Windreich AG sichert sich Flächen in der Nordsee und begibt Anleihe
Alternative Formen der Energiegewinnung sind ein Thema, das im Zuge der Atomdebatte auch für Anleger immer interessanter wird. Aktuell bietet die deutsche Windreich AG die Möglichkeit, durch eine Anleihe an einem Offshore-Windpark zu partizipieren. Das Unternehmen aus Stuttgart entwickelt Windparks und setzt vor allem auf Offshore-Anlagen. Mit der Anleihe sollen bis zu 75 Millionen Euro eingesammelt werden.
Die Anleihe ist auch in Österreich zum Vertrieb zugelassen, Banken aus dem Raiffeisensektor, das Bankhaus Sarasin und Vontobel gelten als Vertriebspartner. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre bei einer fixen Verzinsung von 6,5 Prozent pro Jahr. Die Mindestsumme, die investiert werden muss, beträgt 1000 Euro. Damit soll die Anleihe auch für Privatanleger zugänglich gemacht werden, die auf dieses Thema setzen wollen. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 14. Juli - einen Tag später kann das Papier an der Börse Stuttgart gehandelt werden. 2010 hat das Unternehmen seine erste Anleihe über 50 Millionen Euro platziert.
Die Windreich AG plant und betreibt seit 1999 Windparks on- und offshore. Mastermind des Unternehmens ist der 50-jährige Willi Balz - Gründer, Vorstandsvorsitzender und Alleinaktionär.
Strom für eine Million Menschen
Mit dem Windpark "Global Tech 1" vor der deutschen Nordseeküste wagt sich Balz erstmals auf hohe See. 2008 waren alle Genehmigungen für die Anlage zusammengetragen, die jährlich 1,4 Milliarden Kilowattstunden Strom liefern soll. Damit könne der Bedarf von 450.000 Haushalten oder rund einer Million Menschen gedeckt werden, erklärt Balz. Der Großteil der 80 Rotoren werde 2012 am Netz sein. Die volle Leistungsfähigkeit soll Mitte 2013 erreicht sein.
Zudem besitzt das Unternehmen bereits die Baugenehmigungen für die Windparks "Meg 1" und "Deutsche Bucht". 35 Prozent der geeigneten und nutzbaren Flächen in der Nordsee hat sich die Windreich AG laut eigenen Angaben gesichert und ist damit Marktführer. Damit sieht Balz seine große Stunde gekommen. Denn laut Energiekonzept der Bundesregierung soll sich der Anteil des erzeugten Stroms durch regenerative Energien bis 2020 von 17 auf 35 Prozent erhöhen. Davon soll ein Großteil des Stroms offshore erzeugt werden.
2010 brachte Rekordzuflüsse
Im Vorjahr wurde weltweit die Rekordsumme von 211 Milliarden Dollar (148 Mrd. Euro) in grüne Energien investiert - etwa ein Drittel mehr als 2009. China lag mit 48,9 Mrd. Dollar auf Rang eins, wie die Studie "Global Trends in Renewable Energy Investment 2011" zeigt. Das meiste Geld davon wurde in Windparks gesteckt. (DER STANDARD Printausgabe, 7.7.2011)