Hintergrund

Die 20 Vorschläge des Expertenrats im Detail

6. Juli 2011, 13:26

Expertenrat empfiehlt verpflichtende Vorsorgeuntersuchung für Schulkinder und "Durchmischung" bei Wohnungsvergaben

Wien - 20 Vorschläge für bessere Integration von Migranten hat der Expertenrat im Integrationsstaatssekretariat ausgearbeitet. Die Empfehlungen betreffen u.a. die Bereiche Bildung, Arbeit, Gesundheit, Wohnraum und Medien. So soll etwa eine verpflichtende Vorsorgeuntersuchung für alle Kinder in der Pflichtschule eingeführt werden oder ein Ausschuss bei Wohnungsvergaben für eine "Durchmischung" sorgen. Einige der Vorschläge sind bereits bekannt, etwa der eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahrs für jene, die nicht Deutsch können.

Die Einrichtung eines "Wohnraumausschusses" aller gemeinnützigen Wohnungsträger und Stakeholder wird damit begründet, dass 80 Prozent der Migranten in zehn Prozent aller Gemeinden Österreichs leben. Auch vorgeschlagen wird ein "Hausmeister-Leitfaden". Die verpflichtende Vorsorgeuntersuchung soll das Gesundheitsbewusstsein von Migranten fördern - diese seien nämlich wenig präventiv in Behandlung. So machten etwa 76 Prozent der Frauen ohne Migrationshintergrund eine Mammografie, aber nur 55 Prozent der Migrantinnen.

"Bildungspass" für erfolgreich absolvierte Deutschkurse

Als eine "notwendige Voraussetzung" zur Erfüllung der - erst kürzlich in Kraft getretenen - Maßnahme "Deutsch vor Zuzug" sieht der Expertenrat den Zugang zu Information über die Möglichkeiten von Sprachkursen. Dazu sei die Erstellung einer "Landkarte" notwendig. Empfohlen wird auch die Erstellung von leicht erwerbbaren Lernmaterialien, um die Erlernbarkeit von Deutsch auch dort sicherzustellen, wo persönliche Kursbesuche nicht möglich sind.

Verwiesen wird aber auch darauf, dass Migranten, die sich seit vielen Jahren in Österreich aufhalten, in Bezug auf sprachliche Unterstützung weitgehend auf sich selbst gestellt sind. Für sie soll es beispielsweise als "positives Anreizsystem" einen "Bildungspass" für erfolgreich absolvierte Deutschkurse geben.

Lernfibel und "Forum Islam"

Zum Thema Rechtsstaat und Werte schlägt der Expertenrat die Erarbeitung einer Fibel vor, die als Lehrmaterial verwendet werden kann. Weiters solle ein Pool an Role Models ins Leben gerufen werden, aus dem "Integrationsbotschafter" in Schulen Motivationsarbeit leisten sollen. Damit sich mehr Migranten für den Erwerb der Staatsbürgerschaft interessieren, soll mit Hilfe einer Imagekampagne das Österreich-Bewusstsein gestärkt werden.

Weiters empfiehlt der Expertenrat ein "Forum Islam" im Staatssekretariat, das an Lösungen für die Ausbildung von Imamen im Inland oder für islamische Religionslehrer arbeiten soll. Für Medien wollen die Experten einen "Code of Conduct" und ein "Handbuch der Selbstverpflichtung" - damit soll "der Umgang mit dem Thema Integration in Österreichs Medien verbessert werden". Außerdem soll es einen Medienpreis für Integration und ein Stipendienprogramm für junge Journalisten mit Migrationshintergrund geben.

Zweites Kindergartenjahr gratis, aber nicht verpflichtend

Das vorgeschlagene zweite Kindergartenjahr soll für alle gratis, aber nicht für alle verpflichtend sein. Der Sprachförderbedarf bei Kindern nicht deutscher Muttersprache sei mit 80 Prozent deutlich höher als bei deutscher Muttersprache (15 Prozent), wird argumentiert. Kinder nicht deutscher Muttersprache seien außerdem viermal so oft Schulabbrecher als Kinder ohne Migrationshintergrund, weshalb Sanktionen bei Schulpflichtverletzungen ergriffen werden sollen, meint der Expertenrat.

