Ehrenhauser erhebt neue Vorwürfe gegen Rübig

6. Juli 2011, 12:52

EU-Abgeordneter sieht Amtskollegen in "unsauberem" Naheverhältnis zu Wiener Lobbyistenfirma - Rübig bestreitet Vorwürfe

Wien  - Gegen den EU-Abgeordneten Paul Rübig (ÖVP) sind neuerlich Vorwürfe wegen dessen angeblichem Naheverhältnis zur Rohstoffindustrie erhoben worden. Sein Parlamentskollege Martin Ehrenhauser (ehemals Liste Martin) kritisierte am Mittwoch gegenüber der APA, dass Rübig und die mit ihm verbundene, informelle Gruppe von EU-Parlamentariern, die European Raw Materials Group (ERMG), in einem "unsauberen" Naheverhältnis zu einer Wiener Lobbyistenfirma stehe. Rübig selbst bestreitet die Vorwürfe.

Zuvor wurde bekannt, dass die Rohstoffgruppe eine Internetadresse (ermg.eu) verwendete, die von der Wiener Lobby-Agentur Public Interest Consultants (PIC) registriert und bezahlt worden ist. Auf Anfrage bestätigte der Geschäftsführer der Brüsseler Dependance der PIC, Gregor Schönstein, dass seine Firma die Internet-Domain im Juli 2010 angemeldet hat und weiter unterhält. Zuvor habe es im Mai 2010 zwischen ihm, Rübig und dem deutschen EU-Parlamentarier Karl-Heinz Florenz (CDU) in Straßburg ein gemeinsames "Nachdenken" über das Etablieren einer Rohstoff-Gruppe sowie eines parallelen Lobby-Clubs gegeben. Es sei aber zu "keinen Geldflüssen" zwischen der Lobbyfirma und den Parlamentariern gekommen. PIC arbeitet an der Organisation einer Plattform für die Rohstoffindustrie, bei der die wichtigsten Firmen gegen Bezahlung Mitglied werden sollen.

"Wir haben die Domain nicht ein einziges Mal benützt"

Die Emailadresse office@ermg.eu, die über die von den Wiener Lobbyisten angemeldete Domain läuft, fand sich auf einer offiziellen Einladung im Namen von Rübig und Florenz an EU-Parlamentskollegen zum Startschuss der ERMG am 7. Juli 2010 wieder. Seine Firma rufe die Emails an diese Adresse nicht ab, den Zugang dazu hätten die Parlamentarier, sagte Schönstein. Diese würden die Emailadresse aber seines Wissens nach nicht verwenden.

"Wir haben die Domain nicht ein einziges Mal benützt", sagte Florenz, nunmehr Vorsitzender der im Februar 2011 formell etablierten ERMG. Er habe sich mit dem Wiener Lobbyisten getroffen, um sich darüber zu unterhalten, wie man die Rohstoffgruppe der Parlamentarier "hinreichend transparent" organisieren könne. Die Emailadresse war am Mittwoch weiterhin erreichbar - unklar ist hingegen, ob sie benützt wird.

An den Vorwürfen gegen die Gruppe sei "nichts dahinter", betonte Rübig. Er habe keinen Kontakt zu den Gründern der Public Interest Consultants, den PR-Experten Dietmar Ecker und Wolfgang Rosam sowie zu seiner Parteikollegin Maria Rauch-Kallat. Diese wurde neben ihrer Tätigkeit als Partnerin von Public Interest Consultants am Mittwoch neuerlich als Parlamentarierin angelobt.

Ehrenhauser: "Schutzbehauptung"

Für Ehrenhauser klingt der Verweis auf die Nichtbenützung der Emailadresse "wie eine reine Schutzbehauptung." Es sei "angebracht, dass man weitere Querverbindungen" zwischen der Rohstoffgruppe der Parlamentarier und den Lobbyisten offenlege. "Es ist wichtig, dass man diese Debatte führt."

Rübig war in den vergangenen Wochen kritisiert worden, nachdem ein Bericht der Lobby-kritischen Brüsseler NGO Corporate Europe Observatory ihn als Schlüsselfigur in der Gestaltung von EU-Gesetzen zum Thema Rohstoffe nannte, und ihn durch seine persönlichen Unternehmensbeteiligungen als kompromittiert bezeichnete. Rübig und Florenz hatten gemeinsam im Vorjahr die ERMG gegründet, um die "Versorgung mit Rohstoffen eine Priorität in allen Handlungsbereichen der EU zu machen". Die Gruppe ist ein fraktionsübergreifender, informeller Zusammenschluss von 15 EU-Abgeordneten. (APA)

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13 Postings
Peter Eichorn
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Denn sie wissen nicht was sie tun

Rübig gibt sogar offen zu, Lobbyist der Industrie zu sein. Sein Haus und Hofschreiber bei den OÖ Nachrichten verkündet das auch noch stolz http://www.nachrichten.at/nachricht... 612,653873
Dass Rübig von den BürgerInnen als deren Vertreter ins Parlament geschickt wurde ist ihm vielleicht gar nicht bewusst. Er weis anscheinend nicht, was er da tut.
Wie ist das mit Rauch Kallat? Die ist Mitbesitzerin der größten Lobbyagentur des Landes und wurde jetzt als Abgeordnete vereidigt. Aus der Schule von Waffen Ali kommend dürfte sie genau wissen, was sie tut. Und die ÖVP? Die scheinen wirklich nicht zu wissen was sie da tun.

naihoit
00
Hat er seine Funktion benutzt, um sich oder Freunderln zu bereichern?

