Nach VfGH-Spruch

Uni-Gebühr: SPÖ sieht Chance auf endgültiges Aus ab 2012

7. Juli 2011, 18:18
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    foto: apa/neubauer

    VfGH-Präsident Gerhart Holzinger kippt die Regelung zu den Uni-Gebühren. Die SPÖ überlegt, diese einfach auslaufen zu lassen. Die ÖVP will hingegen ein neues Modell vorlegen.

Der Verfassungsgerichtshof kippt die Regelung zu den Studiengebühren - Die Reparaturfrist läuft 2012 ab, wenn sich die Koalition bis dahin nicht einigt, sind die Gebühren Geschichte

Wien - "Die strategische Situation für die SPÖ hat sich deutlich verbessert", freut sich der Bundesgeschäftsführer der SPÖ, Günther Kräuter, über das Urteil des Verfassungsgerichtshofes (VfGH).

Dieser kippt die Regelungen zu den Studienbeiträgen, mit denen die Gebühren im Jahr 2008 de facto abgeschafft wurden. Der Grund: Das nunmehr aufgehobene Gesetz regle nicht präzise genug, wann Studienbeiträge zu bezahlen sind und wann nicht, erklärte VfGH-Präsident Gerhart Holzinger am Donnerstag. Das Gesetz regelt die Gebühren nach Studienabschnitten - ab einer gewissen Studienzeit muss gezahlt werden. Derzeit zahlen etwa 15 Prozent der Studenten.

Studienabschnitte gibt es aber nur noch bei Diplomstudien, die Regelung betreffe also ein "Auslaufmodell", sagte Holzinger. Bis 29. Februar 2012 hat die Regierung nun Zeit, die Regelung zu reparieren. Studenten, die nicht innerhalb der vorgegebenen Frist studieren, müssen bis zum Auslaufen der Frist 2012 weiterhin Gebühren zahlen.

Allerdings: Einigt sich die SPÖ-ÖVP-Koalition bis Februar 2012 nicht auf eine neue Regelung, muss niemand mehr Studiengebühren zahlen. Damit haben sich "die Karten für die SPÖ sicher nicht verschlechtert", sagt Kräuter zum Standard.

Zwar sei diese Option nur eine von mehreren, es sei aber auch eine, die die SPÖ näher an ihr Ziel bringe. Und das lautet: "Wir wollen die Studiengebühren abschaffen." Der Justizsprecher der SPÖ, Hannes Jarolim, sieht sich an den Fall der Erbschaftssteuer erinnert. Der VfGH hatte die Regierungseinigung 2007 gekippt, die ÖVP das Auslaufen der Frist abgewartet - die Erbschaftssteuer ist seit Sommer 2008 Geschichte. "Naturgemäß hat sich die Lage der SPÖ durch das Urteil verbessert", sagt Jarolim. Es sei zwar nicht angedacht, die Frist beabsichtigt auslaufen zu lassen, aber "die Option besteht natürlich".

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) geht davon aus, dass "die SPÖ an konstruktiven Gesprächen interessiert ist". Er will eine neue Regelung, die das aktuelle "Flickwerk" ersetzt. Töchterle betont, dass "die Einhebung von Studiengebühren selbst vom VfGH nicht infrage gestellt wird". Er plädiert für "eine solide, neue und umfassende Regelung". Auch ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager will eine neue Regelung: "Schließlich empfiehlt auch die OECD die Wiedereinführung von Studienbeiträgen." (Saskia Jungnikl, DER STANDARD; Printausgabe, 8.7.2011)

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Fast Anonym
00
Uni-Politik

Sollte heißen Uni/Politik! Das gehört getrennt so, dass Politiker (vorallem Övp) kein Mitspracherecht haben und die Unis sich wirklich selbst und unabhängig von Bund/Land und jedem profilierungssüchtigen "Wissenschaftsminister" verwalten können.

trollvottel
00

Die SPÖ hat die Studiengebühren maßgeblich mit gestaltet; sie hat ihre VSStÖ-Studis jahrzehntelang schamlos belogen -- und zugleich kein einziges Mal den Studentenhasser und Architekten der derzeitigen Universitätsvernichtung, Sigurd Höllinger, zurückgepfiffen.

IMO sollte es heißen "Unigebühren: SPÖ sieht Gefahr von endgültigem Aus".

