Finanztransaktionssteuer

Keynes, Tobin und das flügge gewordene Kind der Theorie

Ansichtssache | Martin Putschögl, 6. Juli 2011, 10:08
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foto: ap/ceneta

In bzw. nach jeder Finanzkrise der letzten Jahrzehnte wird sie verstärkt diskutiert: Die so genannte "Finanztransaktionssteuer" hat eine lange Geschichte - großteils eine theoretische, zum Leidwesen zahlreicher Anhänger, zu denen sich nun auch die EU-Kommission zählt. Doch dazu später.

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trace route
40
20.2.2012, 02:49
Der Artikel ist tendentiös, und sprüht nur so vor Herabwürdigung der Befürworter der Tobin Tax. In Wahrheit sehen SÄMTLICHE Befürworter der Tobin Tax sehr wohl GENAU den Grund den neben John Maynard Keynes auch Tobin angeführt haben: nämlich eine...

Eindämmung von Spekulationen, die für die wirtschaftliche Entwicklung SCHÄDLICH sind.

Dass man DARÜBER HINAUS mit den Einnahmen aus dieser Steuer auch etwas machen könnte, ist NIEMALS und FÜR NIEMANDEN ein wesentlicher Grund. Es ist nur so dass die Tobin-Tax-Gegner die Sache verdrehen, um irgendwas zum Kritisieren zu haben. Genauso wie die Aussage, dass Tobin selbst nichts mit Attac zu tun haben wollte. Das ist ja völlig egal.

Wenn die EU sagt sie würde diese Gelder ins Budget nehmen, dann ist das im EU-Budget doch nichts als ein winziges Tröpferl. Und wenn Attac sagt, mit den Einnahmen könnten die Verlierer der Globalisierung unterstützt werden, dann ist das doch nur der Wunsch die Gelder sinnvoll zu verwenden!

Franz Kirkovits
61
Und warum ist das ein Unfug?

Weil die Lasten auf der europäischen Wirtschaft diese immer weniger wettbewerbsfähig machen; weil immer mehr Investitionen abwandern; weil die europäischen Länder ohnedies schon die höchsten Steuerquoten der Welt zu tragen haben; weil bis auf seltene Ausnahmen die Politik mit Geld viel schlechter umgeht als Bürger oder Wirtschaft; weil der Finanztransaktionssteuer wegen künftig viel Geld, Zeit und Gehirnschmalz unproduktiv für komplizierte Konstruktionen verschwendet werden wird, um die neue Steuer zu umgehen; weil nichts so schnell aus Europa weg ist wie Kapital; weil Finanzzentren wie Singapur oder Hongkong nur darauf warten, europäische Vermögen aufzunehmen; weil dadurch unweigerlich jede noch so harmlose Banküberweisung mit einer zusät

Dr. Ehrlich
00
21.12.2011, 10:13
darum stehen die skandinavischen länder ja so schlecht da, gell?

Franz Kirkovits
40

...zusätzlichen Mittelstands-Steuer belastet wird.

Grunzbert
11
Selbst wenn mehr Steuergeld in die EU/Staatskassen kommt,

so werden die Staatspleiten dadurch trotzdem nicht vermieden.
Damit wird höchstens das Symptom leicht verzögert, aber die Ursache, die maßlose Schuldenmacherei, bleibt weiterhin bestehen.
Solange Geld billig zu leihen ist wird freizügig zugegriffen, aber wenn danach dadurch die Kreditwürdigkeit fällt & die Schulden nicht mehr bezahlbar sind, dann wird alles was mit Finanzen zu tun hat populistisch in einen Topf geworfen & zum Feindbild erklärt.

videoopa
11
Essen wird immer teurer, Spekulanten werden reicher

http://www.vimeo.com/25756576

Zomby Woof
51

Wenn das alles so einfach ist, wieso werden Sie dann nicht auch Spekulant?

Immer wieder zeigt sich, dass man mit riskanten Geschäften auch gewaltig einfahren kann: http://blogs.wsj.com/deals/201... ng-stocks/

Michail Bakunin
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Genau, warum ist die Billa-Kassierin nicht so intelligent und wird einfach Spekulantin? Möglicherweise fehlt einer Menge Menschen das nötige Kleingeld, um sich mit Spekulation das Vermögen zu vergrößeren? Herr lass Hirn regnen...

Steinbock1959
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Vielleicht ist diese Billa-Kassierin ja auch nur nicht schlecht genug dazu.

sotho talker
 
12
weil man dazu das nötige kleingeld braucht

darum werden 99.99% der menschen keine spekulanten.

LGM
01
22.2.2012, 23:51

So besonders viel Geld braucht man an den Warenterminbörsen nicht, und wenn Spekulation wirklich so lukrativ ist, dann ist die Phase des wenig Geld Habens ja schnell vorbei.

