Vizestaatsmeister kam bei Arbeitsunfall ums Leben
Neunkirchen - Die österreichische Rallye-Szene trauert um
Andreas Waldherr. Der aktuelle Vize-Staatsmeister ist am
Mittwochvormittag bei einem Arbeitsunfall in seiner Werkstatt in
Aspang (Bezirk Neunkirchen) tödlich verunglückt. Der 43-jährige
Niederösterreicher wurde offenbar bei Wartungsarbeiten an einem
Fahrzeug erdrückt. Waldherr hinterlässt Gattin Gabriele und den
gemeinsamen Sohn Luca (17), der in KfZ-Ausbildung ist und auch im
Rallye-Team seines Vaters verankert war.
Waldherr betrieb Motorsport seit den frühen 1990er Jahren. Er
startete zunächst im Seat Ibiza Cup, von 1991 bis 1993 bei
Bergrallyes und danach und bis 1996 bei Kart-Rennen, ehe er in den
Rallye-Sport einstieg. 2000 wurde Waldherr Vize-Meister im
österreichischen Dieselpokal und war dann in den Jahren 2001, 2002
und 2003 schnellster Dieselpilot in Österreichs Rallye-Szene.
Von seinen insgesamt 72 Rallyes hat Waldherr drei gewonnen. Im
Vorjahr wurde er mit seinem VW Polo S2000 hinter Serienmeister
Raimund Baumschlager Vize-Staatsmeister. Aber auch die Rundstrecke
war seine sportliche Heimat. Bei den 24 Stunden von Dubai belegte er
2006 Platz drei, 2011 feierte er mit einem Golf TDi einen überlegenen
Sieg in der Dieselwertung.
In der laufenden Staatsmeisterschaft lag der für VW Racing
Austria
fahrende Waldherr nach einigen problembehafteten Rennen nur auf Platz
acht. Beim jüngsten ÖM-Lauf, der Rallye Maribor, hatte der Routinier
wegen Fiebers überhaupt gefehlt.
Zum Unfallhergang war zunächst nur bekannt, dass sich der
Verunglückte laut Feuerwehr alleine in der Werkstatt befand, als es
zu dem Unglück kam. Aus unbekannter Ursache rutschte das Fahrzeug von
einem der Montageblöcke und fiel auf den darunter liegenden Waldherr,
wodurch dieser eingeklemmt wurde. Sein Cousin fand ihn gegen 11.15
Uhr und verständigte die Einsatzkräfte.
Trotz Reanimationsversuchen erlag der Rennfahrer aber seinen
Verletzungen noch an der Unfallstelle, der Notarzt konnte nur mehr
den Tod feststellen. Nach Angaben von "144 - Notruf NÖ" waren neben
Polizei und Feuerwehr auch ein Notarzthubschrauber sowie ein
Rettungswagen im Einsatz.
(APA)