Kritiker

Erhebliche Mehrkosten durch Modulare Oberstufe

6. Juli 2011, 14:00

Einsparungen erst im Vollausbau, davor "erhebliche Mehrkosten zu veranschlagen"

Wien - Aus Sicht der "LehrerInnen für das Bildungsvolksbegehren" ist die Reform der Modularen Oberstufe nicht ohne erhebliche Mehrkosten in den Anfangsjahren möglich. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hatte vorgerechnet, dass durch das Wegfallen von Klassenwiederholungen höhere Personalkosten aufgefangen werden. "Die damit verbundenen Einsparungen werden aber erst im Vollausbau schlagend, bis dahin und ab 2012/13 sind erhebliche Mehrkosten zu veranschlagen", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Die Lehrer zählen als Kostenfaktoren etwa zusätzliches Personal für Lernbegleitung, mehr Zeit für individuelle Beratung der Schüler, Besprechungen der Klassenlehrer und die Organisation individueller Studienpläne auf. Das Budgetrahmengesetz der Bundesregierung sei jedoch restriktiv. "Ohne den Druck einer breiten Öffentlichkeit laufen überfällige Reformen Gefahr, 'kostenneutral' zusammengestutzt zu werden", warnen sie und appellieren, das Volksbegehren zu unterschreiben.

Wie viele Unterstützungserklärungen für die Einleitung des Volksbegehrens gesammelt wurden, wird die Gruppe um den Industriellen und Ex-Vizekanzler Hannes Androsch (SPÖ) erst am Montag (11. Juli) bekannt geben. An diesem Tag sollen die Unterschriften auch im Innenministerium eingereicht werden. Die Eintragungswoche wird dann - je nach Entscheidung des Innenministeriums - zwischen Ende September 2011 und Ende Jänner 2012 stattfinden. (APA)

D/E
03
Interessant finde ich, dass die Ungleichverteilung der Arbeitsbelastung

hin zu denjenigen, die Schularbeitsfächer unterrichten, noch einmal verstärkt werden soll.

Wenn man verlangt, dass Schüler/innen eine ordentliche Lernbetreuung bekommen, muss das entweder von Lehrkräften übernommen werden, die es nicht gibt (weil im Herbst nicht einmal der Regelunterricht abgedeckt werden kann), oder es fallen Überstunden an.

Wer sich dagegen einbildet, man könne diese Arbeit einfach mit ein paar Euro wegpauschalieren (wie etwa die Externistenprüfungen), riskiert massive qualitative Einbußen. Schließlich ist ja nicht einzusehen, warum ein Lehrer hinter Kolleg/inn/en nacharbeiten soll und das um eine lächerliche Abgeltung.

Daskleineichbinich1
00
11.7.2011, 14:45
Wieso, die Regelung gilt ja für alle Fächer, eine ungleiochverteilung sehe ich hier nicht.

Könnte ja gegenteiliger ausfallen, also die jene Fächer die nicht "typenbestimmend" sind können nun vermehrt zum "nicht genügend" tendieren.

Ann Dido
00
20.7.2011, 19:21
eh klar,

weil ja in Leibesübungen, Ethik, Religion oder Kunst so viele Nicht Genügend gegeben werden....

GoodieGoodie
01
12.7.2011, 14:16

Das Ungleichgewicht besteht natürlich!
Die "Nicht genügend" in Musikerziehung, Leibesübungen und Bildnerischer Erziehung sind de facto nicht vorhanden. Und in Biologie, Geografie, Geschichte, Physik und Chemie kommen sie zwar vor, aber nicht in vergleichbarer Anzahl wie in den Schularbeitsfächern wie Mathematik, Deutsch, Englisch und Latein.
Also wird die Mehrarbeit, die den Lehrern bevorsteht, nur einen bestimmten Teil der Lehrer treffen.

Daskleineichbinich1
00
13.7.2011, 09:29
Bis jetzt war es so, da stimme ich ja zu.

Bei Bio usw. kann/könnte zukünftig "leichter" ein nicht genügend gegeben werden, da der Jugendliche ja nicht notgedrungen aus dem Klassenverband gerissen werden wird, wenn er das Bio-Modul wiederholen muss. Außerdem wird das "nicht genügend" während des Schuljahres vergeben, also auch schon im Semester und könnte daher einfacher vergeben werden, als ihn bei der Notenkonferenz am Ende des Jahres durchsetzen zu müssen.

Außerdem gilt diese Aufzählung nur für die AHS und die stellt nur eine geringe Zahl an MaturantInnen, bei der BHS gibt es ganz andre Gegenstände die eher mit "nicht genügend" beurteilt werden.

D/E
03
13.7.2011, 10:56
Das ändert doch nichts an der Tatsache, dass so genannte

"Nebenfächer" im Vergleich zu test- und korrekturintensiven Fächern immer besser entlohnt werden.

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