Österreich

Post will bald klimafreundlich zustellen

7. Juli 2011, 12:38
  • Artikelbild
    foto: apa

    Bessere Routenplanung, mehr Zustellung zu Fuß - das ist nur ein Teil der Maßnahmen.

Sechs Milliarden Sendungen werden jährlich zu den Kunden gebracht, in Zukunft werden Briefe, Pakete und Werbung CO2-neutraler transportiert

Wien - Jährlich stellt die Post in Österreich rund sechs Milliarden Sendungen zu, mehr als 200.000 Kilometer legen die Mitarbeiter dafür jeden Tag zurück. "Insgesamt 10.000 Menschen sind täglich unterwegs und umrunden hierbei fünfmal die Erde", sagte Georg Pölzl, Generaldirektor der Österreichischen Post, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. All diese Sendungen sollen künftig gänzlich klimaneutral zugestellt werden.

In Summe emittiert die Post im Zuge ihrer Geschäftstätigkeit rund 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Insgesamt 40.000 Tonnen entstehen durch den Betrieb der Gebäude und Verteilzentren, weitere 40.000 Tonnen im eigenen Fuhrpark und die übrigen 20.000 Tonnen durch Partnerunternehmen. Die Kompensation dieser Emissionen soll durch Einsparungen sowie durch nationale und internationale Klimaschutzprojekte erfolgen. Den Großkunden will die Post künftig auch ein eigenes "CO2 Neutral-Zertifikat" ausstellen.

Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) begrüßte das Projekt: "In modernen Industriestaaten ist es entscheidend, mit neuen Technologien und weniger Energie mehr zu bewegen". Lob für das Konzept der Post gab es auch von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP): "Sie hat mit der Initiative 'CO2-neutral zugestellt' eine Pionierrolle übernommen". Zudem hält der Minister ein energieautarkes Österreich bis zum Jahr 2050 für machbar. "Es ist unsere Pflicht, auf Effizienz und erneuerbare Energie zu setzen", erklärte er.

Drei Schritte zu mehr Effizienz

Umgesetzt werden soll das Klima-Konzept in drei Schritten. Die erste Maßnahme steht unter dem Motto "Vermeiden und Effizienz steigern". Eine Optimierung der Gebäudeflächen soll helfen, CO2-Emissionen zu vermeiden. Die Effizienz soll mittels verbesserter Routenplanung, einem höheren Anteil der Zustellung zu Fuß und Schulungen der Fahrer hinsichtlich umweltschonender Fahrweise gesteigert werden. Der zweite Schritt soll über den Einsatz alternativer Energieformen erfolgen. Hier soll es CO2-Einsparungen beim rund 9.000 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark geben. Derzeit sind bei der Post 265 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Bis zum Jahr 2014 soll diese Zahl auf 1.000 gesteigert werden. Der weitere Fokus liegt auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen und dem Einsatz von mehr Fernwärme. Jene Emissionen, die durch diese Maßnahmen nicht vermieden werden können, sollen künftig mit CO2-Zertifikaten kompensiert werden.

"Wir fördern und fordern mehr Förderungen", rief Pölzl die Politik zu mehr Unterstützung für Klimaschutzinitiativen auf. Bures erwiderte, dass die Regierung in "budgetmäßig schwierigen Zeiten" diese bereits um 50 Prozent erhöht habe. So seien etwa im Verkehrsbereich mit dem Projekt klima:aktiv rund 42 Millionen Euro Fördermittel für 1.800 Partner zur Verfügung gestellt worden. Investitionen von rund 271 Millionen Euro und 3.000 neue green jobs seien das Resultat gewesen. Berlakovich ergänzte: "Wir sind gefordert zu sparen, um uns Förderungen leisten zu können". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
1 2
werwolfi
00

kommt dann dieser wandelnde postkasten mit den kurzen haxen, den uns die werbung vorführt? ;o)

silverfinger
00

mehr leute einstellen die zu fuß zustellen, dann hab ich auch CO2 Einsparung :)

Michael ....
00

>in Zukunft werden Briefe, Pakete und Werbung >CO2-neutraler transportiert
[..]
>"Vermeiden und Effizienz steigern"
Wird wohl in Zukunft so ausschauen ;-)

Bitte holen Sie Ihre Post am Postamt ab, unsere Öffnungszeiten sind von 10:00 bis 11:30.

mard
00
alter hut

das kann ich über www.livepost.at schon lange machen, und nicht nur klimaneutral versenden, sondern sogar auf recyclingpapier.

F.S.K
02
mitarbeiter über leasingfirmen mit dumpinglöhnen abspeisen, dafür aber geld für co2-zertifikate rausschmeißen.

verrückt

Marlon62
22
"...in Zukunft werden Briefe, Pakete und Werbung CO2-neutraler transportiert"

Ich weiß auch, wie die Post das bewerkstelligt: Die Briefträger hatten bisher eine Dienstzeit von 05.30 Uhr bis 14.00 Uhr mit 30 Minuten gesetzlicher Pause. Für die halbe Stunde von 1/2 6 - 6 Uhr bekamen sie einen Nachzuschlag, verdienten dabei trotzdem < 1000 Euro/Monat. Die Dienstzeit beginnt zukünftig erst um 6.00, endet um 14.30. Damit bekommen die Leute noch weniger Geld, können somit weniger essen, wodurch weniger Methangase durch furzen freigesetzt werden. Dafür haben die Aktionäre dann ein bisserl höhere Dividenden, die sie steuerschonend auf irgendwelchen Konten auf Zypern, Isle of Men oder Cayman Islands parken können.