Bereits bekannt ist auch der Wunsch von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, die Anerkennung ausländischer Berufs- und Schulausbildungen zu erleichtern. Bürokratie soll durch eine zentrale Plattform abgebaut, die Anerkennung durch eine Koppelung ans AMS vereinfacht werden. Um die Erwerbstätigkeit weiblicher Migranten zu erhöhen, sollen "Mentoringprogramme" ausgebaut werden.

In Sachen Sport und Freizeit soll etwa im Zuge der Reform der Bundessportförderung ein eigener Förderbereich für Integration für mindestens zehn Projekte mit mindestens 200.000 Euro geschaffen werden. (APA)

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24 Postings
sepp schilehrer
02
13.7.2011, 07:25

Für Medien wollen die Experten einen "Code of Conduct" und ein "Handbuch der Selbstverpflichtung" - damit soll "der Umgang mit dem Thema Integration in Österreichs Medien verbessert werden".

Was soll das jetzt wieder bedeuten? Zu was soll sich die Aufnahmegesellschaft selber verpflichten..? Noch dazu, wenn die (selbsternannten) Leitmedien ohnehin nur grün-rosa Propaganda verbreiten.

Seehund
00

die oben angeführte darstellung der statistik versteh ich aber auch nicht.

wie und wo und von wem wird denn der sprachförderbedarf von kindern gemessen, die noch nicht im kindergarten sind?

brrrrrr
05
"Integration" "Migranten"

Es geht um Asoziale, religiöse Irre und Ewiggestrige, die man sich in beachtlicher Zahl ins Land geholt hat (und von den man eh schon selber genug hatte).
Genug "Migranten" waren nach Übertreten der Staatsgrenze "integriert".

Kra Wuzikabuzi
315
warum sagt man immer migranten, wenn man türken meint ??

ich habe noch nie von problemen mit chinesen, indern oder koreanern gehört ....
die maturieren nämlich als klassenbeste.
und für die ist bildung wichtig. und nicht ein schiefes idiotenkapperl.

B.Kiddo
21
Chinesen, Inder u. Koreaner

Wieviele chinesische, indische u. koreanische Migranten gibt es denn in Österreich?

(Koreanische Computer-Kids stecken wohl alle unsere Schüler mit ihren Leistungen u. Fähigkeiten in die Tasche ... doch die werden Sie hier nicht finden.

PS/ Sorry, Ihr Statement erinnert mich frappant an den Witz mit dem rosa Elefanten.

Threonin
05

Es gibt in Österreich gar nicht so wenige Menschen mit ostasiatischen Wurzeln. Sie sind nur nicht so laut, obwohl sie ihre eigene Kultur bewahren.

Man schaue nur in die vielen Asiarestaurants, die vielen Asiashops, und denke an die vielen Pflegerinnen aus Ostasien.

In anderen europäischen Städten gibt es wesentlich mehr Ostasiaten und ebenfalls kaum Probleme, etwa in Paris.

Thomas Felder1
21

naja weil chinesen, inder und türken solches nicht mehr sind, sobald jene unsere staatsbürgerschaft haben

Threonin
05

Weil es nicht nur Türken betrifft. Probleme gibt es auch mit Kurden, Syrern, Albanern, Tscheschenen, Roma aus diversen Ländern, etc.

Es stimmt aber, dass es Völker gibt, deren Migranten im Allgemeinen weniger Probleme haben, beispielsweise auch die Perser.

sepp schilehrer
03
13.7.2011, 07:27

Red ma doch Klartext: Der Islam sorgt für Probleme.

Es ist halt nicht möglich, eine totalitäre, sexistische Ideologie, die im 15. Jahrhundert (nachdem sie schon einmal aus Europa vertrieben wurde) stecken geblieben ist, mit unserer aufgeklärten Spass-Gesellschaft zu vereinen...

Threonin
01
14.7.2011, 08:27

Die Perser sind auch Moslems.

esma.k
019
Forum Islam ?

Wozu?