[Noch widerlicher ist übrigens nur die offen bildunsfeindliche ÖVP, deren Studierendengruppe AG den Studenten ins Gesicht lügt, unabhängig zu sein *ausspuck*]

per verser
00

die övp richtet diesen staat zugrunde, faymann nickt es ab. deshalb bin ich in meinen postings so ausgesprochen wütend. aber so ist das nun einmal, wir müssen uns mit dem ende abfinden.

i-tüpfelchen-reiter
00
wie war das damals bei der schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer, als die der VfGH gekippt hat?

bin nur neugirig, ob die spö auch da jetzt wieder umkippt

(wenn sie gescheid sind - aber das bezweifle ich bei politikern ja prinzipiell - dann verknüpfen sie die beiden forderungen: entweder studiengebühren + erbschafts-/schenkungssteuer oder gar nichts)

reunion
34

Damit ist auch das letzte Murks-Gesetz von SPÖ/FPÖ/Grüne vor der Wahl Geschichte.

smea_gol
00
11.7.2011, 09:50

jaja, die övp macht ja sooooo tolleeeee gesetze.

erkelteter tiger
22

die trotteligen ausnahmen haben wir ja der fpö zu verdanken,

Bluediver
00
Nicht ganz

Denn ohne dieses Murks-Gesetz gäbe es bis heute Studiengebühren. Dank dem Gesetz haben erstens die Studenten (abgesehen von Ausnahmen) die letzten Jahre bereits keine Gebühren zahlen müssen. Zweitens werden die Studiengebühren ebenfalls dank dem Gesetz nun vermutlich komplett fallen.

the bugger_off
17
viele von euch schreiben solchen mist...

wir haben kein ur-super stipendien system, und es gab auch kein ur-super gebühren-befreiungs-system. es gibt nämlich auch noch andere gründe als kinder-kriegen, selbst-krank sein, oder bundesheer um länger zu brauchen - aber die gelten oder galten nicht als befreiungs grund. und wenn jemand nicht mal eine krankenversicherung hat, wie soll er /sie sich dann bitte wegen krankheit befreien lasssen? und die soziale staffelung..geh bitte! da reicht ein elternteil der gut verdient -mit dem man nix zu tun hat- und es ist wurscht dass das andere ein arbeitsunfähiger mindestpensionist ist.
ABGESEHEN VON ALL DEM: kann mich unter keiner studien gebühren regelung darann erinnern dass es mehr lehrende, geringere studierendenzahlen pro prof. bessere inf

stretfordender
51
keine Krankenversicherung?

so gut wie jeder Österreicher hat eine Krankenversicherung.
Wennst noch nicht arbeitest, bist selbstverständlich bei den Eltern mitversichert.

the bugger_off
01
eben "so gut wie" jeder

ist eben nicht jeder.
1 beispiel:
.)von vornherein nicht stipendienfähig, obwohl kein geld von familie zur verfügung. ergo: von anfang an joben
.)immerwieder aus gründen der pflege eines erwachsenen (also nicht mutterschaft und kind bis 7 jahre oder eigene behinderung) semesterlang kein weiterkommen im studium möglich ergo: semester anzahl schon 2 mal überschritten
.)kein platz in lehrveranstaltungen dh. wieder mehr semester am buckl +studiengebüren,dh.noch mehr jobben weniger uni
.)keine anstellung sondern selbständiger verdienst von paar 100ern/monat, mitversicherung aus, selbstversicherung mindest tarif 80 euro (nur krankenv.!)
.)studenten haben keinen anspruch auf ams oder sozialamt bleibt also nur uni abbrechen oder dann wenn ma zum ar

stretfordender
20
LOL wer gibt da rot???

das ist die Wahrheit. Jedes Kind ist in Österreich krankenversichert!

Pe Sa
20

jo, das ist richtig.
auch wenn man zu alt für eine mitversicherung ist (27 glaube ich) muss man eben notstandshilfe oder in wien die mindestsicherung beantragen, oder sich beim arbeitsamt melden. dann ist man auch wieder versichert

the bugger_off
01
verdammt noch mal, falsch:

studenten kriegen das alles nicht, haben keinen anspruch. entweder studieren und irgendwie durchschlagen oder abrechen um ams/ sozialhilfe -fähig zu sein, so schauts aus. trotz wiedrigster umstände versuchen was aus sich zu machen wird hierzulande bestraft. und es gibt noch andere leute die zwar arbeiten und steuern zahlen und nicht studieren und trotzdem nicht versicherungsfähig sind durchfallen. wer nichts geerbt hat oder reiche eltern und selbständig arbeitet muss sich das versichern erstmal leisten können...und da rechnet man dann eher so: jedes monat 80euro für 2mal/jahr arzt oder sparbuch und den zahnarzt bar zahlen, sonnst gesund bleiben und keinen unfall haben!!!

