Venusberg am Inn

7. Juli 2011, 17:22
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Die Tiroler Festspiele Erl spielen drei Wagner-Opern und Kammermusik - eröffnet wird am Samstag mit "Tannhäuser"

Erl - Eineinhalbtausend Einwohner hat Erl aktuell, dazu Gasthäuser, Kirche, Kühe. Seit gut einem hal-ben Jahrhundert gibt es dort auch ein gewaltiges Passionsspielhaus, welches wiederum auf einen Eid zurückzuführen ist, den die Erler im 17. Jahrhundert abgelegt haben, als sie an Kühen deutlich ärmer und an Leid deutlich reicher waren.

Hat's was genützt? Aber ja. Denn zu Wohlstand und Passionsspielhaus kam 1998 noch Gustav Kuhn dazu und gründete just in dem Kuhdorf an der bayerischen Grenze ein "Festival der Auseinandersetzung", die Tiroler Festspiele Erl. Hauptsächlich setzt man sich in Erl, so viel dürfte mittlerweile bekannt sein, mit dem Opernschaffen Richard Wagners auseinander.

An den vier Festspielwochenenden gibt es in diesem Sommer eine Dreistationenfahrt durch den Wagner-Kosmos zu erleben: Tannhäuser (9., 18., 29. 7.), Die Meistersinger von Nürnberg (15., 23. 7.) und Parsifal (22., 31. 7.). Wie immer wird der bärtige Festspiel-Gründervater das Orchester der Kuhn'schen Accademia di Montegral leiten (es ist auf der Bühne hinter der Szene platziert), und wie immer werden sich die Sängerinnen und Sänger nicht nur nach seinen musikalischen, sondern auch nach seinen szenischen Anweisungen richten.

An den ersten vier Tagen der Woche gibt es in Erl, fast schon traditionell, ein Kammermusikkonzert (montags), ein Konzert mit Pianist Davide Cabassi und dessen Freunden (dienstags), einen Liederabend (mittwochs) und eine Art Freispiel im Gasthaus Blaue Quelle (donnerstags) zu erleben. Mit dabei unter anderen: das Minguett Quartett, Franui und der famose Harfenist Antonio Ostuni. Am 31. Juli bimmelt die Pausenglocke zum letzten Mal.  (Stefan Ender / DER STANDARD, Printausgabe, 8.7.2011)

  • Am Eröffnungswochenende singt, sündigt und bereut "Tannhäuser": 
Rita-Lucia Schneider als Venus.
    foto: t. benz

    Am Eröffnungswochenende singt, sündigt und bereut "Tannhäuser": Rita-Lucia Schneider als Venus.

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