Unternehmensstrafrecht

Prozess gegen ÖBB nach Zugkollision am Matzleinsdorfer Platz

7. Juli 2011, 09:14
  • Artikelbild
    apa-foto: helmut fohringer

    Am 9. Oktober 2009 war eine S-Bahn Richtung Wiener Neustadt versehentlich auf ein Gleis geführt worden, auf dem sich ein Oberbauzug befand.

Staatsanwaltschaft wirft ÖBB unzureichende Sicherheitsvorkehrungen bei Unfall mit 14 Verletzten zur Last

Wien - Nach dem Zusammenstoß einer Schnellbahn mit einem Oberbauzug am Matzleinsdorfer Platz in Wien-Margareten müssen sich die ÖBB am Donnerstag im Straflandesgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Seit der Einführung des Unternehmensstrafrechts sind Strafverfahren nicht mehr ausschließlich an das individuelle Verschulden einer natürlichen Person gebunden. Im gegenständlichen Fall werden den ÖBB unzureichende Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen, die zur Zugkollision geführt haben sollen.

Am 9. Oktober 2009 war eine S-Bahn Richtung Wiener Neustadt versehentlich auf ein Gleis geführt worden, auf dem sich ein Oberbauzug befand, der Schotter zu einer Baustelle bringen sollte. Bei dem Crash wurde der Triebfahrzeugführer des Oberbauzuges schwer verletzt. Der vordere Waggon der S-Bahn-Garnitur entgleiste, 13 Passagiere erlitten leichte bzw. mittelschwere Verletzungen. (APA)

Kommentar posten
21 Postings
raff1
00
deshalb immer

auf Sicht fahren!

UNBEQUEM
00
Welcher Zug wird verurteilt???

oder glaubt wer im Ernst , dass die Direktion verurteilt wird???

Michael Bakunin
00

Die ÖBB, nicht der Zug.

karl65
00

Nein. Aber die ÖBB können einen Strafe zahlen.

UNBEQUEM
03
noch ein größerer Witz!!!

;=) sinnig die Öbb zahlt ne Strafe an den Staat... von der Rechten in die Linke Tasche...Lachnummer!!!

Alles vom Geld des Steuerzahlers... die STA untersucht gegen ihren eigenen Arbeitsgeber dem Staat...

Ich halts nicht aus vor Lachen....Schilda läßt grüßen!!

Weil die Opfer sehen ja keinen Cent von der Strafe als eine Art Schmerzensgeld... das ist ja nicht im Gesetz vorgesehen!

Mork vom Ork
00

lesens einmal nach was Kostenrechnung ist mann ...

hlg
00
unnötig? ;-)

Ceterum Censeo2
00
Auf das kommts bei sonstigen 7 Milliarden Kosten für den/die Steuerzahler/in pro Jahr auch nimma an.

leojus
01

Sie meinen der Steuerzahler, oder?

Wuwu1
00
mittelschwere Verletzungen

ich bitte um Aufklaerung:

1) Welches sind neben "mittelschwer" die anderen Klassifikationen auf der Verletzungs Skala? (Gibts auch eine "mittelleichte" oder "mitteltoedliche" Verletzung?)
2) Was sind die Kriterien fuer "mittelschwer" verletzt?

au contraire
04

1) Daneben existieren noch leichte und schwere Verletzungen, gelegentlich auch "schwerste".

2) Mittelschwere Verletzungen tun mehr Aua als leichte Verletzungen, aber nicht ganz so viel Aua wie schwere. Und DEUTLICH weniger Aua als schwerste.

Deutlicher:
Leichte Verletzungen sind Prellungen, Zerrungen, Stauchungen, Aufschürfungen.
Schwere Verletzungen sind in der Regel mit mehrtägigem Spitalsaufenthalt und Operationen verbunden, insbesondere auch bei Verletzungen innerer Organe.
Mittelschwere Verletzungen liegen dazwischen, also zum Beispiel einfache Knochenbrüche. Dinge halt, die schon recht unangenehm und/oder schmerzhaft sind, aber noch lange nicht lebensbedrohlich.l

Wuwu1
00

Danke, hab was dazu gelernt! alles klar

NFS2124
02

@Redaktion: Bitte das nächste Mal unbedingt einen Link zu den Krankenakten sämtlicher betroffenen Personen mit detaillierter Aufschlüsselung der Verletzungsmuster und Therapievorschläge hinzufügen, auch und vor allem wenn der Unfall schon fast 2 Jahre her ist und es eigentlich im Artikel um etwas völlig anderes geht.

der letzte leser
05

Gibt es solche Prozesse auch gegen Spediteure, deren LKWs in Unfälle verwickelt waren?

Chrifa
07
Verschulden

kann man immer persönlich zuordnen.
Die Krücke, ein Untenehmen vor Gericht zu stellen, wurde ja nur erfunden, um die persönliche Verantwortung höher Gesteller zu vermeiden.
In diesem Falle trifft ja ganz offensichtlich das Verschulden die für die Bauuaufsicht zuständigen Personen.
Beim Verschulden eines "kleinen" Lokführers, Verschiebers oder Fahrdienstleiters ist man bei der Anklage nicht so zimperlich!

hlg
00
manager-einkommens-schutz-bestimmungen...

haben ja eu weit gewisse lobbies ;-)

unterwegs in Österreich
124
Mir geht was ab

15 Minuten sind bereits vergangen und noch kein Posting der Pawlowschen Hunde gegen die ÖBB - die dürften alle im Stau auf der Südosttangente stecken.

01052004
10
aber wo

ich anti-öbbler bin heute einen langen schönen nachmittag "am land" in der laube bei meinem lieblingswirt gesessen und den jungstörchen beim wachsen zugesehen...

da sind mir öbb so was von egal (genauso wie eurokrise, benzinpreis oder ob mann im nächsten winter schlaghosen tragen muß) - die reduzieren sich auf das, was es in wirklichkeit ist: in der jetzigen form und ausprägung unnötig...

nebenerwerbsposter
00

die bahnexperten stecken wahrscheinlich im stau auf einer der diversen sommerbaustellen!

Marlon62
05
Das hängt wohlö damit zusammen,

weil die noch immer auf den Stadtplänen suchen, wo der Matzleinsdorferplatz in Margareten eine Bahnstrecke hat.

Gerhard Schwarz6
 
03

Tatsächlich liegt die Unfallstelle in Favoriten, da die Bezirksgrenze von Margareten entlang der gürtelseitigen Kante der Bahntrasse verläuft.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.