Küniglberg: Mehr "Bühne", weniger Geld für Künstler

ORF kündigte den Rechteverwaltern an, dass er die Abgeltung für Kunstschaffende um zehn Prozent kürzen will

Wien - Als der ORF Montagabend seinen für Oktober geplanten Kultur- und Infokanal vorstellte, dürfte sich mancher Künstlervertreter gewundert haben: Eine neue "Bühne für Österreich als Kunst- und Kulturnation" kündigte Senderchef Peter Schöber an. Derselbe ORF kündigte den Rechteverwaltern nach STANDARD-Infos nun an, dass er die Abgeltung für Kunstschaffende um zehn Prozent kürzen will - bei mehr Rechten etwa für ORF 3 und die TVthek.

20 Millionen Euro pro Jahr

Ende 2011 läuft der Vertrag des ORF mit der AKM aus. Die größte Urheberrechtsgesellschaft vertritt Autoren, Komponisten und Musikverleger. ORF-Finanzdirektor Richard Grasl bestätigt, dass er die Verhandlungen über den neuen Vertrag eher forsch eröffnete: "Das Gesetz erteilt uns einen Sparauftrag. Dem müssen wir uns auch verpflichtet fühlen, wenn wir einen über viele Jahre laufenden Vertrag verhandeln. Immerhin geht es hier um Größenordnungen von 20 Millionen Euro pro Jahr."

AKM-Generaldirektor Gernot Graninger bestätigt "sehr gegensätzliche" Vorstellungen: "Die Verhandlungen haben erst begonnen, aber wir sind weit auseinander." (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 7.7.2011)

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