Schwechat - Ein Bauvorhaben am Flughafen Wien in Schwechat ist nun
einen kleinen Schritt vorangekommen. Laut dem im Juni fertiggestellten Gutachten
gilt die geplante dritte Piste als umweltverträglich, bestätigte Gottfried
Krassa, Leiter der NÖ Umweltbehörde, der APA einen Bericht der Tageszeitung
"Presse" vom Freitag. Zahlreiche Auflagen und Projektänderungen sind dafür aber
Bedingung.
Bis 25. August liegt das Gutachten in den Anrainergemeinden und in der
Umweltbehörde nun zur Einsicht auf. Von 29. August bis mindestens 7. September
findet dann die mündliche Verhandlung darüber statt. "Wenn alles 'normal
problemlos' verläuft, kann es zu Jahresbeginn 2012 einen Bescheid geben",
schätzte Krassa vorsichtig. Egal wie dieser aussehe, werde das Verfahren aber
mit Sicherheit in die nächste Instanz gehen. Je nach Grund für den Einspruch
werde sich eine rechtskräftige Entscheidung - erfahrungsgemäß - daher noch um
weitere drei bis 18 Monate verzögern, erklärte er.
Insgesamt waren 36 amtliche und private Sachverständige auch aus dem Ausland
im Rahmen dieses Großprojekts für die NÖ Umweltbehörde tätig. Auch wenn deren
Gutachten nun positiv ausfällt, sei noch nicht abzusehen, ob dies auch der
endgültige Bescheid sein werde, betonte der Behördenleiter. Über die
Forderungen, Änderungen und Auflagen der Experten müsse man schließlich erst
diskutieren.
"Wir schätzen, dass es einen Bescheid erster Instanz mit Jahreswechsel geben
könnte", hoffte auch Flughafen-Sprecher Peter Kleemann. Die tatsächlichen Kosten
für die dritte Piste ließen sich aber genauso wie der Baubeginn und in Folge
Zeitpunkt der Fertigstellung erst abschätzen, wenn ein rechtskräftiger Bescheid
vorhanden und die nötigen Auflagen für Abfallchemie, Abwasserentsorgung,
Luftgüte und Brandschutz genauso wie Deponietechnik, Flugsicherung und
Naturschutz bekannt seien.
Wann der Airport dann tatsächlich mit dem Bau der Piste beginnen würde, steht
noch in den Sternen. Selbst wenn es einen positiven Bescheid gibt, wolle man
nämlich zuerst noch einmal die aktuelle Verkehrssituation und -entwicklung
evaluieren, um einen günstigen Zeitpunkt für die Errichtung zu wählen, kündigte
Kleemann an. Allerdings: "Dass wir die dritte Piste brauchen, ist für uns
klar". (APA)