Der Facebook Gründer beantwortet auf Pressekonferenz Fragen zur Konkurrenz
Auf der Facebook Pressekonferenz am Mittwoch, bei der das soziale Netzwerk die Zusammenarbeit mit Skype zum Aufbau eines Videochats angekündigt hat, wurde Mark Zuckerberg von einem Journalisten gefragt, was er über Google+ denkt. Die Antwort fiel relativ unspezifisch aus. Er meinte, dass schon viele Firmen versucht haben Video Chats aufzubauen, aber der große Vorteil von Facebook ist, dass die Konkurrenz erst das soziale Netzwerk aufbauen muss, damit der Chat auch wirklich funktioniert. Facebook selbst müsse nur noch innovativ sein, da sie mit 750 Millionen Nutzern bereits ein großes Netzwerk haben.
"Killer Feature" Videotelefonie
Das stimmt natürlich, ohne User funktioniert kein Netzwerk, die Frage die sich aber stellt, ist Video Chat tatsächlich ein "Killer Feature"? Auch MySpace hatte einen Video Chat, ebenfalls gemeinsam mit Skype, dieser wurde aber von den Nutzern kaum genutzt. Beim Launch von UMTS war Videotelefonie das ultimative "Killer Feature", es hat sich nie durchgesetzt. Dennoch versuchen Apple mit Facetime, Google mit seinem Gruppenchat Hangout und jetzt auch Facebook gemeinsam mit Skype Videotelefonie zu hypen. Es wird sich zeigen, ob Nutzer sie annehmen.
Gruppen gegen Kreise
Aber Mark Zuckerberg warf nicht nur den neuen Videochat ins Rennen gegen Google+, sondern meinte auch, dass Facebook mit seinen Gruppen ein besseres Feature anbiete als Google+ mit seinen Kreisen. Sein Argument ist, dass Gruppen von wenigen Leuten angelegt werden, aber von vielen genutzt werden. Im Gegensatz zu den Kreisen auf Google+ muss man also weniger Arbeit investieren um seine Freunde und Bekannte in Gruppen einzuteilen. Es reicht ein Klick und man ist Mitglied der Gruppe. Sein Argument baut darauf, dass Nutzer keine Freundeslisten anlegen wollen, womit er zum Teil sicherlich recht hat, allerdings ist es relativ einfach Kreise anzulegen, weshalb man warten muss wie Nutzer die Möglichkeit annehmen.
Nutzerzahlen
Das Argument der Nutzerzahlen muss auch hinterfragt werden. Natürlich hat Facebook viel mehr User als Google+, aber Google hat auch einige Mitglieder über seine anderen Dienste, wie YouTube, Blogger oder Gmail und diesen macht Google den Einstieg in Google+ sicherlich einfach, ein Klick genügt. Nicht zu vergessen ist auch Orkut, das soziale Netzwerk von Google ist zwar in Europa und Nordamerika gefloppt, hat aber in Ländern wie Brasilien oder Indien immerhin 100 Millionen Nutzer.
Facebook ist sicherlich der König unter den sozialen Netzwerken, hat aber mit Google+ scheinbar einen ernstzunehmenden Herausforderer gefunden und das weiß auch Mark Zuckerberg. (soc)