Landeshauptleutekonferenz

Burgstaller plant Steuer auf Gewinne aus Bodenspekulation

Interview | 5. Juli 2011, 18:31
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    Die aus ihrer Sicht geringe Besteuerung von Vermögen in Österreich ist für Gabi Burgstaller "Zeichen für eine Bananenrepublik".

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    "Ich unterstütze alles, was in Richtung Praxisgemeinschaften und Ärzte-GmbH geht."

Burgstaller will Bezirks- und Landesschulräte abschaffen - Für die Erbschaftsteuer kann sie sich einen Freibetrag vorstellen

Standard: Bundespräsident Heinz Fischer spricht sich für eine Erbschaftsteuer aus. Unterstützen Sie ihn?

Burgstaller: Ja, die Erbschaftsteuer ist Teil einer fairen Vermögensbesteuerung. Bei einer Erbschaft wächst einem ja Vermögen zu. Die SPÖ arbeitet an einem Modell für eine gerechte Erbschaftsteuer mit einem Freibetrag. In Österreich sind Menschen, die arbeiten - egal ob selbstständig oder unselbstständig - steuerlich so belastet, dass nicht mehr geht, obwohl wir beispielsweise für die Pflege eine Lösung finden müssen. Die logische Konsequenz ist, dass man beim Vermögen etwas unternimmt. Wir sind bei der Besteuerung der Arbeit europaweit an der Spitze, beim Vermögen am Ende. Wenn Vermögen steuerfrei herumgeschoben werden kann, ist das normalerweise ein Zeichen für eine Bananenrepublik.

Standard: Wo soll die Grenze für den Freibetrag liegen?

Burgstaller: Es gibt Überlegungen für eine Freigrenze von 500.000 oder 700.000 Euro. Es geht aber nur ums Vererben. Ich bin eine Befürworterin der Besteuerung des Vermögenszuwachses und nicht der Substanz. Ich werde als Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz auch einen Vorschlag für eine Widmungsabgabe machen. Der größte Hohn in unserem Steuerrecht ist, dass man mit einem Beschluss einer Gemeindevertretung Millionär werden kann - wenn Grünland in Bauland umgewidmet wird - und dafür keinen Cent Steuer zahlt.

Standard: Diese Abgabe soll in die Steuerhoheit der Länder?

Burgstaller: Wahlweise. Es kann Länder geben, die kein Interesse haben.

Standard: In Europa diskutiert man eine Harmonisierung der Steuern, in Österreich die Steuerhoheit für die Länder. Ist das nicht ein Widerspruch?

Burgstaller: Ich bin eine Vertreterin der Harmonisierung, insbesonders der Unternehmens- und Arbeitnehmersteuern. Arbeit und Unternehmen sind mobil. Viele Unternehmen wandern in sogenannte Steuerparadiese ab. Ein Steuergegenstand, der nicht davonlaufen kann, kann regional entsprechend der Bedarfslage behandelt werden.

Standard: Gesundheitsminister Alois Stöger will ein bundeseinheitliches Spitalsgesetz. Und Sie?

Burgstaller: Dinge, die gleich gelagert sind, soll man gemeinsam regeln. Ich gehöre zu den wenigen, die auch Kompetenzen abgeben. Aber ein Spitalsgesetz löst die Probleme nicht. Unser Hauptproblem sind die hohen Kosten und eine nicht notwendige Parallelstruktur. Das Thema ist: Wie schaffen wir es, Spitäler zu Gesundheitszentren zu entwickeln und dort, wo wir keine Spitäler haben, Gesundheitszentren auf Basis der Fachärzte aufzubauen? Die Praxis, dass ein Arzt eine Ordination aufmacht, ist eine des 19. Jahrhunderts. Ich unterstütze alles, was in Richtung Praxisgemeinschaften und Ärzte-GmbH geht.

Standard: Sie übernehmen in der Landeshauptleutekonferenz auch das Thema Schulverwaltungsreform. Wie ist der Stand der Dinge?

Burgstaller: Es gibt kein gemeinsames Modell von Bund und Ländern. Wir werden in der Aufteilung der Lehrer keinen Konsens finden, daher soll der Bund den Ländern die Möglichkeit geben, die Landeslehrer der Bundesbehörde Landesschulrat zu übertragen, wie das derzeit schon fünf Länder handhaben. Ich möchte im kommenden Halbjahr verhandeln, dass wir die Kollegialorgane Bezirks- und Landesschulrat abschaffen. Der Bezirks-, der Landesschulrat und die Landesregierung dürfen nicht mehr für jeden Direktor zuständig sein. Mein Vorschlag ist, für jene, die Direktor werden wollen, noch vor der Bestellung eine Ausbildung anzubieten. Ein von Fachleuten beschicktes Assessmentcenter soll dann den besten Bewerber holen und nicht politische Gremien.

Standard: In der Steiermark besteht die Absicht, den Landtag zu verkleinern. Sie wollen das in Salzburg auch. Was kann das bringen?