Undertaker89
02
Die müssten ihren Angestellten einfach beibringen,

den Motor nach dem Anhalten abzustellen, und nicht wie üblich 20min laufen zu lassen. Das würde schon EINIGES bringen!

Braunhuber
00
Bis vor 50 Jahren gab Elektroantrieb bei der Post

Heute wäre es schon fein, wenn die Pakete auch zugestellt werden würden. Nicht nur einfach auf der Wiese abgelegt oder im Papierkontainer sicher verwahrt.
Das sind aber wahrscheinlich lediglich individuelle Fehlleistungen der Zusteller.
Ein Lob der Teilprivatisierung!

fizcaraldo
01

So ein Blödsinn. Die wollen einfach nur Sprit sparen. Die Umwelt ist ihnen doch völlig egal.

Blubber bläschen
00
19.8.2011, 11:39
schon mal geschaut...

...was ein e-auto kostet?

klar spart man sprit, aber DAS bekommt man in 10 Jahren nicht rein...

jolo -
13

Dreimal darf man raten: die Umweltmasche muss in ein paar Monaten argumentativ für die nächste Preiserhöhung herhalten. Die Österr. Post ist ein Abzocker-Verein sondersgleichen.

Marlon62
02
Die Österr. Post ist ein Abzocker-Verein sondersgleichen.

Die Aktionäre sind NICHT die Post, aber dafür die wahren Abzocker.

Christian von dem Borne
02
Die Post fährt lieber mit Diesel

Soeben hat die Post 728 Fiat Doblo Cargo gekauft.

Die hätte es aber auch mit Erdgasantrieb gegeben, mit einer Reichweite die für den Postler locker reicht!

Von wegen klimafreundlich, da muss ich echt lachen!

http://www.fiatprofessional.at/Newsartik... s=1:ID:22;

Lalai Dama
16
Ein schlechter Scherz!!

Bis vor etwa 10 JAhren wurde ein Großteil der Post von den Verteilzentren an die Auslieferungspostämter per Bahn völlig CO2-frei zugestellt. Erst die Feinverteilung übernahm der PKW.

Damit wurde nicht nur jede Menge CO2 eingespart, auch so machne Nebenbahn hatte einen Kunden mehr, der ohne Aufwand - lediglich mit einem zusätzlich Postwagen an einem Regionalzug - bedient wurde.

Dann kamen Schwachsinnige auf die Idee, die regionalen Verteilzentren irgendwo auf die grüne Wiese zu stellen und die Post von den Landeshauptstädten in LKW's heranzuschaffen. Und jetzt macht man sich plötzlich über die CO2 - Belastung sorgen?

langsam
11

Na ja, dafür ist heute die Post wenn ich sie vor 17 Uhr am Postamt aufgebe am nächsten Tag am Ziel. Es muss ja immer alles schneller gehen und da kommt die Bahn nicht mehr mit.

Lalai Dama
00
Das war früher auch so

trotz Bahnverteilung kann ich mich nicht erinnern, dass die Post früher wesentlich später das war.

Auch betriebswirtschaftlich ist es mir nicht nachvollziehbar, dass es sinnvoll ist LKW's in der früh 70-150 km zum Verteilzentrum zu schicken, den ganzen Tag dort herstehen zu lassen und dann damit abends retour zu kutschieren.

chg4711
07
Also unser Briefträger

hat eine erstklassige CO2 Bilanz. Der arme Teufel schleppt sich Tag für Tag mit dem Riesenwagen voll mit sinnlosem Werbematerial ab und ist dabei noch freundlich.
Ihm gehört jedenfalls meine Hochachtung. - (Muß ja auch mal gesagt werden.)

systemfehler1
13
Das is´ wie´n Lotto-Sechser:

ein netter Briefträger.

werwolfi
00

ich nähme trotzdem den lottosechser.. ;o)

Emiliano Zapata
 
10
die meisten briefträger sind eigentlich nett

ich hab eher probleme mit den paketzustellern und den mitarbeiterInnen am postamt. manche von denen sind sehr eindeutig beamte - aber auch da sind sehr viele bemühte dabei, die wahrscheinlich wie die sau darunter leiden, dass das management massnahmen setzt, die man nicht unbedingt als kundenfreundlich bezeichnen kann, aber sie stehen in der ersten reihe und müssens ausbaden!

Marlon62
11
Naja,

würden Sie für <1000 Euro täglich hunderte Kilo Papier schleppen und dabei freundliche Nasenlöcher machen, wenn Sie wissen, dass gerade wieder eine Lohnkürzung ansteht?

Übrigens: Meine 3(!) Postler (wurden betriebsintern durch Rayonänderungen innerhalb von 2 1/2 Jahren gewechselt) waren alle immer freundlich.

systemfehler1
00
Für 1000€ täglich

würde ich auch Papier schleppen.

Marlon62
00
Vielleicht sind Sie ein bisserl lesescchwach

"<" bedeutet "weniger als".

Ob Sie dabei stets freundlich waären, haben Sie ja tunlichst nicht beantwortet. Bleibt also die Frage. Warum gehen Sie nicht zur Post? Die suchen so eifrige Leute wie Sie.

systemfehler1
00
Also von Null bis Neunhundertneunundneunzig geht ihre

präzise Angabe.
Um Null würd´ ich auch nix hackeln.

Danke für´s Jobangebot, aber ich bin ausgelastet.

Standardabweichung
00

Ich hab in WIen schon viele freundliche Briefträger erlebt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.