Athens Außen­minister wirbt um Vertrauen

7. Juli 2011, 12:55
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Stavros Lambrinidis - in Wien zu Gast - hofft auf zahlreiche Investoren aus Österreich

Gestern noch in Berlin, am Donnerstag schon in Wien: Stavros Lambrinidis, Griechenlands neuer Außenminister, ist gerade auf Promo-Tour. Er will sich erstens bedanken, zweitens das Bild seines Landes in der europäischen Nachbarschaft ein wenig zurechtrücken und letztlich auch für Griechenland werben. Am Donnerstag traf sich der Grieche mit seinem österreichischen Amtskollegen Michael Spindelegger zu einem Vier-Augen-Gespräch.

"Wir Griechen verspüren tiefe Dankbarkeit für die Solidarität, die uns in Europa zuteil wird", sagt Lambrinidis, als er direkt nach dem Treffen im Wiener Außenministerium mit seinem Amtskollegen vor die Presse tritt. Die griechische Regierung und Bevölkerung müssten nun erhebliche Opfer auf sich nehmen, um zu sparen und aus der Misere herauszukommen. Lambrinidis zeigte auch Verständnis dafür, dass es in Europa auch Wut und Ungeduld gegenüber Griechenland gebe. Griechenland habe seine Verantwortung als Mitgliedstaat der EU in den vergangenen Jahren nicht ernst genug genommen. Das habe man nun aber radikal geändert. Es werde keinerlei Verspätungen oder Verschleppungen beim Sparen geben, verspricht Lambrinidis zudem. Und: "Kein einziger Euro, den die Österreicher in Griechenland investiert haben, wird verloren gehen."

Werben um Investoren

Lambrinidis ist aber auch auf Werbe-Tournee für Investitionen in Griechenland. Im Zuge der anstehenden Privatisierungen gebe es für österreichische Unternehmen jede Menge Möglichkeiten, zu investieren. Der griechische Außenminister kündigt an, dass eine Liste der Unternehmen zusammengestellt werde, die für Investitionen offen seien. Diese würde zu gegebener Zeit über die Wirtschaftskammer Österreich auch an interessierte Firmen weitergeleitet, so Spindelegger. Stavros Lambrinidis versichert auch, dass geneigten österreichischen Investoren keine Steine in den Weg gelegt würden.

Das wichtigste in der jetzigen Situation Griechenlands sei, dass Europa zusammenhalte. "Europa ist nur dann stark, wenn wir an einem Strang ziehen. Wir dürfen den Wert der Solidarität nicht unterschätzen", so Lambrinidis. (rom, derStandard.at, 7.7.2011)

  • Stavros Lambrinidis (l.) trifft Michael Spindelegger in Wien.
    foto: derstandard.at/rom

    Stavros Lambrinidis (l.) trifft Michael Spindelegger in Wien.

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