Wien will Kasernen für Wohnbau erwerben

8. Juli 2011, 16:40
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    foto: apa/rieder

    Ein Drittel der Wohnflächen der Hamburger "HafenCity" sind dem geförderten Wohnbau vorbehalten. Allerdings liegen die gedeckelten Mieten teils über Wiener Niveau, und sie haben auch ein Ablaufdatum.

Wohnbaustadtrat Ludwig anlässlich eines Besuchs in Hamburg: "Wien-Aspern darf nicht Hafencity werden"

Hamburg/Wien - Wien will nicht mehr benötigte Bundesheerkasernen im Stadtgebiet erwerben und diese für den geförderten Wohnbau nutzbar machen. Das sagte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) im Gespräch mit Journalisten am Rande eines zweitägigen Hamburg-Besuchs mit Stadtentwicklungsexperten.

Besonders gut angebundene Heeresareale hätten großes Potenzial, ein diesbezügliches Interesse habe man bereits bei Verteidigungsminister Norbert Darabos deponiert. Details, ab wann und in welchem Umfang dadurch neuer Wohnraum entstehen könnte, ließ sich der Stadtrat allerdings nicht entlocken. Schließlich stehe noch gar nicht fest, welche Kasernen das Bundesheer letztendlich überhaupt veräußern werde.

Soziale Durchmischung

Ludwigs Resümee über den zweitägigen Besuch in der Hansestadt viel kurz und knapp aus: Wiens Seestadt Aspern dürfe nicht Hamburgs Hafencity werden - zumindest im Hinblick auf den sozialen Wohnbau. Die Hafencity, mit 157 Hektar das größte innerstädtische Erweiterungsvorhaben Europas, beinhalte zwar manche Aspekte, die man bei der Entwicklung des früheren Flugfelds aufgreifen könne, sagte Ludwig vor Journalisten. Die Wohnprojekte seien aber vorrangig finanzkräftigen Bürgern vorbehalten.

Wien gehe hier bezüglich der sozialer Durchmischung bewusst einen anderen Weg, betonte der Stadtrat. Die Pläne für das teils bereits bebaute Areal in Hamburg, das im Westen durch das eindrucksvolle Konzerthaus "Elbphilharmonie" markiert werden wird, seien architektonisch und bezüglich der Öko-Nachhaltigkeit sehr interessant. Zusätzlich bleibt das Gebiet frei von Einkaufszentren. Vielmehr wird auf kleinere Einzelhandelsflächen gesetzt - eine Sache, die auch für das ehemalige Flugfeld interessant sein könnte, betonte Ludwig.

Im Hinblick auf leistbaren Wohnraum habe man jedoch viele Flächen für das Luxussegment und große Konzerne - etwa für das Unilever-Headquarters - reserviert, beklagte der Ressortchef. In Aspern setze man dagegen auf einen ausgewogenen Mix aus freifinanziertem und gefördertem Wohnbau, der leistbare Mieten garantieren soll.

Gedeckelte Mieten nur für 15 Jahre

Laut Jürgen Bruns-Berentelg, Geschäftsführer der Hafencity Hamburg GmbH, ist rund ein Drittel der Wohnflächen sehr wohl dem geförderten Wohnbau vorbehalten. Allerdings liegen die gedeckelten Mieten teils über Wiener Niveau und laufen - im Gegensatz zur Bundeshauptstadt - nach 15 Jahren aus. Ein Umstand, der in Hamburg generell auch dazu führe, dass sich Bewohner die Miete nach Ablauf der Frist plötzlich nicht mehr leisten könnten, verwies Ludwig etwa auf aktuelle Probleme im Stadtteil St. Pauli. Die Lage werde in der Hansestadt insofern noch verschärft, als jährlich nur 300 geförderte Wohnungen hinzukämen, während Wien pro Jahr 6.000 Einheiten errichte.