Ron J. 2000
52
finanzfaschismus kann nicht die lösung sein

die finanztransaktionssteuer ist ja für die spö das allproblemlösende allheilmittel schlechthin. besonders genosse cap hat es auf die bösen spekulanten abgesehen ;)
nur was passiert wenn die steuer eingehoben wird? ja sie wird eben auf kunden, anleger, etc umgewälzt. im endeffekt zahlen wir es wieder selber. siehe servicepauschalen ;-DDD

Milchleber
16

eine Bank kann so eine Steuer weitergeben, aber Spekulanten tun sich da doch etwas schwer. Auch eine reine Investmentbank ohne Bankkundengeschäft tut sich schwer eine Steuer an die Durchschnittsbevölkerung weiter zu geben.

Außerdem gibts ja sowas wie die unsichtbare Hand, die bei vernünftiger Konkurrenz dafür sorgt, dass das günstigste Angebot (also die Bank, die die Steuer nicht weitergibt) genutzt wird.

Also das Totschlagargument der Weitergabe zieht hier nicht.

Grunzbert
01

Die großen Banken haben aber sehr wohl auch Investmentabteilungen, deren Spesen sie weiter geben können.
Und die Gebühren sind für die meisten Kunden offensichtlich nicht das Hauptkriterium bei der Wahl ihrer Bank, denn sonst hätten die größten Banken i.A. nicht höhere Kontogebühren & niedrigere Guthabenzinsen als die kleineren Banken.

Ketchup
00
16.4.2012, 01:30
Der Löwenanteil der Finanzwelt ist der Derivathandel!

Ich kenn die genaue Zahl nicht aber ich denke sie liegt >80% oder sogar >90%

So groß ist der Anteil am Gesamtvolumen, der in Derivaten gehandelt wird. Etwas, wovon kaum ein Privatkunde je betroffen ist.

Die Tobin Tax zielt hauptsächlich darauf ab, den zT absurden Handel zur Ausnutzung minimalster Kursdifferenzen (der natürlich nur bei riesígen Volumina etwas bringt) einzudämmen.

Hauptziel ist weniger, die Kohle, die aus der Steuer lukriert werden kann, sondern der Versuch, die Finanzwelt wieder zur FInanzierung der REALWIRTSCHAFT zu bringen.

Sozusagen weniger mim eigenen Spatzi spielen :-)

Würde wohl die Kreditklemme für Kleinunternehmer beenden und manches absurde Finanzgeschäft unattraktiv machen.

der Bibliothekar
00
Kapitalismus Luege
04
Es herrscht Klassenkrieg, richtig. Aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt. Und wir gewinnen.

Warren Buffet

wer glaubt da noch durch Drehen einer kleinen Stellschraube das System gerechter machen zu können?

Längst gibt es dark-pools und Co wo sich das Kapital jeglicher staatlicher Kontrolle entzieht.

Die Lösung ist einfach:
Die Realwirtschaft entkoppelt sich von der Finanzmafia. Geld gibt es nur mehr für eine erfolgte Arbeits- oder Produktivitätsleistung.

Throws-his-horse-away
00

wenn das Zitat wirklich echt ist (unfassbar), dann frage ich mich, wie es möglich ist, dass sich der noch auf die Straße trauen kann!!!

Ketchup
01
14.7.2011, 01:16
echt... aber falsch zitiert!

BUFFETT: Sure. But I wouldn't raise the 12-point and a fraction payroll tax, I would raise the taxable base to above $90,000.

DOBBS: That's a progressive idea. In other words, the rich people would pay more?

BUFFETT: Yeah. The rich people are doing so well in this country. I mean, we never had it so good.

DOBBS: What a radical idea.

BUFFETT: It's class warfare, my class is winning, but they shouldn't be.

sotho talker
 
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dann sollten sie mal nachschauen

wie das zitat weitergeht. natürlich hat der gute poster da oben den letzten wichtigen halbsatzsatz... unterschlagen.

25.05.2005 CNN interview warren buffet. ich machs ihnen leicht :)

Throws-his-horse-away
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es ist tatsächlich echt. Warren Buffet / New York Times / 2006

Sissi Bussi
00
Ein großes Bündnis kämpft

für die Einführung der Finanztransaktionssteuer. Unterstützen kann man hier: http://www.steuergegenarmut.at/

Aung San Suu Tschi
 
00
Keynes war Engländer und nicht US-Amerikaner (s. Text zu Bild 7)

http://en.wikipedia.org/wiki/John... ard_Keynes

Redaktion Wirtschaft
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Wurde korrigiert, danke!

MfG
Die Red.

abschreiben ok, aber von der APA?
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Tobin war also der Meinung, unregulierte Devisenmärkte führen zu Marktversagen, war gleichzeitig aber vom freien Welthandel sehr angetan.

Die Logik verschließt sich mir.

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