"Er gibt lediglich moralische Unterstützung und Ratschläge"
Bangkok - Thailands künftige Regierungschefin Yingluck
Shinawatra hat Gerüchte über einen Regierungsposten für ihren im Exil
lebenden Bruder und ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra
zurückgewiesen. "Das ist nicht wahr", sagte sie am Mittwoch zu
Medienberichten, wonach Thaksin möglicherweise Handelsgesandter der
künftigen Regierung werden könnte. Für den Ex-Regierungschef sei kein
Posten vorgesehen, sagte sie vor Journalisten kurz vor einem Treffen
mit Wirtschaftsberatern in der Zentrale ihrer Partei in Bangkok. "Er
gibt lediglich moralische Unterstützung und Ratschläge."
Thaksin lebt seit seinem Sturz durch einen Militärputsch 2006 im
Exil. Daher trat seine jüngste Schwester Yingluck als
Spitzenkandidatin für die Pheu-Thai-Partei an und erzielte bei den
Wahlen am Sonntag die absolute Mehrheit. Mehrfach war nach dem Sieg
über eine mögliche Rückkehr Thaksins in sein Heimatland und
möglicherweise sogar in die Politik spekuliert worden. "Thaksin ist
weiterhin im Ausland und er strebt keine politische Position an",
sagte Yingluck. "Er setzt sich einfach nur für die nationale
Aussöhnung ein."
Yingluck schmiedete trotz des Wahlsiegs ihrer Partei eine
Koalition mit vier kleineren Parteien. Damit verfügt die künftige
Regierung im Parlament über knapp 300 der 500 Sitze. (APA)