Wien - Der russische Oligarch Viktor Vekselberg hat am Dienstag in Wien
mir der für Innovation zuständigen Ministerin Doris Bures (SPÖ) ein
Kooperationsabkommen über ein geplantes riesiges Forschungszentrum vor den Toren
von Moskau unterzeichnet. Der Technologiepark Skolkowo soll auf einem Areal von
der Größe des ersten Wiener Gemeindebezirks 30.000 bis 40.000 Forscher aus aller
Welt beheimaten.
Bures deren Ressort als Vermittler für interessierte österreichische Firmen
fungieren soll, übergab dem russischen Gast 20 (unverbindliche)
Absichtserklärungen österreichischer Unternehmen, unter ihnen AVL List, Magna
Steyr, Frequentis und Ruag-Österreich. Laut Vekselberg ist damit das erste
zwischenstaatliche Abkommen für Skolkowo geschlossen worden. Bures hatte beim
Moskau-Besuch des Bundespräsidenten vor sechs Wochen ein erstes Gespräch zu
Skolkowo geführt. Im Herbst soll ein Arbeitstreffen in Wien stattfinden.
Vekselberg, mit seinem Mischonzern Renova einer der wichtigsten Industriellen
des Landes, steht auch der vom russischen Staat eingerichteten Stiftung zur
Errichtung von Skolkowo vor. Skolkowo soll sich unter anderem den Schwerpunkten
Energie und Umwelttechnik, Biomedizin, IKT und Weltraumtechnologie widmen.
Vekselberg, der vor Jahren einmal mit österreichischen Ko-Investoren bei der
Schweizer Oerlikon engagiert war, deutete an, dass Renova in Österreich Projekte
verfolgt - wollte dazu aber nichts Konkreteres verlauten. Der Namen der A-Tec -
für die Reste des Mischkonzerns wird ja ein Käufer gesucht - war dem Russen
nicht geläufig.
Bekannt ist Vekselberg hingegen die Raiffeisenbank International (RBI), die
zu den Kreditgebern seines Industrieimperiums gehört: Auf ein Konto von
Raiffeisen-Russland lasse er sich seine persönliche Gage überweisen. Vekselberg
ist u.a. Präsident des zweitgrößten privaten russischen Ölkonzerns TNK, der mit
BP ein 50:50-Joint-Venture eingegangen ist. (APA)