Wikileaks: US-Botschaft lobbyierte gegen Mindestlohn-Erhöhung

7. Juli 2011, 16:55
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    foto: ap/ramon espinosa

    Hoher Besuch: Ex-US-Präsident George W. Bush in einer haitianischen Textilfabrik

In Haiti werden Marken-Kleidungsstücke gefertigt - Näherinnen verdienen 20 Cent pro Stunde

550 haitianische Gourdes am Tag (knapp zehn Euro) braucht laut einer Studie aus dem Jahr 2008 eine dreiköpfige Familie in Haiti zum Überleben. Die Textilindustrie, die hauptsächlich den US-Markt beliefert, zahlte bis vor kurzem neun Gourdes pro Stunde.

Im Juni 2009 beschloss das haitianische Parlament die Einführung eines Mindestlohnes in Höhe von 200 Gourdes pro Tag. Die Maßnahme löste bei der Unternehmerschaft empörte Reaktionen aus: unter diesen Bedingungen sei man nicht konkurrenzfähig, Betriebe müssten geschlossen werden, Arbeitsplätze seien gefährdet.

Von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte Dokumente belegen nun, dass sich auch die US-Botschaft in Port Au Prince bemühte, das Gesetz zu verhindern: "Ein sichtbarerer und aktiverer Einsatz (des damaligen Präsidenten, Anm.) Prévals wird entscheidend sein, um die Angelegenheit der Mindestlöhne zu lösen" schrieb Botschafterin Janet Sanderson am 10. Juni 2009 nach Washington.

Ihr Kollege Thomas C. Tighe warnt in einer Depesche vom 17. Juni 2009 davor, dass die Erhöhung des Mindestlohnes die Überlebensfähigkeit der Branche gefährde und warnte vor drohenden Fabrikschließungen.

Präsident Préval überzeugte schließlich das Parlament, das Gesetz kurzfristig abzuändern: eine Sonderregelung für die Textilindustrie gestand dieser Branche zu, lediglich 120 Gourdes pro Arbeitstag zu bezahlen. (bed)

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Walter J. Ferstl
01
19.7.2011, 20:33
Einige Links zu Seiten, die Vergehen von Konzernen dokumentieren:

Holding Corporations Accountable
CorpWatch | Labor
http://www.corpwatch.org/section.php?id=184

Sweatshops.
Economic action to end sweatshop and forced child labor.
http://www.greenamerica.org/programs/... weatshops/

Human Rights Watch | Wirtschaft
http://www.hrw.org/de/catego... c/business

Human Rights Watch | Waffen
http://www.hrw.org/de/catego... topic/arms

Publikationen:

Billig um jeden Preis: Wie ungerechter Handel Armut schafft
http://www.oxfam.de/publikati... ut-schafft

Klaus Werner, Hans Weiss:
Das neue Schwarzbuch Markenfirmen
Die Machenschaften der Weltkonzerne
http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteint... &pagenum=1

()
00
17.7.2011, 09:43

"Die Textilindustrie, die hauptsächlich den US-Markt beliefert, zahlte bis vor kurzem neun Gourdes pro Stunde"

"Im Juni 2009 beschloss das haitianische Parlament die Einführung eines Mindestlohnes in Höhe von 200 Gourdes pro Tag"

"eine Sonderregelung für die Textilindustrie gestand dieser Branche zu, lediglich 120 Gourdes pro Arbeitstag zu bezahlen."

Wäre interessant wie viele Stunden die am Tag durchschnittlich arbeiten.
Bei 14 Stunden am Tag hätten sie mit der 9 Gourdes pro Stunde Regelung mehr bekommen.

x x3
00
18.7.2011, 12:43
[Bei 14 Stunden am Tag hätten sie ... mehr bekommen]

Bist du einfach nur zynisch oder was willst du uns damit sagen?

yasujiro
00
29.7.2011, 14:55
Sie koennten auch 61.1 Std/Tag arbeiten

dann haben sie die neoetigten 550 Gourdes.

Carlito336
19
14.7.2011, 17:07
Tolles Engagement der USA,

damit Haiti arm bleibt.
So lange andere ärmer sind als die eigene Bevölkerung, kann das die US-Politik noch als Erfolg verkaufen.

DerSepp
00
11.7.2011, 10:28
Mehr davon:

http://www.utopia.de/

http://www.ecoshopper.de/

Die Macht bewußt einzukaufen und damit mittelfristig ökologisch und moralisch vertretbare Produkte in den Regalen zu finden hat jeder einzelne von uns.
Allein die Bequemlichkeit hindert uns daran...

Martin.H.
01
Verantwortung und Macht des Kunden

es gibt möglichkeiten diese art der ausbeutung und sklaverei nicht zu unterstützen.

http://www.fairtragen.de/

leider ist die auswahl immer noch dürftig.
und das vertrauen in die zertifikate bzw. siegel muss auch vorhanden sein.

kugelmugel
00
15.7.2011, 12:47

genau das ist meiner meinung nach das problem...

