Unis müssen sich um Mittel bewerben - FH bekommen 10 Mio. Euro für Ausbau von Studienplätzen
Wien - Die Universitäten können sich ab Mitte September um zusätzliche Mittel für Massenfächer und Studien aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) bewerben. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle stellt ihnen für 2011 und 2012 jeweils 20 Millionen Euro zusätzlich an Offensivmitteln zur Verfügung. Umgerechnet in "Uni-Währung" sind das 310 Professuren pro Jahr, so der Minister am Donnerstag bei einem Hintergrundgespräch.
Mittel müssen beantragt werden
Damit werden erstmals Mittel aus jenem Topf ausgeschüttet, aus dem die Unis zwischen 2011 und 2015 jährlich 80 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt bekommen. Töchterle will allerdings jährlich nicht die gesamte Summe vergeben, sondern einen Teil "in Hinblick auf Budgetengpässe" für spätere Jahre aufheben. Das Geld soll gezielt dabei helfen, Probleme in Massenfächern zu mildern, gerade auch in Hinblick auf den mit Herbst erwarteten Zuwachs bei deutschen Studenten. Gleichzeitig sollen die "gesellschaftlich und wirtschaftlich wichtigen" MINT-Fächer gefördert werden. Ein "wünschenswerter Nebeneffekt" wäre dabei laut Töchterle, wenn es zu einer Umverteilung der Studenten auf jene Fächer komme, "wo auch noch Platz ist".
Die Mittel müssen von den Unis beantragt werden und werden im Wettbewerb von einer Expertenkommission vergeben. Ziel ist es, mit Ende Oktober mit der Auszahlung zu beginnen. Das Geld ist u.a. gedacht für bessere Betreuung der Studenten, stärkeren Praxisbezug in den MINT-Fächern (etwa Praxisangebote für Studenten), Infrastruktur für die forschungsgeleitete Lehre, Hardware und Software für Lehre und Studienadministration, befristete Übernahme von Personal-, Miet- und Betriebskosten oder Weiterbildung in Fachdidaktik.
Auch Fachhochschulen bekommen mehr Mittel
2011 fließen neben den 20 Mio. Euro für die Unis auch zwölf Mio. Euro in die Finanzierung von Overheads durch den Forschungsfonds FWF, also jene Nebenkosten, die Unis und Forschungseinrichtungen bei geförderten Forschungsprojekten entstehen. Dazu kommen weitere zwölf Mio. Euro, die Anreize für verstärkte Kooperationen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen untereinander und mit der Wirtschaft bilden sollen.
Außerdem bekommen die Fachhochschulen erstmals die ihnen versprochenen 10 Mio. Euro zum Ausbau von Plätzen. Bis 2015 sind zehn von den 80 Mio. Offensivmittel pro Jahr für die FH reserviert, im Vollausbau sollen diese damit rund 1.300 zusätzliche Studienplätze einrichten. Töchterle erhofft sich dadurch eine Entlastung der Unis sowie eine Stärkung der MINT-Fächer, die an vielen FH einen Schwerpunkt bilden. In Summe werden damit heuer 54 Mio. Euro zusätzlich vergeben. (APA)