Neue Regierung gewann Vertrauensabstimmung

7. Juli 2011, 15:30

Mikati trotz Hisbollah-Ablehnung für Zusammenarbeit mit Hariri-Tribunal

Beirut - Das libanesische Parlament hat am Donnerstag der neuen Regierung von Ministerpräsident Najib Mikati das Vertrauen ausgesprochen. Das Kabinett, dessen Bildung fünfmonatige Verhandlungen vorausgegangen waren, wird von der schiitischen Hisbollah und deren Bündnispartnern dominiert. Nach dem Votum der Abgeordneten in Beirut erklärte der Premier, dass seine Regierung in Befolgung der Beschlüsse des Weltsicherheitsrates mit dem UNO-Sondertribunal zur Aufklärung des Mordes an Ex-Regierungschef Rafik Hariri zusammenarbeiten werde.

Die pro-westliche Opposition unter Hariris Sohn Saad hatte Mikati zur uneingeschränkten Kooperation mit dem in den Niederlanden etablierten Gerichtshof aufgefordert. Andernfalls werde man an das Ausland appellieren müssen, die Regierung zu boykottieren, weil sie UNO-Beschlüsse missachte, erklärten die Führer des Bündnisses "Kräfte des 14. Februar". Die von Saad Hariri angeführte Allparteienregierung war im Jänner an dem Streit um das Tribunal zerbrochen.

Haftbefehle

Die vier vom UNO-Tribunal ausgestellten Haftbefehle, die der Justiz in Beirut übermittelt wurden, richten sich alle gegen Mitglieder der Hisbollah. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte in einer Fernsehrede am vergangenen Samstag eine Auslieferung von Anhängern an das Tribunal kategorisch ausgeschlossen. "Dieses Tribunal ist ein amerikanisches und israelisches Gericht, wir lehnen es ebenso ab wie alles, was von ihm kommt", sagte er. Die Frage der Auslieferung ist in dem multikonfessionellen Land gesellschaftlicher Sprengstoff.

Rafik Hariri wurde bei einem Bombenanschlag im Februar 2005 in Beirut zusammen mit 22 weiteren Menschen getötet. Ursprünglich hatte sich der Verdacht auf eine syrische Urheberschaft konzentriert. Syriens Militär zog sich nach der "Zedernrevolution", die durch den Mord ausgelöst wurde, im Frühjahr 2005 nach 29-jähriger Präsenz aus dem Libanon zurück.

Der Iran und Syrien, die die Hisbollah unterstützen, haben die Glaubwürdigkeit des Sondertribunals in Zweifel gezogen. Es sei ein "politisches Instrument ohne Ehre", dessen Beschlüsse bedeutungslos seien, hatte der iranische Parlamentsvorsitzende Ali Larijani erklärt. "Dieses Gericht ist dermaßen ehrlos, dass niemand seinen Entscheidungen Bedeutung beimisst", meinte der Parlamentschef.

Israel hat nach Einschätzung der UNO exzessive Gewalt gegen unbewaffnete libanesische Demonstranten eingesetzt. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon erklärte in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Bericht an den Sicherheitsrat, israelische Soldaten hätten Mitte Mai scharfe Munition gegen die Demonstranten eingesetzt, die versuchten, den Grenzzaun zu durchbrechen. Nach Schätzungen der UNO-Friedensmission hätten zwischen 8000 und 10.000 Demonstranten an den Protesten teilgenommen, die meisten seien friedlich geblieben. Etwa 1000 Menschen seien jedoch auf den israelischen Grenzzaun zugegangen.

Der Libanon und Israel befinden sich völkerrechtlich im Kriegszustand. Die Hisbollah hatte die 34-tägige israelische Libanon-Offensive im Sommer 2006 mit der Gefangennahme von zwei israelischen Soldaten provoziert und 4000 Raketen auf Nordisrael abgefeuert. Aus dem Konflikt mit mehr als 1200 libanesischen und 160 israelischen Toten ging sie politisch gestärkt hervor. Nach Einschätzung des israelischen Militärgeheimdienstes sind die Kapazitäten der Hisbollah inzwischen wesentlich stärker als vor der israelischen Offensive 2006. (APA)

Georg Schütt
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2006 treibt die Hisbollah den Libanon in einen Krieg mit Israel.

2008 putscht sie in Beirut.

2010 lässt sie eine Regierung platzen.

2011 will sie die neue Regierung zwingen, geschlossene intern. Vereinbarungen zu brechen.

Wann begreifen die Leute endlich, dass nasrallah kein Retter ist, sondern eine Plage, der den Libanon zu seiner persönlichen Geisel macht?

C 802
 
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IDF Kampfposter georg schütt

Macht sich Sorgen
um den Libanon.
Lassen Sie das Ihre Vorgesetzten
nicht sehen!

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