Was Mieter wollen: Den Ansprechpartner im Haus

7. Juli 2011, 19:23
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Alles nur halb so schlimm - wenn man weiß, wen man im Fall des Falles anrufen kann

"Wenn man weiß, wen man im Fall des Falles anrufen muss und wer sich einer Angelegenheit annimmt, ist offensichtlich jedes Problem nur halb so schlimm." - Bei der Buwog hat man das nun quasi auch amtlich: In einer Umfrage unter den eigenen gewerblichen Mietern gaben 91 Prozent an, ihren Kundenbetreuer namentlich oder persönlich zu kennen. Dabei bestehe eine hohe Korrelation zwischen Mieterzufriedenheit und Bekanntheit des Kundenbetreuers.

"Rasche Beantwortung von Fragen, rasche Behebung von Problemen und rasche Erledigung von Mieterwünschen ist das mit Abstand wichtigste Kriterium für die Beurteilung der Arbeit der Hausverwaltung", und wenn dies funktioniert, ist das auf dem Weg zur Zufriedenheit der Büro- oder Gewerbemieter praktisch schon die vielgerühmte "halbe Miete". Allerdings werde im gewerblichen Bereich von größeren Mietern eine 24-Stunden-Hotline für Problemfälle mittlerweile ohnehin schon vorausgesetzt, heißt es in einer Aussendung der Buwog Facility Management GmbH. "Wer von der EDV-Hotline bis zum Pizzadienst jede Dienstleistung rund um die Uhr bekommt, kann auch verlangen, dass der Facility Manager ebenfalls jederzeit erreichbar ist und Probleme sofort erledigt werden", meint Geschäftsführer Erich Fuchs.

Der Hausmeister ... 

Daraus lässt sich folgern: Je schneller die Ansprechperson die Probleme meistern soll, desto näher am Objekte sollte sie angesiedelt sein.

Dass sich auch die Wiener Mieterinnen und Mieter wohler fühlen, wenn sie einen leicht erreichbaren Ansprechpartner haben, hat schließlich auch die Volksbefragung im Vorfeld der vergangenen Wiener Landtagswahl gezeigt. 81,67 Prozent der Teilnehmer votierten für ein neues Wiener Hausbesorgergesetz, wollten also den Hausbesorger zurück.

Aus der daraufhin angepeilten bundesweiten Lösung wurde allerdings bekanntlich nichts, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) leitete die Auferstehung der Hausmeister schließlich auf Wiener Ebene, und da nur im Einflussbereich der Stadt Wien - also bei den Gemeindewohnungen -, in die Wege. 

... als Spiegel des Objekts

Insbesondere die Immobilienwirtschaft verhinderte damals eine breiter aufgestellte Wiedereinführung. Dabei kann gerade die von einem guten Hausmeister mächtig profitieren, wie der deutsche Immobilienmanager Klaus Fürstenberg jüngst im Gespräch mit derStandard.at (siehe dazu auch hier) bekannte: Wenn er nach neuen Kaufobjekten für seine Firma ZBI Ausschau hält, sieht er sich bevorzugt den Hausmeister an - das sei sein "ganz besonderes Steckenpferd". Denn: "Ein Haus steht und fällt mit einem guten Hausmeister, der vor Ort das Haus managt." Keiner kenne die Geschichte eines Objekts so gut wie der Hausmeister; von dem bekomme man auch immer die besten Informationen.

Natürlich gibt es auch schlechte Hausmeister. Aber gerade in diesem qualitativen Unterschied scheint - so paradox es klingen mag - wiederum ein Vorteil für die Manager der Immofonds und Wohnungsgesellschaften dieser Erde zu schlummern. Fürstenbergs präzise Beobachtungen ließen in ihm nämlich nicht erst einmal den Schluss zu, dass manche Objekte schlicht und ergreifend genauso aussehen würden wie - der Hausmeister. Und in solchen Fällen müsste man dann theoretisch vor dem beabsichtigten Kauf das Objekt gar nicht mehr anschauen - es würde reichen, den Hausmeister eingehend zu betrachten, um zu wissen, wie das Objekt aufgestellt ist. So einfach könnt's manchmal sein.  (Martin Putschögl, derStandard.at, 7.7.2011)

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    Sturmschaden? Call the Hausmasta!

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