Alles andere ist eh Wurscht.
Und vor der nächsten Wahl hätte ich gerne eine Liste all derer, die bisher angeblich uns und unsere Interessen bei der EU vertreten haben mit Angabe der Vermögenszuwächse innerhalb dieser Zeit.
Da wir ja ohnehin nur Listen wählen können würde mir aber auch schon eine Angabe der durchschnittlichen Zugewinne aller wahlwerbenden Gruppen reichen.

erwin meier
00

wenn jetzt ein abgeordneter ein erfolgreicher unternehmer ist, und ein anderer spielsüchtig - würden sie mit ihrer liste also den 2. wählen?

naihoit
00
Es ist Sache der Parteien,

mit wem sie die bei Wahlen ergatterten Sesseln besetzen.
Wem die nicht gefallen, die dann da sitzen und teilweise sehr großen Unfug anstellen ("Unfug", weil ja -gerade für diese Leute- die Unschuldsvermutung gebraucht wird), sollte sich bei der nächsten Wahl ev. ein Bisserl zurück erinnern, was die von ihm/ihr zuletzt an den Trog Beförderten getan haben und vor allem, wem denn diese "Taten" genutzt haben.
Aber auf die Amnesie der österr. WählerInnen kann man sich wohl weiterhin verlassen.

Marie 3007
00

ja klar... die Mail-Adresse nicht genutzt (nur angegeben), kein Geld geflossen (aber darüber gesprochen?!) Klingt doch sehr nach faulen Ausreden.

Buntspecht12
04
.....Es sei aber zu "keinen Geldflüssen"

zwischen der Lobbyfirma und den Parlamentariern gekommen.
Interessant. Ist das nicht selbstverständlich? Mich selbst lädt diese Bemerkung dazu ein darüber zu spekulieren, ob es nicht vielleicht zu Geldflüssen (in Form von Spenden?) an die Partei der beteiligten Politiker gekommen ist? Warum sonst spricht man überhaupt darüber? Und dass sich auch die Frau vom Waffen Ali im Team findet ist sicher auch kein Zufall. Hat Ehrenhauser da wieder mal in ein Wespennest gestochen? Bin gespannt, wie es weiter geht....

Sir Karl Popper
01
Widerspruch 2

a) "Zuvor habe es im Mai 2010 zwischen ihm, Rübig und dem deutschen EU-Parlamentarier Karl-Heinz Florenz (CDU) in Straßburg ein gemeinsames "Nachdenken" über das Etablieren einer Rohstoff-Gruppe sowie eines parallelen Lobby-Clubs gegeben."

b) "An den Vorwürfen gegen die Gruppe sei "nichts dahinter", betonte Rübig. Er habe keinen Kontakt zu den Gründern der Public Interest Consultants"

Sir Karl Popper
01
Widerspruch 1

a) "Wir haben die Domain nicht ein einziges Mal benützt"

b) "Die Emailadresse office@ermg.eu, die über die von den Wiener Lobbyisten angemeldete Domain läuft, fand sich auf einer offiziellen Einladung im Namen von Rübig und Florenz an EU-Parlamentskollegen zum Startschuss der ERMG am 7. Juli 2010 wieder."

MarryF
02
Gute Übersicht der Verbindungen Rübigs

gibt es hier: http://www.ehrenhauser.at/lang/de/b... g-skandal/

und davon ab: wer richtet sich eigentlich Mail-Adressen ein die dann nicht mehr benutzt werden? Was denn das für eine schräge Ansage???

Maria Bergen
07
das sammeln sich ja wieder mal die Richtigen..

..will gar nicht schreiben was ich mir denke.
Und Rauch Kallat auch dabei....
Ich bin gespannt wann die Parteileitung sich endlich von solchen Leuten offiziell distanziert und sich von ihnen trennt. Diese offensichtlichen engen Verflechtungen zwischen Politikern und der Wirtschaft sind schon mal für die Wähler abstoßend. Ebenso schlimm ist aber das Schweigen und Tolerieren der Partei dazu. Die ÖVP braucht sich nicht zu wundern, wenn sie bei der nächsten Wahl unter 20% fällt.

roterbruder1
02
...bin gespannt, wann sich die parteileitung von solchen leuten distanziert und sich von ihnen trennt...

wenn das passiert, ist die lichtenfelsgasse entvölkert.

kärntna
00

freiwillige parteiauflösung ;)

Buntspecht12
01
bruder

das hätte viele Vorteile für die ÖVP. Eine geringere Miete für eine kleinere Immobilie und die nach der nächsten Wahl verbleibenden Posten könnten unter den verbliebenen anständigen Politikern und Mitarbeitern aufgeteilt werden.
Ein guter Anfang wurde ja schon gemacht. Für Strasser, Ranner, Rübig? müssen schon mal keine Jobs mehr - die nach der nächsten Wahl sowieso nicht mehr zur Verfügung stehen - gesucht werden.

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