Burgstaller: Es ist nicht die große Einsparung, es geht um die Symbolik. Wenn wir verkünden, dass wir Strukturen bereinigen wollen, kann das auch vor der Politik nicht haltmachen. In Salzburg kommt eine Verkleinerung aber nicht zustande, die ÖVP ist dagegen.

Standard: Die Steirer wollen auch den Proporz abschaffen. Salzburg hat das längst gemacht. Ihr Nachfolger als SPÖ-Klubobmann 1999, Walter Thaler, hat gesagt, die Abgeordneten wären zur Abstimmungsmaschinerie degradiert worden. Wie ist denn Ihre Bilanz?

Burgstaller: Wenn es eine Koalitionsregierung gibt, wird erwartet, dass die Abgeordneten, die zu den Koalitionsparteien gehören, gleichgeschaltet sind mit dem, was die Regierung tut. Es ist ein naiver Ansatz, dass ein Koalitionssystem zu einer Belebung des Landtags führt. Der Proporz war lebhafter. Er war unberechenbarer und hat es ermöglicht, in der Regierung Opposition zu spielen.

Standard: Also doch nur ein Mittel, um die FPÖ von der Regierungsbank zu drängen?

Burgstaller: Nein, die FPÖ könnte in Salzburg jetzt auch in der Regierung sein. Die ÖVP hat 2009 ja versucht, mit dem Drittstärksten zusammenzugehen.(Thomas Neuhold, DER STANDARD; Printausgabe, 6.7.2011)

GABI BURGSTALLER (48) ist seit 2004 Landeshauptfrau von Salzburg. Burgstaller (SPÖ) ist seit 1. Juli für ein halbes Jahr Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz.

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jane doe2
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Fakt ist, das in Österreich jahrzehnte lang nur Landwirte landwirtschaftliche Böden kaufen könnten, welche sehr billig zu beekommen waren. Nun werden viele von denen umgewidmet, und plötzlich wird der Landwirt zum Multimillionär (wenn er auch nur einen Teil dieser Böden verkauft), wenn so ein landwirtschaftlicher Grund in Bauland umgewidmet wird, was je nach Lage in Dörfer sehr wohl passiert. Also eine Steuer auf diesen Gewinn denke ich ist sehr wohl angebracht. Natürlich nur dann, wenn er das Grundstück oder ein Teil davon verkauft!

Stefan R.1
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das problem liegt der denkfehler, dass man seine ausgaben decken kann, in dem man einfach sein einkommen erhöht, dem ist aber nicht so!

man muss sparen, nur das geld macht einen reich (ein land), dass übrig bleibt...

Günther FRANZ
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Anfrage!

Durch welche Gehirnwäsche hat man sie geschickt? Ich verfolge seit gestern ihre Beiträge - da sind ja Sachen dabei, die gegen jede Vernunft sprechen. Mittlerweile haben das auch anerkannte Wirtschaftsfachleute mehrmals publiziert und sie haben noch immer die Einstellung zu "Lichtmess" werden die Knecht und Mägde ausgetauscht. Durch Menschen wie sie wird die nächste Finanzkrise heraufbeschworen. Die jetzige Krise ist bzw. war "noch eher überschaubaren" die Nächste, die bereits - dank solchen Menschen wie sie - bereits vor der Tür steht, wird unüberschaubar sein und unweigerlich in ein Chaos führen. Geld kann man nicht Essen - dass sollte ihnen jemand hinter die Ohren schreiben. Wenn sich die Finanzwirtschaft weiter so rasant von der Realwirt

locken
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Da werden der Klerus ,die Grafen und Die Bauern dagegen sein !!!

Ron J. 2000
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Was aber niemand bedenkt ist das Risiko, dass der Spekulant zu tragen hat.
Er kann auch massiv verlieren, aber geht sein Geschäft auf will der Staat groß die Hand aufhalten.
Ich bewundere wirklich jeden Besserverdienenden der 50% an Steuern von seinem Gehalt in diesen maroden Umverteilungsstaat steckt.
Man sieht ja alleine an den Umsätzen der Wiener Börse was diese SPÖ Steuern bringen, nämlich genau das Gegenteil. Das Smart-Money kehrt Österreich den Rücken. Wundert auch nicht sonderlich.
Nehmts eure SPÖ und hauts euch über die Häuser, den Cap könnts auch gleich mitnehmen ;>

Stefan R.1
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genau meine meinung!

Miklaus Röchlinger
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"Wenn Vermögen steuerfrei herumgeschoben werden kann, ist das normalerweise ein Zeichen für eine Bananenrepublik."

Vielen Dank für diesen Satz. Bleibt zu ergänzen: "Oder ein Feudalstaat bzw. Fürstentum".