Die Hafencity erstreckt sich entlang der Elbe und wird Hamburgs City um 40 Prozent erweitern. Im Endausbau sollen hier 12.000 Menschen wohnen und 45.000 Leute arbeiten. Zum Vergleich: Die Seestadt ist 240 Hektar groß, hier sollen bis 2028 je 20.000 Personen leben und arbeiten. Die Ausschreibung der ersten Bauträgerwettbewerbe startet im Herbst, bis Ende 2013 sollen die ersten Anrainer - gleichzeitig mit Fertigstellung der U2-Verlängerung - einziehen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 30
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valtheWU
00
13.7.2011, 17:24
noch ein vergleich:

wien wird in 10 jahren (im stadtgebiet) mehr einwohner als hamburg haben, dadurch (wieder) zweitgrößte stadt in DACH. meine prognose.

violavioletta
 
01
12.7.2011, 13:21
im 14. bezirk

stehen zb genug areale vom BH leer....die ganze steinbruchstraße bis zum alten zeisswerk...

Jukebox
40
12.7.2011, 09:38
Kasernen?

Wieviele gibt es denn noch im Stadtgebiet Wien, die wirklich verwertbar wären? Macht nicht mal 1% des jährlichen Wachstums an zusätzlichem Wohnungsbedarf aus.

Den Sozis ist zuzutrauen, dass sie die Rossauer-Kaserne schleifen würden, um einen häßlichen Kobel hinzustellen.

edson arantes do nascimento
00
27.7.2011, 20:55
schwarz und blau

würden.........

angelvoices
05
11.7.2011, 13:11
man braucht sich nicht zu fürchten, daß Reiche

Aspern stürmen...

Arbeit für die Zensur
00
10.7.2011, 20:54

Der Vorschlag ist gut wenn man es nicht so dumm macht wie die Salzburger Politiker(innen). Den Kasernengrund zuerst in das Ausland verkaufen lassen (BIG) und dann den Baugrund teuer vom Ausland zurück kaufen.

Adam Markus
05
10.7.2011, 18:51

Wäre eh mal wieder an der Zeit dass die Stadt Wien selbst baut, ich vermute aber, dass sie das Land Kaufen, dann an die Privaten "Sozialbaufirmen" verschenken und sie auch noch mit Geld zudecken wird, nur damit am Ende die Mietpreise wieder am oberen Ende der Skala angesiedelt sind.

Das mit den kleiner strukturierten Flächen ist aber gut, schließlich ist es Wahnsinn wenn Menschen an Ort A wohnen, an Ort B arbeiten und an Ort C einkaufen/ amüsieren. Zusammen mit der vorherrschenden Architektur führt das zu unbewohnbaren Ghettos extrem viel Verkehr und Geisterstädten aus Beton. Moderne und dennoch lebenswerte Städt sind etwa Berlin und Tel Aviv. Weg von den freistehenden Plattenbauten und zurück zum klassischen dicht bebauten Straßenbild!

violavioletta
 
01
12.7.2011, 13:24
und die privaten...

sozialbaufirmen bekommen die förderungen noch und nöcher von der stadt wien und subventionierte bauverträge damit sie dann in neubauwohnungen billigen laminat, billige kunststoffenster und billigen teppich/pvc und billigste fliesen/amaturen etc reingeben :-) so läufts ab in wien...

mief quirl
12
10.7.2011, 18:13

Na hoffentlich tut der Herr VM da dem Parteikollegen Bürgermeister nicht einen kleinen Gefallen bzw. des Kaufpreises den dann der Bestbieter Sozialbau Wien bezahlen wird, gell?

Kondratjew -Zyklus
 
00
10.7.2011, 05:11
Was macht Ludwig mit den bombensicheren Start- und Landebahnen ?

Briefmarkenkleber
00
12.7.2011, 12:09
Was tragen die Matrosen.

MarieAntoinette
13
10.7.2011, 18:26

Derbysichere Fußballfelder.

Kohlhaas1
54
Aber natürlich sollen Top Projekte den Zahlungskräftigsten zukommen.

Und ide sollen top zahlen.
Ich seh nicht ein warum einer für eine gute Wohnung viel zahlen soll und jemand der gar nichts oder nur wenig beitragen kann eine top Lage geschenkt bekommen soll.
Die Gemeinde sollte überhaupt nicht mit dem Steuergeld der Privaten Immobilienfirmen als deren Konkurrenz auftreten und den Markt so negativ beeinflussen dürfen.

