Umweltdachverbands-Chef nach Widerstand gegen Staatsgewalt festgenommen

6. Juli 2011, 18:07
43 Postings

Soll Kolporteure attackiert haben

Wien - Unmittelbar vor der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Stadt Wien für seine Verdienste um den Umweltschutz sieht sich der Präsident des Umweltdachverbands, Gerhard Heilingbrunner, mit dem Vorwurf des Widerstands gegen die Staatsgewalt konfrontiert.

"Dienstag, mitten in der Nacht, haben mich Polizisten aus dem Bett geklingelt, mir Widerstand gegen die Staatsgewalt unterstellt, weil ich mich nicht gleich ausweisen konnte - ich war ja in der Unterhose, als ich aufgemacht habe" , erzählt Heilingbrunner die Umstände seiner Festnahme.

Zwei Darstellungen

Ein Polizeijurist habe ihn anschließend zu einem Streit befragt, den er auf dem Heimweg unweit seiner Wohnung im 8. Bezirk mit einem Zeitungskolporteur hatte. Die Darstellungen über den Inhalt dieses Streits gehen weit auseinander.

Laut Polizeibericht habe sich der Umweltschützer zwei Männern gegenüber als Beamter ausgegeben und ihnen die Ausweise abzunehmen versucht. Er hätte sie mit Faustschlägen angegriffen und bedroht. Schließlich hätten die beiden Männer ihn bis zu seiner Wohnung verfolgt und die Polizei dorthin gerufen.

Heilingbrunner bestreitet jede Aggression und die Details: "Es war erstens nur einer, mit dem es Streit gab - dass er mir bis zur Tür gefolgt ist, habe ich erst nachher erfahren." Dass anschließend Polizisten in seine Wohnung eingedrungen sind, hält der Umweltschützer, der selbst Jurist ist, für rechtswidrig - mit der Mitteilung des Polizeijuristen, dass das Verfahren wahrscheinlich eingestellt werde, habe er die Sache für erledigt gehalten. Dass sie an die Öffentlichkeit gebracht wurde, sei "wieder ein Versuch, mir ans Bein zu pinkeln" . (cs, DER STANDARD Printausgabe, 7.7.2011)

  • Gerhard Heilingbrunner
    foto: bmlfuw

    Gerhard Heilingbrunner

Share if you care.