EU-Staaten dürfen Gentech-Pflanzen verbieten

Thomas Mayer aus Straßburg, 5. Juli 2011, 17:43

Mehrheit im Europaparlament stärkt Österreich den Rücken: Kein Zwang bei Umweltbedenken

Im jahrelangen Streit um nationale Verbote beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (GMO) hat das Europäische Parlament am Dienstag in Straßburg eine für Österreichs Haltung erfreuliche Entscheidung getroffen. Es stimmte mit Mehrheit für einen Gesetzesvorschlag, der es den EU-Staaten erlaubt, selbst darüber zu entscheiden, ob sie GMOs zulassen wollen oder nicht, wenn es Risken für die Umwelt sieht.

An sich ist das Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Organismen EU-weit in einem einheitlichen Verfahren geregelt. Für die Überprüfung von Anträgen gibt es ausführliche Regeln, ob ein Anbau Gefährdungen bringen kann. Die EU-Agentur für Nahrungsmittelsicherheit wacht über das Verfahren.

Da sich einige Mitgliedstaaten, wie Österreich und Luxemburg, gegen den GMO-Anbau trotz Klagsdrohungen der EU-Kommission - es stand eine Verletzung der Binnenmarktregeln im Raum - wehrten, kam es zu einem Moratorium in dieser Frage.

Das EU-Parlament hat nun die rechtliche Grundlage für GMO-Entscheidungen verbreitert, um hier mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Demnach sollen die Länder bei Verboten Umweltgründe und auch regionale und lokale Bedenken berücksichtigen können.

Ob die Regelung am Ende hält, muss sich nun neuerlich in Verhandlungen mit dem Ministerrat der Staaten erweisen. Fachabgeordnete wie Eva Lichtenberger (Grüne) oder Richard Seeber (VP) befürchten, dass der Rat auf Druck Frankreichs (es ist für völlige Freigabe von GMO) blockiert.

In Detailbereichen wird es ohnehin Nacharbeit geben müssen, etwa um zu klären, wer haftet, sollten in Grenzgebieten zwischen EU-Staaten gentechnisch veränderte Organismen "überspringen". Aus Sicht der EU-Parlaments sollte das aber am Prinzip nichts mehr ändern, dass jedes EU-Land selbst entscheidet.

Eine weitere Entscheidung im Lebensmittelbereich steht in Straßburg heute, Mittwoch, bei der Kennzeichnungspflicht bevor. Damit sollen unter anderem Imitate klar ausgewiesen sein. Konsumenten sollen auf Produkten Werte wie Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Proteine und Salz tabellarisch aufgelistet bekommen. Wie bei Rindfleisch soll es in Zukunft auch bei Geflügel, Schwein, Schaf und Ziege Herkunftsbezeichnungen geben. Aber viele Details dürften weiter offenbleiben. (Thomas Mayer aus Straßburg, DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2011)

Salz Burger
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Sollte das österreichische Parlament die einheimischen Bauern benachteiligen wollen, ist das schlimm für die Landwirt.
Der Anbau dieser Pflanzen und das damit verdiente Geld findet dann eben woanders statt. Tschechien ist nicht weit, die haben da überhaupt keine ideologischen Bedenken.

anti follower nick 24
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die monsanto die!

Arbeit für die Zensur
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EU-Staaten dürfen Gentech-Pflanzen verbieten

Das ist seit "100" Jahren die 1. vernünftige Entscheidung der EUler(innen)!

Emanuel S.
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Sie meinen seit 60 Jahren ;)

nomad13
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Ja - etwas lustig dennoch - sie sprechen nur von Umwelt - doch selbst die grössten Gentrolle können heute schwer kontern - bei den papers die da über "glitzekleine" Nebenwirkungen berichteten...
Dass sich dieser S*uverein jetzt selbst peer reviewt sagt ja schon alles aus. Daher -nicht nur über den Fra*s - auch über heutige Gesetze sprich den US Lobbyärs*hen u ihren Handlangern.

Hinzukommt - das bis dato kein Pro vorhanden ist.
Geht ja im späteren auch über Bodenerosionen u Ertragreichtum gesamt - Round up Abhängige:-)

AlBundyFan
 
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alle studien dazu sind sinnlos egal ob sie negativ oder positiv ausfallen

soblad eine neue genveränderte pflanze kreiert wird.

für diese ist es vollkommen egal ob millionen von genveränderten pflanzen vorher unbedenklichkeit bescheinigt wurde oder nicht.

so wie man zb. nicht automatisch alle medikamente freigeben kann weil vor 100 jahren irgendeinem hustensaft unbedenklichkeit bescheinigt wurde.

normallerweise müßte jede genveränderte pflanze so wie eine neues medikament jahrelang getestet werden bevor sie in den verkauf gelangen kann .... völlig unabhängig davon, ob eine andere genveränderte pflanze unbedenklich ist oder nicht.

Gerhard Müller
08
Das ist der Supergau

für Monsanto.
Das nächste wird sein, ob ein Land verbieten darf, dass genmodifiziertes Saatgut - versteckt als Futtermittel - eingeführt werden darf.

Dann gibts aber eine Militärintervention am Brenner!

annea
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ich geb je die Hoffnung nicht auf :)

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