Im Übrigen geht es bei der Planwertabschöpfnung nicht nur um steuerfreie Gewinne, sondern auch darum, dass der Großteil der Erschließungs- und Erhaltungskosten (Straßen, Kanal, notwendige soziale Infrastruktur etc.) den Grundbesitzern von der Allgemeinheit hinterhergeschmissen werden, also auf Kosten aller in private Taschen derer fließen, die ohnehin gerade einen Riesengewinn gemacht haben.

soamist
01

die gute frau hat wohl vergessen wer in diesem land die steuerhoheit inne hat

Karl Kloiböck
 
12
Baulandwidmung

Grundlage ist das Raumordnungsgesetz des Landes, in dem planmäßig die Nutzung festgehalten wird. Dann kann die Gemeinde Flächenwidmungspläne erstellen, in denen die Benutzungsarten der Grundstücke eingezeichnet werden. Jede Umwidmung ist nach Beschluss des Gemeinderates öffentlich bekannt zu machen. Dagegen können Einsprüche erhoben werden. Rückwidmungen wären nach diesen Verfahren durchzuführen.
Wenn ein Grundstück zu Bauland wird, muss es nicht auf Antrag des Eigentümers geschehen, und bedeutet dies nicht, dass es verkauft werden soll. Der Eigentümer kann es weiter landwirtschaftlich nutzen. Er kann es auch für Bauten, die in seinem (oder Familien-)Eigentum bleiben, verwenden.
"Die sollen bei der Umwidmung zahlen!" sind unsachlich!

Yes I can!
10
stimmt!

gerade in salzburg stadt gibt es den fall, dass die stadt eine fläche umwidmen wollte, ohne mit den besitzern zu sprechen. die haben seit generationen eine landwirtschaft, gerade groß investiert und wollten auch nicht verkaufen. das waren also keine spekulanten.

Miklaus Röchlinger
01

Das ist irhe freie Entscheidung. Sie könnten aber locker um den PLanungsgewinn ihr Grundstück verkaufen und sich das zehnfache an landwirtschaftlichem Grund daneben kaufen.

Der Falko
56
Im Erfinden von neuen Steuern...

...sind diese Roten unerreicht.

Und der breite Mittelstand kann das wieder alles zahlen.

Miklaus Röchlinger
11

Kleine Erinnerung: die höchste Abgabenquote EVER in Österreich war im Jahr 2001 erreicht. Na, wer war da an der Macht?

Tino67
 
23
Im Erfinden von neuem Schwachsinn ...

... sind diese Schwarz/Blauen unerreicht.

Und ganz Österreich leidet an den Folgen dieses Schwachsinns!

Yes I can!
11
ähmmm..

beschimpft euch ruhig weiter aber was ist daran falsch?

oder glauben sie, der grundstückseigentümer wird die von ihm zu zahlende steuer nicht in den neuen grundstückspreis einrechnen???

styx12
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Paranioa?

LT81
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sie schon, das merkt man. machen sie sich nicht draus, auch das kann man behandeln.

Stefan R.1
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die einzige Lösung diesen Ansätzen von Doppel-Dreifachbesteuerung von erarbeitetem Geld zu entkommen ist einfach das Geld ins ausland zu schaffen; Liechtenstein, Schweiz freuen sich darüber

Miklaus Röchlinger
01

Was ist an einer Umwidmung denn "erarbeitet"? Wohl bestenfalls eine "Einwirkung" auf den Bürgermeister in geeigneter Form, oder?

Bitte um Aufklärung!

Stefan R.1
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das, was mir meine eltern vererben, haben sie es sehrwohl erarbeitet, mit ihrem eigenen schweiss! sie haben die steuern dafür bereits entrichtet!

Bioberni31
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Warum darf man eigentlich nicht die Substanz besteuern

mit einem moderaten Steuersatz? Warum darf der Staat junge Männer für einen Wehrdienst verpflichten, aber Vermögen darf man auf keinen Fall angreifen....

Oder anders formuliert....der Besitz österreichischer Staatsbürger beträgt rund 2,1 Billionen €, die Schulden liegen bei etwa 210 Mrd. Da wir uns offensichtlich in einer ökonomischen Krise, einer Ausnahmesituation vergleichbar mit Krieg befinden, mit welchem Argument könnte man nicht die Reichsten mit zb 10 % Ihres Vermögen besteuern das zur Tilgung der Staatschulden herangezogen wird....

Wenn man von Staatsbürgern verlangt das Sie im Kriegsfall ihr Leben für den Staat opfern, kann man dann von Superreichen nicht verlangen das sie im ökonomischem Kriegsfall ihren Teil leisten???

Stefan R.1
21

verstehe nicht, was ständig auf den reichen herumgehackt wird!?!?
jeder kann geld in die hand nehmen und es anständig anlegen um mehr daraus zu machen!

was hindert daran, Österreich einen anständigen Staatsfonds anzulegen, um das Geld zu vermehren, anstatt es rauszubuttern???

Wieso schaffen es Norwegen, China, VAE, etc???
und jetzt nicht ausreden auf Größe, Erdöl oder sonst was, man muss mit den Karten spielen, die man hat!

Bioberni31
10
Was hat Besteuerung

bitte mit Herumhacken zu tun???

niki123
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stimmt. er sollten auch nur die reichsten 10% zum wehrdienst! freundschaft.

Parkschwein
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der besitz österreichischer staatsbürger liegt aber nicht am konto rum. soll ich jetzt ein zehntel von meinem haus abreißen und die ziegelsteine aufs finanzamt werfen?

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