Angewandte Velosophie

  • Pryor Dodge: "Faszination Fahrrad", € 40,- / 224 S., Delius Klasing 
Verlag 2011
    foto: delius klasing verlag

    Pryor Dodge: "Faszination Fahrrad", € 40,- / 224 S., Delius Klasing Verlag 2011

Aufwändig gestaltet, liebevoll illustriert und basierend auf Sammlungen internationaler Museen wird die Entwicklung des Rades beschrieben

Auch abseits globaler Medienevents alias "Tour de Pharmacie, Giro d'Anabolica oder Tour d'Epo" herrscht Interesse am Radsport. Doch noch größer als am passiven Konsum ist das Interesse am aktiven Betreiben desselben. Der Musiker, Tänzer und Historiker Pryor Dodge trägt diesem Umstand mittels eines umfassenden Werkes Rechnung: Faszination Fahrrad beschreibt aufwändig gestaltet, liebevoll illustriert, basierend auf Sammlungen internationaler Museen, die historische Entwicklung des Rades.

Erfinder des Zweiradprinzips, Synonym für Balance und Sportlichkeit, war Karl Friedrich von Drais. Nachdem er schon 1813 die "Fahrmaschine", einen vierrädrigen, fußkurbelbetriebenen Wagen, der bis zu vier Personen transportieren konnte, erfunden hatte, folgte 1817 die "Laufmaschine": Sie bestand nur aus einem hölzernen Langbaum mit gepolstertem Sitz, Bremse und zwei Rädern. Als Weiterentwicklung folgte das Veloziped - oft kunstvoll verziert mit Enten- oder Adlerkopf -, mit drei und vier Rädern, betrieben durch Pedale; Erfinder dürfte Pierre Lallement gewesen sein.

Wunderschön präsentiert Dodge auch exzentrische Modelle wie Hoch- und Dreiräder, technische Innovationen wie die Levocyclette (erste Gangschaltung), Coventry Rotary Tricycle, Federrahmen, Whippet-Rahmen, gesellschaftliche Komponenten sowie sportliche Aspekte und das Fahrrad in der Kunst. Ein grandios mit historischen Fotos, Plakaten und Zeichnungen bebildertes Kaleidoskop. (Gregor Auenhammer/DER STANDARD/Automobil/08.07.2011)

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