Jakob Egger
04
10.7.2011, 12:41

Aspern ist aber kein privates Immobilienprojekt. In Aspern steckt ein Riesenhaufen öffentliches Steuergeld.

Warum genau sollten da jetzt nur private Immobilienentwickler davon profitieren? Warum sollte ein Haufen Steuergeld dafür rausgeworfen werden um ein Villenviertel aus dem Boden zu stampfen? Das macht ja keinen Sinn!

Kohlhaas1
20
13.7.2011, 15:59
Nun könnte man die öffentlich Fläche wohl verkaufen und damit das Defizit der Gemeinde Wien senken ?

Ausserdem würden durch die erhöhten Grundstückspreise auch höhere Erwerbsteuern anfallen die wieder dem Staatssäckel zugute kämen.
Bezieher von Grundsicherung kann man auch entlang einer Autobahn ansiedeln. Das ist von den Kosten für Grund und Boden günstiger .

Jakob Egger
00
13.7.2011, 16:04

Ist das ernst gemeint oder versteh ich Ihren Humor einfach nicht?

Kohlhaas1
00
13.7.2011, 17:51
Sozialleistungsbezieher oder Sozialesoteriker ?

Jakob Egger
01
28.7.2011, 14:38

Also glauben Sie dieses Märchen wirklich? Dass man das Defizit verschwinden lassen kann, wenn man nur genug öffentliches Eigentum verkauft? Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass dann irgendwann kein öffentliches Eigentum mehr da ist? Dieses Spielchen funktioniert vielleicht zwei, drei Jahre, und dann kommen alle drauf dass das Nulldefizit langfristig ein Mordsdefizit ist. Obwohl, alle kommen nicht drauf. Siehe Ihr Posting oben.

Christian Mathias Sand
 
03
10.7.2011, 02:49

Sie vergessen, dass die durch das freie Spiel der Marktkräfte entstandene Segregation erheblichen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Schaden verursachen kann.

ei padauz
16
10.7.2011, 00:10

Schaun sie sich Detroit an. So sieht eine "Stadt" aus, wenn man sie lange genug den Kräften des Marktes überlässt.

Kohlhaas1
32
10.7.2011, 09:41
Schauen sie sich die ostdeutschen Städte VOR der Rückkehr des freien Marktes an.

So siehts aus wenn man das den sozialen Kräften überlässt.
Nix gegen sozialen Wohnbau. Aber dann bitte auf jenen Flächen denen man Steigerungen nicht zutrauen kann. Also so billig wie möglich und ohne grosse Perspektiven.
Grundstücke am Wasser oder sonstigen Top Lagen sollen den Zahlungskräftigen vorbehalten bleiben.
Und die Ghettostruktur den Schwachen.
Einfach eine rein komerzielle Überlegung, nachdem´s ja um Steuergeld also Bürgergeld geht.

Andreas Prucha
00
29.7.2011, 04:52

Eben *weils* ums Steuergeld der Bürger geht, ist das ziemlicher Blödsinn. Warum soll mit Steuergeldern "bürgerfeindliche" Projekte finanziert werden? Der Durchschnittsbürger hat keinerlei Vorteil von hohen Mieten, warum sollte er also öffentliche Wohnbauprojekte wollen, die keinen dämpfenden Effekt auf die Mietpreise haben?

Johannes Oetztaler
01
na max ritz

kein einkommen, keine miete;
so werde ich das machen.

Süffisant
37

Die Hafencity mit Aspern zu vergleichen ist ziemlich dämlich.
Die Hafencity ist nicht nur geographisch im Zentrum Hamburgs, sondern es ist schon mittlerweile Teil des touristischen und kulturellen Zentrums.
Aspern wird dagegen immer nur letzte Ausfahrt vor Bratislava bleiben, ganz egal was man dort hinbauen wird.
Die Ansprüche der beiden Stadtentwicklungsgebiete sind genau entgegengesetzt, ein Vergleich ist beinahe unmöglich!

DITC101
01
10.7.2011, 12:03

wobei man auch sagen muß, dass die hafencity extrem steril ist und außer ein paar cafe's an der elbe gibt es dort nichts. ich hab keinen einzigen supermarkt weit und breit gesehen.

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