Die Mehrheit der Muslime werden nicht von der IGÖÖ repräsentiert, ich als Österreich (mit türkischen Wurzeln, Großeltern 1972 nach Österreich zugewandert) möchte als österreichischer Staatsbürgerin wahrgenommen werden und nicht als Muslimin WTF !!
Weiters möchte ich dass Frau Scharia Tante Carla A., Gülsüm Namaldi etc.. NICHT in meinem Namen Interviews gibt, da sie nun mal nicht die Mehrheit der muslimischen Frauen repräsentiert!!
Warum nimmt man soviel Rücksicht auf diese ganzen islamischen Verbände?
Ich verstehe die Welt nicht mehr !!

Mike 23
00
Ich glaube hier geht es vor allem

um die Ausbildung von Imamen und Religionslehrern, die endlich in Oesterreich stattfinden soll.
Das faende auch ich gut und wichtig.
Michael

LGM
01

Ich frage mich aber ernsthaft, was das bringen soll. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man sich in die religiöse Ausbildung einmischt.

esma.k
03
da gebe ich ihnen Recht, dass die Imanausbildung sollte hier in Österreich absolviert werden

Meine Kritik war eher an die islamische Verbände gerichtet ? --- IGÖÖ, ATIB etc. Integration (ich bezweifle)

Wenn ich für mein Kind eine Nachhilfe in Deutsch, Mathematik, English etc brauche. schicke ich mein Kind nicht in so einem Verein wie ATIB, Fetullah Gülen Institut etc(sie bieten das nämlich an), sondern nehme Kontakt mit Lehrerin auf,berate mich mit ihr,suche gemeinsam mit der Lehrerin für das Kind Lösungen etc., ich denke diese Vereine tragen nichts zur Integration bei, sind sogar integrationshemmend ..

bangser
12

Was ist denn das für eine Statistik?
Wenn ich das richtig lese, haben 79,7% der Nicht-deutschsprechenden Kinder Förderbedarf (vor Kindergarten).
Davon 71,0% "serbo-kroatisch" und 92,8% türkisch???? 71%+92,8%=163,8% Oder können die Kinder beide Sprachen?

Abgesehen davon:
Interessant schon: Mehr Pflichtschul- und Hochschulabschlüsse der Ausländer. Dafür weniger Lehre.

B.Kiddo
12
71% + 92,8% = 163,8%

Statistiken zu lesen ist wohl nicht Ihre Stärke!

Hier geht es definitiv um den Sprach-Förderbedarf in Prozent, u. zwar für alle Schüler nach ihrer Umgangssprache bewertet.
Dh. von allen Deutsch sprechenden Kindern (ohne Kindergartenbesuch) haben 15,6% Sprach-Förderbedarf; von allen Kroatisch/Serbisch/Bosnisch sprechenden Kindern (ohne Kindergartenbesuch) haben 71% Sprach-Förderbedarf; usw.

bangser
02

Danke

Herbert Novak1
04
Statistik

Statistik deuten: Hochschulabschluß von Migranten höher als Einheimischen, die Antwort ist einfach-> das sind die Deutschen. Mehr Pflichtschulabschluß, das sind die Türken. Alle klar?

bangser
41

Nur aus Interesse:

Wählen Sie FPÖ?

sepp schilehrer
02
13.7.2011, 07:28

Und wenn schon: das sind alles Tatsachen, was hat das damit zu tun, ob man FP wählt...?

ecologyst
01

zwiegespalten?

bangser
00

Nein, normalerweise nicht! Aber heute irgendwie Sch**tag :-)

oida
22

ich bin mehr für gelebte integration, was heißt, dass in dem expertenrat nämlich genau diejenigen, die es betrifft, wieder einmal nicht dabei waren.

außerdem gibt's eine regierungsvereinbarung und die sollte vorrangig umgesetzt werden: kindergartenausbau und schulreform!!!!

als politisches programm einer ganz rechten övp mag das ja durchgehen. innenministeriell kontrollierte menschlichkeit, wie es sich die övp vorstellt.

nvidia
 
36

Und dazu braucht Kurz einen "Expertenrat"? Einmal selber nachgedacht und dem Ö Steuerzahler währe viel Geld erspart geblieben. Die ganzen Maßnahmen sind einen Dr... wert wenn der Zuwanderer diese nicht annimmt.

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