"und das vertrauen in die zertifikate bzw. siegel muss auch vorhanden sein."

ich habe keinerlei vertrauen in irgendein zertifikat oder siegel. ich halte das wie mit den statistiken: vertraue nur jener statistik, die du selbst gefälscht hast.

Martin.H.
00

ein weisses rundkragen-t-shirt wie von h&m, fair und bio! um 5,89 EUR / Stk. !!

wer suchet der findet!

http://www.memo.de/Bueroarti... =group.jsp

über:

http://www.fairtrade.at/produkte/... hbegriffe=

sanginius
00

und gleich daneben hängt das Leiberl für 1.90

Wicked Vienna
00

Ich darf sowas nicht lesen, weil eine unvernüftige Aussage beim nächsten Einkauf in einem beliebigen Textilgeschäft nicht ausgeschlossen werden kann.

mitch2
00

weil die verkäuferin bestimmt die böseste nutzniesserin von allen ist und es ihr einmal gesagt werden muß?

NaWerSagtsDenn
016
....unter diesen Bedingungen sei man nicht konkurrenzfähig...

Nehmen wir an, die Näherin in Haiti näht in einer Stunde 30 T-Shirts. Das ergibt bei 30 cent Stundenlohn 1 cent Lohnanteil pro Shirt.

Das H&M T-Shirt (z.B.) kostet bei uns € 4.95 (Sale!).

Würde es € 4,99 kosten, könnte die Näherin mit dem 4-fachen Lohn nach Hause gehen.

KÖNNTE !

Leider würde aber - aus Konkurrenzgründen - das T-Shirt um 4.99 niemand mehr kaufen ???
ODER EHER:
Der Einkaufsmanager des H&M Konzerns würde das T-Shirt nicht mehr dort kaufen, weil er die Zielvorgaben (= Prämien) damit verfehlt ?

ANNOnymus
02
10.7.2011, 22:22

Mit ihren 30 shirts liegen sie noch weit drunter , ich weis das es in Biliglohnländern gang und gebe ist von Näherinnen 600 bis 700 Jeans am tag zu verlangen bei etwa 19 Stunden Arbeitszeit .

die "guten" sind nicht die guten sondern nur die mit guter Manipulationstechnik und starkem Einffluss!

Euroumrechner
09

Interessant zu erfahren wäre wo und bei welchen Themen bei uns die US-Botschaft oder sogar der CIA interveniert.

Apocalypse
00
12.7.2011, 07:39

Medien...

Zwei Und Vierzig
01

OMV Verträge mit dem Iran?
Nambucco Pipeline?

Eisenstaedt
00

gar nicht, wenn man die eineinhalb dokumente über ö als referenz nimmt. wenn ich mich richtig erinnere, war der us-botschafter enttäuscht, dass er ö keinen zugang fand, da ö offensichtlich nichts von den usa wollte/will.

Der_Klingone
015

Ein alter Hut. Alle wissen es. Alle finden es verwerflich. Keiner tut was dagegen. Wieso? Einfache Milchmädchenrechnung: Damit einer mehr hat muss wer anderer zwangsläufig weniger haben.

Wicked Vienna
00

Dabei könnte jeder gleich viel haben. Aber das wollten dann doch auch wieder viele nicht.

_valina
00
...Dabei könnte jeder gleich viel haben...

aber das wäre bösester und übelster kommunismus!!!
gott bewahre uns!

...und würde meine prämien (und die damit erworbenen billigprodukte mit überteuertem labelnamen) gefährden!

Rot/Grün Farbsehschwächling
01
Kann mir jemand sagen, wie man derartige Ausbeutung nicht unterstützen kann?

ich weis schon, keine Produkte aus diesen Ländern oder Firmen kaufen, aber woher nehm ich diese Informationen? Es kann ja durchaus sein, dass die Rohstoffe "fair trade" angebaut und geerntet werden und dass auch die Menschen die daran beteiligt sind fair entloht werden.
Aber was mache ich, wenn der Rohstoff, dann unter ausbeuterischen Bedingungen weiterverarbeitet werden?

Ich weis wirklich nicht was ich da machen soll?

lemon1
00

nur mehr dirndlkleidl, lederhosen u.ä. aus heimischer produktion ;), da fallen auch die Transportkosten aus Übersee weg.

:
00

ich kaufe manche sachen im 2nd hand laden. das geht bei legeren dingen recht gut. eine gute lösung ist das auch nocht nicht, aber es ist ein anfang. es ist wirklich nicht einfach. wie weiter unten steht, ist individualtourismus auch eine gute möglichkeit, devisen ins land zu bringen.

im endeffekt werden nur internationale regeln zur verhinderung von ausbeutung helfen. wer sich nicht dran haelt, kommt vor gericht.

Dagmar Rehak Wien
 
22

selbst nähen
gebraucht übernehmen bzw. weitergeben
altes Gewand reparieren
Das sind glaub ich die einzigen Methoden, sowas wirklich sicher nicht zu unterstützen.

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