Sünkel: "Pädagogische Unis kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen"
Wien - Strikt gegen die Aufwertung von Pädagogischen
Hochschulen (PH) zu Pädagogischen Universitäten im Zuge der Reform
der Lehrerausbildung hat sich der Präsident der
Universitätenkonferenz (uniko), Hans Sünkel, Donnerstag Abend vor
Journalisten in Wien ausgesprochen. Der Rektoren-Chef sprach von
einem "fehlgeleiteten Ehrgeiz" einiger PH, eine Umwandlung in Unis
wäre eine "Duplizierung vorhandener Kapazitäten", die man sich
angesichts der beschränkten Mittel absolut nicht leisten könne.
Er verstehe schon, "dass Landeskaiser aus welchen Gründen auch
immer Interesse haben, auch eine Universität in ihrem Bundesland zu
haben", aber "Pädagogische Universitäten kann ich mir beim besten
Willen nicht vorstellen". Es habe keinen Sinn, Dinge zu wiederholen.
Vielmehr müsse man im tertiären Sektor darauf schauen,
Doppelgleisigkeiten abzubauen. Aus diesem Grund kann sich Sünkel
vorstellen, dass die PH als "Schools of Education" in Universitäten
eingegliedert werden, "so wie ich mir auch vorstellen kann, dass
Fachhochschulen ein Teil von Universitäten werden können".
"Niveau nach unten"
Sünkel fürchtet weiters, dass durch die neue Lehrerausbildung
"das
Niveau nach unten korrigiert wird", was "absolut kontraproduktiv"
wäre. In Finnland etwa könnten nur die Besten der Besten Lehrer
werden. Ein Master-Abschluss wäre nach Meinung des uniko-Chefs für
alle Pädagogen wünschenswert, zumindest aber für die Sekundarstufe
unbedingt notwendig. "Alles, was länger ist als drei Jahre, ist
besser", kommentierte Sünkel den Vorschlag der Expertenkommission,
die Bachelor-Ausbildung für Pädagogen auf vier Jahre anzusetzen,
"fünf Jahre wären aber besser".
Als "versäumte Chance" sieht Sünkel, dass das diese Woche
beschlossene Qualitätssicherungsgesetz nicht für die PH gelte. Damit
gebe es im tertiären Sektor eine "unterschiedliche Behandlung
qualitativer Art". Auch eine Zusammenarbeit von zwei Einrichtungen
mit völlig unterschiedlichem Status kann sich Sünkel nicht
vorstellen. Denn die zum Wissenschaftsministerium ressortierenden
Universitäten sind autonom, während die dem Unterrichtsministerium
unterstellten PH Dienststellen des Bundes sind. "Zwei Einrichtungen
mit völlig anderen Rahmenbedingungen miteinander spielen zu lassen,
ist nicht möglich", so Sünkel. (APA)