Stadt Aist

Ländliche Träume vom Tag der Einheit

8. Juli 2011, 18:40

Ringen um Mühlviertler "Großstadt" - keine Kommunalehen in Kärnten und Tirol

Linz/Innsbruck - Prinzipiell ist man in Oberösterreich auf Sparkurs. Die Spitalsreform wurde - trotz heftigen Widerstands - jüngst im Landtag fixiert. In der Verwaltungsreform wurde bisher ein Sparvolumen, gerechnet auf sechs Jahre, von mehr als 303 Millionen Euro erarbeitet. Und doch gibt es einen Bereich, bei dem Oberösterreich-Sparefroh reflexartig die Augen verschließt: Zusammenlegungen von Gemeinden. 444 sollen es weiterhin bleiben. Statt zusammenzulegen ist man bemüht, gemeindeübergreifende Kooperationen zu forcieren.

Dass bei den Gemeinden der Sparstift feststeckt, musste im Vorjahr auch Klaus Pöttinger, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich, zur Kenntnis nehmen. Pöttinger plädierte für eine Reduzierung der 444 Gemeinden auf die Hälfte. Österreichweit sorgte der Vorschlag zwar für Diskussionen, geändert hat sich am kommunalen Status quo aber letztlich nichts. Einen anderen Weg versucht seit geraumer Zeit Anton Scheuwimmer, Bürgermeister der 5000-Einwohner-Stadt Pregarten im Mühlviertel, zu gehen. Dem ÖVP-Gemeindeoberhaupt schwebt nämlich eine neue "Großstadt" vor.

Die drei Mühlviertler Gemeinden Wartberg, Hagenberg und Pregarten liegen alle in einem Umkreis von gut zwei Kilometern. Eine kommunale Nähe, die der Bürgermeister Scheuwimmer nicht weiter ungenutzt lassen will. Motto: Aus drei mach eins - eine große Stadt, ein neuer Name (Stadt Aist), künftig drei Stadtteile Pregarten, Hagenberg, Wartberg. Keine drei Bürgermeister mehr, auch keine 81 Gemeinderäte. Und nicht mehr drei Amtsleiter, drei Bauhöfe und 19 Ausschüsse in den Gemeinden mit rund 130 Personen. Scheuwimmer schwebt eine zentrale Verwaltung vor. Und Bürger-Servicestellen in den einzelnen Stadtteilen. Doch die Kommunal-Visionen des Bürgermeisters stoßen bis dato zumindest bei einem Partner auf Ablehnung. In Hagenberg, bekannt weit über die Gemeindegrenzen hinaus vor allem durch die Fachhochschule und den Software-Park, befürchtet man von politischer Seite einen Imageverlust. Anders der Kooperationswille in Wartberg. Dort ist man für die Idee sofort zu haben.

Nur auf Wunsch

In anderen Bundesländern sind Gemeinde-Zusammenlegungen kaum ein Thema. In Kärnten plant man eher, im Bereich der Infrastruktur zusammenzuarbeiten. Auf Wunsch können sich jedoch Gemeinden zusammenschließen, meint der Kärntner Gemeindereferent Josef Martinz (ÖVP). Und auch in Tirol sind Gemeindezusammenlegungen aktuell kein Thema. (mro, stein, ver, DER STANDARD, Printausgabe, 9./10.7.2011)

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14 Postings
IOVIS
00
30.10.2011, 00:27
Chance einer vorbildlichen neuen Großstadt im Spannungfeld Linz-Budweis/Freistadt-Enns-Steyr

Angesichts dessen, dass die drei Gemeinden starken Bevölkerungszuwachs erleben, wäre eine Optimierung der Verwaltung und Entwicklungsplanung auf städtischem Niveau nur Wünschenswert.

