Militärführer stellt sich nach Massenvergewaltigungen

8. Juli 2011, 16:50

150 in Armee eingegliederte Rebellen müssen Untersuchungen abwarten

Addis Abeba/Kinshasa - Nach dem Vorwurf von Massenvergewaltigungen hat sich ein Militärführer in der Demokratischen Republik Kongo den Behörden gestellt. Rund 100 Frauen aus der Provinz Süd-Kivu hatten Oberst Nyiragire "Kifaru" Kulimushi und seine Soldaten im vergangenen Monat beschuldigt, sie sexuell missbraucht zu haben. Kulimushi ergab sich gemeinsam mit 150 seiner Leute, wie der britische Sender BBC am Freitag berichtete. Es handele sich um Rebellen, die in die Armee eingegliedert worden seien.

Die Männer sollten so lange in einer Armeebasis bleiben, bis das kongolesische Militär und UN-Mitarbeiter ihre Untersuchungen zu den Vorwürfen abgeschlossen hätten, hieß es. Seit Ausbruch der Unruhen vor 16 Jahren ist Osten des zentralafrikanischen Krisenstaates berüchtigt für weit verbreitete und oftmals höchst brutale Vergewaltigungen von Frauen und jungen Mädchen.

Im vergangenen Jahr hatte ein UN-Gesandter den Kongo als "Vergewaltigungs-Zentrale der Welt" bezeichnet. Erst vor wenigen Tagen hatten die Vereinten Nationen mitgeteilt, dass Massenvergewaltigungen immer wieder als Kriegswaffe eingesetzt worden seien und deshalb als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Kriegsverbrechen einzustufen seien. (APA)

Kowosch
 
01
10.7.2011, 17:52

Wie kam der Oberst eigentlich zu seinem Nom de Guerre "Kifaru" (= Nashorn in Kisuaheli, das auch im Ostkongo gesprochen wird)? Etwa gar durch jene Vergewaltigungen?

Doch viel interessanter wäre noch eine Information, warum der sich nun ergeben hat. Ganz freiwillig? Immerhin klingt das ja nach Ansätzen einer funktionierenden Strafverfolgung und Rechtsstaatlichkeit in jenem ewig gebeutelten Land. Sehr erfreulich!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.