150 in Armee eingegliederte Rebellen müssen Untersuchungen abwarten
Addis Abeba/Kinshasa - Nach dem Vorwurf von Massenvergewaltigungen
hat sich ein Militärführer in der Demokratischen Republik Kongo den Behörden
gestellt. Rund 100 Frauen aus der Provinz Süd-Kivu hatten Oberst Nyiragire
"Kifaru" Kulimushi und seine Soldaten im vergangenen Monat beschuldigt, sie
sexuell missbraucht zu haben. Kulimushi ergab sich gemeinsam mit 150 seiner
Leute, wie der britische Sender BBC am Freitag berichtete. Es handele sich um
Rebellen, die in die Armee eingegliedert worden seien.
Die Männer sollten so lange in einer Armeebasis bleiben, bis das
kongolesische Militär und UN-Mitarbeiter ihre Untersuchungen zu den Vorwürfen
abgeschlossen hätten, hieß es. Seit Ausbruch der Unruhen vor 16 Jahren ist Osten
des zentralafrikanischen Krisenstaates berüchtigt für weit verbreitete und
oftmals höchst brutale Vergewaltigungen von Frauen und jungen Mädchen.
Im vergangenen Jahr hatte ein UN-Gesandter den Kongo als
"Vergewaltigungs-Zentrale der Welt" bezeichnet. Erst vor wenigen Tagen hatten
die Vereinten Nationen mitgeteilt, dass Massenvergewaltigungen immer wieder als
Kriegswaffe eingesetzt worden seien und deshalb als Verbrechen gegen die
Menschlichkeit und als Kriegsverbrechen einzustufen seien. (APA)