Causa Stradivari

FBI ermittelt rund um Geigendeals

5. Juli 2011, 18:14

Wien - Die Deals des Geigenhändlers und "Weltbürgers" Dietmar M. (Landeshauptmann Erwin Pröll 2005 bei der Überreichung des Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland NÖ an M.) interessieren auch das FBI in Washington. Dort haben Ermittler des Department for Art Crime laut dem Standard vorliegenden Informationen kürzlich geschädigte Kunden M.s befragt.

Der inzwischen insolvente Geigenhändler hat die US-Ermittler schon 2003 interessiert. Damals hat das New Jersey Symphony Orchestra (NJSO) die aus 30 Instrumenten bestehende "Golden Age Collection" des Multimillionärs Herbert Axelrod gekauft. M. soll ein überhöhtes Wertgutachten erstellt haben. Kunstmäzen Axelrod landete wegen Betrugs im Gefängnis, das NJSO musste die Sammlung, deren Wert Axelrod mit 49 Mio. Dollar angegeben und um 17 Mio. verkauft hatte (was dem wahren Wert eher entsprach), mit hohen Verlusten versilbern.

Aus dem bisher letzten Bericht von Masseverwalter Jörg Beirer von Ende 2010 erschließen sich jedenfalls seltsame Geschäftspraktiken. "Streichinstrumente im Wert von bis zu einer Million Euro und darüber werden in Koffern transportiert, um sie einem Investor zu zeigen, der dann bereit ist, Millionen für ein zukünftiges Geschäft zur Verfügung zu stellen. Ohne den wirklichen Wert und den Eigentümer zu kennen und ohne Beleg, dass ihm die Instrumente verkauft ... wurden", schrieb Beirer. Und: "Dass auch namhafte Finanzinstitute die Streichinstrumente als Sicherheit für Kredite ... nahmen, ohne sie gesehen und bewertet zu haben, kann als Indiz dafür gelten, dass der lockere Geschäftsgang mit hohen Beträgen branchenüblich ist." Die Banken bangen um 30 Mio. Euro.

Was Anzahl und Wert der Geigen betrifft, kommt Beirer anhand der Darstellung der Geschädigten zu einem stattlichen Befund: "Der Wert der bisher verfahrensgegenständlichen Musikinstrumente beträgt rund 122 Mio. Euro, das sind 1,634 Mrd. Schilling." (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2011)

A. Hohenfels
00

gut, die instrumente wurden nicht "mit hohen verlusten versilbert". da stimme ich ihnen zu.
jedoch war das orchester nicht in der lage, den kaufpreis von 17 mio zu bezahlen, dieser betrag wurde erst durch den "weiterverkauf" an axelrod ausbezahlt.
ich habe übrigens einen interessanten artikel für sie gefunden, er stammt vom autor des artikels, den sie angeführt haben: http://fritz-reuter.com/articles/... iolins.htm

global-x
24
"122 Mio. Euro, das sind 1,634 Mrd. Schilling."

... oder 10,2 mrd. gulden -- ich bitte sie nach 10 jahren sollten derat peinliche euro - schilling vergleiche der vergangenheit angehören!

A. Hohenfels
10
peinlich

also lassen sie mich überlegen: ein kilo durchschnittlich guter kaffee kostet heute rund 140 schilling im angebot. und es ist mir keineswegs peinlich, in diesen dimensionen zu denken.
peinlich ist hingegen, dass es einem menschen gelingen kann, privatpersonen und banken um beträge zu schnalzen, die unfaßbar sind und mit sicherheit nahezu jede währung beinhalten, was den schluss zuläßt, dass es dafür auch die entsprechenden konten gibt oder gegeben haben muss. und die findet auch niemand?

Jacob Saunders
01

NJSO haben die Axelrod Sammlung NICHT mit verlust verkauft. Siehe:
http://www.nj.com/news/inde... ew_je.html

A. Hohenfels
00
An NJSO spokesman, Gus Gomide, declined to comment.

soweit ich das mitbekommen habe, hatte das njso die geigen noch gar nicht bezahlt, bzw. konnte sie nicht bezahlen, weshalb ein investor gesucht werden mußte, der den kaufpreis oder den überwiegenden teil des kaufpreises an axelrod bezahlt hat. die instrumente sind bis ende 2011 an das orchester verliehen.

Jacob Saunders
00

Die NJSO kaufte die Instrumenten 2003 um $16m, verkaufte die Instrumenten wieder 2007 um $20m. Mit Zinsen & div. Kosten ergibt unter den Strich +/-$0. "Mit hohen Verlusten versilbern" entspricht daher nicht die Wahrheit.
Bitte um Entschuldigung das mein Link in Englisch ist (bin selber Engländer)

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