Im Zuge dessen gehört als zweiter Schritt auch die Infrastruktur ausgebaut: Ausbau/Verlegung der Mühlkreisbahn über Enns und Mauthausen nach Aist; Neubau Bahnhof Aist; Haltestellen im OT Wartberg und Hagenberg (nächst dem Softwarepark), Ausbau der B309 und B123 zwischen Aist und Steyr zur Schnellstraße S35; Schaffung einer neuen Siedlungsachse von Steyregg bei Linz Richtung Aist in ressourcenschonender, nachhaltiger Weise... Fertig ist die Großstadt. Hier muss das Land OÖ und Linz mit den Aister Gemeinden an einem Strang ziehen

-_-
00
die Hagenberger Bürgermeisterin (ÖVP)

hat wohl Angst ihren Job zu verlieren...

che ernesto himmelfreundpointner
00
18.8.2011, 21:06
mich wundert,

dass nicht viele gemeinden in kärnten, die sich in grenznähe befinden, mit einer steirischen, tiroler oder salzburger gemeinde fusionieren wollen. das würde sie schlagartig aus dem fpk-sumpf retten.

http://www.zpa.at
20
11.7.2011, 10:25
Freistadt, Perg, Rohrbach, Urfahr-Umgebung

genügen als Verwaltungseinheiten,

- für die derzeitigen Gemeinden würde der Status der "Katastralgemeinde" hinlänglich genügen.

aereo
00
19.8.2011, 10:57

Bezirksverwaltungen (genau die 4) gibts ja eh. Dein Vorschlag würde die gesamte Gemeindeebene auflösen. Finde ich nicht gut.

armin delmenhorst
 
00
10.7.2011, 14:52
Warum gehen dann nicht

zumindest die 2 Gemeinde zusammen? Wäre zumindest ein Anfang.

dieDritteGeneration
00

Auf einer Fläche von 62,3km² hätten die Gemeinden zusammen 11.653 Einwohner: Platz 58 der größten Gemeinden Österreichs, Platz 12 in Oberösterreich.
Vergleichbar etwa mit Waidhofen, Wals, Knittelfeld, Rankweil, Ried oder Zwettl.
Die nächstkleineren Gemeinden in OÖ wären Ried und Enns, die nächstgrößeren Vöcklabruck, Marchtrenk und Gmunden.

der letzte leser
01

Das Problem wäre, dass die einzelnen Siedlungsgebiete in der Hügellandschaft weit voneinander verstreut liegen würden. In Vöcklabruck, Ried, Gmunden etc. gibt es ein zusammenhängendes Siedlugnsgebiet, in diesem Fall wäre die Umstellung rein organisatorisch.

bloody-nine
 
02
10.7.2011, 20:27
von hagenberg nach pregarten

(ortskern bis ortskern) sinds ca 1.5 km, die siedlungsgebiete sind de facto zusammengewachsen. von pregarten nach wartberg gehts 1 km einen hügel rauf, der bereich dazwischen ist weitgehend verbaut.
service-stellen in den bisherigen gemeinden würden absolut reichen.

der letzte leser
02

"Großstadt" halte Ich in diesem Fall für arg übertrieben.

.::.wanderfalke.::.
 
00
Für Mühlviertler Verhältnisse ist das eine Großstadt,

dieses Mal ohne Anführungszeichen.

spitzenkandidat.2.0.
00
Auch wenn die Stadt nur knapp über 10.000 Einwohner hätte.

wäre dann die Gemeinde bzw. Stadt mit der höchsten Zahl an Einwohnern im ganzen Mühlviertel (und das besteht immerhin aus 4 Bezirken mit 122 Städte und Gemeinden)!

FS4 - the science channel
02
11.7.2011, 09:48

Eine Großstadt hat aber definitionsgemäß trotzdem 100000 oder mehr Einwohner. ;)

Mazzesinsulaner
 
03

wer weiterhin getrennt sein will, muss es zahlen.

Vorschlag:

Für Zwecke der Verteilung der Ertragsantteile der Steuern, welche an die Gemeinden gehen, gelten solche Gemeinden als zusammengelegt. Der fiktive Gemeindeverband bekommt daher weniger als die 3 Gemeinden früher bekommen haben.

Wenn das fehlende Geld nicht reicht, muss eben tatsächlich zusammengelegt werden oder es wird eine Zusatzsteuer eingehoben, die die Mehrkosten abdeckt.
Spätestens dann, wann das eigene Geldbörsel wichtiger als ein Schrebergartendenken ist, gehts auf einmal.

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