wettlauf um den albernsten Vorwand, nackte Haut zu zeigen, liegt die Sommermädchensuche zumindest im guten Mittelfeld. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 9./10.7.2011)

  • Neue Castingshow.
    foto: prosieben/tom wagner

    Neue Castingshow.

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