the bugger_off
00

..und denn stress halt mal aus ohne psychopharmaka ;)
adios amigos, ich bereit jetzt was vor für meine studienplanleitung die 1200 fälle wie meinen hat....

stretfordender
00
viel Erfolg!

the bugger_off
03

infrastruturen, mehr seminarplätze oder sonnst was gab. und man muss/te auch dann weiter zahlen wenn man gar KEINEN einzigen platz in einer plichtlehveranstaltung bekommen hat! -und prä punkte system bei der anmeldung hing die von glück und der geschwindigkeit der internetverbindung ab! -aber wer sich nicht die schnellste internetverbindung leisten kann, sich um einen behinderten erwachsenen kümmert und aus selbständiger arbeit nur so schlecht verdient dass es nichtmal versicherungspflichtig ist, ist halt selbst schuld. ned wor?

Der Schronk
19
Diese Egoismus und Neid

Ist schwer auszuhalten. Wollen wir mehr oder weniger gut ausgebildete Menschen in Österreich? Ein Student kriegt gar kein Geld vom Staat. Keine Sozialbeihilfe. Nur die Chance auf eine Ausbildung, die im Gesamtpaket verdammt noch mal Überlebenswichtig für ganz Österreich ist. Als ob das soziale Gleichgewicht nicht schon unfair genug wäre. Studiengebühren sind ein Tropfen auf dem heißen Stein, die das Studium nur sinnlos erschweren.

Der Schronk
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Diese Egoismus und Neid

Ist schwer auszuhalten. Wollen wir mehr oder weniger gut ausgebildete Menschen in Österreich? Ein Student kriegt gar kein Geld vom Staat. Keine Sozialbeihilfe. Nur die Chance auf eine Ausbildung, die im Gesamtpaket verdammt noch mal Überlebenswichtig für ganz Österreich ist. Als ob das soziale Gleichgewicht nicht schon unfair genug wäre. Studiengebühren sind ein Tropfen auf dem heißen Stein, die das Studium nur sinnlos erschweren.

derales
22
die zahlenden Deppen an den FHs

Unviersitätsstudiengänge sehen nach wie vor arrogant auf Fachhochschulen herab.

Im Gegensatz zu ihren universitären Gegenstücken, zahlen Studenten an Fachhochschulen weiterhin ALLE ihre Studienbeiträge. Das kratz niemanden. Weder Faymann noch Kräuter noch sonst irgendwen.

So weit zur sozialen Gerechtigkeit in unserer Republik. So weit zu ernst gemeinten Versprechen ihrer vermeintlichen Führungskaste.

kuschelwuschel
00

Unwahr, was Sie da schreiben. FH-Erhaltern ist das Einheben von Studiengebühren freigestellt. An der FH Joanneum und einigen weiteren zahlen Sie keine Studiengebühren.

derales
00
danke für den input, da war ich schlecht informiert

ich jedenfalls, habe gezahlt. jedes semester bis zum ende.

Fast Anonym
00

An der FH entscheidet der FH-Erhalter betreffend der Einhebung von Studiengebühren, nur 6(!) von 20 FHs in Österreich verzichten auf die Studienebühren von ca. 370 Euro/Semester.
"Gegenwärtig werden von der FH Joanneum, FH Burgenland, dem BMLV, der FH Vorarlberg, FH Kärnten und der FH Oberösterreich keine Beiträge eingehoben. Daher bezahlen etwa 37 % der FH Studierenden keinen Studienbeitrag." (http://www.fachhochschulen.ac.at/de/fh_stu... gebuehren)
Damit sind beinahe 2/3 der österreichischen FH-Studierenden weiterhin von Studiengebühren betroffen...

cannery row
01
und..

hackeln daneben weiter und schliessen meist in mindestzeit ab, zumindest fünfzig prozent. da gibts echt keinen grund, arrogant zu sein.

moejoe000
02

Das stimmt nicht, dass alle FH-Studenten Studienbeiträge zahlen: zB die FH OÖ hebt überhaupt keine Studienbeiträge ein.

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