UN-Menschenrechtskommissarin Pillay prangert Gewalt im Drogenkrieg an
Mexiko - In den vergangenen Jahren sind in Mexiko
mindestens 27 Menschenrechtsaktivisten ermordet worden. Dies seien
aber nur die bekannten Fälle aus dem Zeitraum von 2005 bis Mai 2011,
die tatsächliche Zahl liege möglicherweise deutlich höher, sagte der
Chef der Nationalen Menschenrechtskommission Mexikos, Raúl
Plascencia, am Mittwoch (Ortszeit). Viele Angehörige von Aktivisten
würden deren Tod nicht anzeigen oder publik machen, weil sie kein
Vertrauen in die Behörden hätten oder bedroht worden seien. Auch bei
den bekannten Mordfällen seien die Täter so gut wie nie ermittelt und
zur Verantwortung gezogen worden, sagte Plascencia.
Die Menschenrechts-Hochkommissarin der Vereinten Nationen,
Navanethem (Navi) Pillay, brachte bei einem Treffen mit Mexikos
Staatschef Felipe Calderón in Mexiko-Stadt ihre Sorge über die vom
organisierten Verbrechen in dem Land ausgehende Gewalt zum Ausdruck.
Gewalt und Kriminalität würden die grundlegenden Menschenrechte
verletzten, sagte Pillay. Zuvor hatte sie Mexikaner getroffen, die
beim blutigen Drogenkrieg im Land Angehörige verloren hatten. Sie
habe dabei Berichte über "grässliche Gewalt" gehört, sagte Pillay. In
Mexiko tobt ein blutiger Drogenkrieg, bei dem sich rivalisierende
Kartelle gegenseitig bekämpfen. Seit Präsident Calderón bei seinem
Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden des Landes den Kampf
angesagt hatte, kamen mehr als 37.000 Menschen ums Leben. Der
Staatschef hat zur Unterstützung der Polizei 50.000 Soldaten
abkommandiert. (APA)