Integrationsbericht 2010

Fast die Hälfte der Zuwanderer geht wieder

5. Juli 2011, 13:22

45 Prozent der Menschen, die zwischen 2002 und 2005 kamen, sind wieder gegangen, trotzdem mehr Zuwanderung 2010

Wien - Fast die Hälfte der Zugewanderten, die in den vergangenen zehn Jahren ins Land kamen, ging nach fünf Jahren wieder weg. Das geht aus dem aktuellen Integrationsbericht hervor.

45 Prozent der 2002 bis 2005 Zugewanderten haben Österreich inzwischen wieder verlassen. Der größte Teil der Zugewanderten kommt aus EU-Ländern. Am längsten bleiben die Türken, gut drei Viertel von ihnen waren nach fünf Jahren noch hier.

Im Jahr 2010 ist die Zuwanderung wieder angestiegen, während die Abwanderung gleich hoch blieb. Erhöht hat sich vor allem die Zuwanderung aus Rumänien, Ungarn, der Slowakei und Polen. Insgesamt leben 59.000 EU-Bürger in Österreich, den größten Anteil stellten die Deutschen (18.000). 39.000 Zuwanderer kamen aus Drittstaaten, ein Drittel davon aus den Staaten des früheren Jugoslawien und dem restlichen Europa, ein weiteres Drittel aus Asien und Afrika. Gering fiel die Zuwanderung aus der Türkei (4.000) aus.

Während insgesamt 87.000 Personen im Vorjahr das Land verließen, wanderten 114.000 Personen zu.

Weniger Asylsuchende, weniger Einbürgerungen

Auf 11.000 verringert hat sich die Zahl der Asylwerber; die meisten kamen aus der Russischen Föderation, vor allem Tschetschenien, aber auch aus Afghanistan, dem Kosovo, Nigeria und Indien.

Wie bereits in den vergangenen Jahren ist auch im Vorjahr die Zahl der Einbürgerungen wieder gesunken. Von 8.100 im Jahr 2009 auf 6.135 im Vorjahr. Eingebürgert wurden vor allem Ex-Jugoslawen und Türken.

18,6 Prozent der Gesamtbevölkerung

Insgesamt leben in Österreich 1,543 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, gehören also der ersten oder der zweiten Generation an. Das sind 18,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Von den Menschen mit Migrationshintergrund waren 1,139 Millionen im Ausland geboren, 404.600 gehörten der "zweiten Generation" an. Die größte Herkunftsgruppe stellte zum Stichtag 1. Jänner 2011

Deutschland (220.000), gefolgt von
Serbien, Montenegro und Kosovo (209.000),
der Türkei (185.000),
Bosnien und Herzegowina (131.000),
Kroatien (70.000),
Rumänien (68.000),
Polen (60.000),
der Tschechischen Republik (45.000),
Ungarn (41.000) und
Italien (29.000).

Die Migranten leben konzentriert in wenigen Regionen: Nur zehn Prozent der Gemeinden nahmen mehr als 80 Prozent der Ausländer auf, 40 Prozent entfielen alleine auf Wien.

Eingebürgerte haben weniger Babys

Den 2010 ausgewiesenen Geburtenüberschuss von 1.543 verdankt Österreich den Zuwanderern. Denn bei den Österreichern überwogen 2010 die Sterbefälle (mit 7.374), bei den Ausländer die Geburten (8.917). Österreicherinnen gebaren durchschnittlich 1,32 Kinder, Frauen ausländischer Herkunft 1,87. Eingebürgerte Frauen haben sich "angepasst", sie bekamen weniger Kinder als ausländische Staatsbürgerinnen (1,50 gegenüber 2,01).

"Handlungsbedarf" im Schulwesen

"Handlungsbedarf" wird bei Jugendlichen konstatiert, die nur Pflichtschule oder keinen Schulabschluss haben. Von den Nichtdeutschsprachigen setzten 14 Prozent die Ausbildung nach der Hauptschule nicht fort, bei den Deutschsprachigen nur vier Prozent. Der Ausländeranteil an maturaführenden Schulen hat sich zwar leicht erhöht (wobei immer noch sehr wenige Türken und Ex-Jugoslawien vertreten sind), aber Schüler mit Migrationshintergrund sind immer noch am häufigsten in Hauptschule, polytechnischem Lehrgang und der Neuen Mittelschule zu finden. Den höchsten Ausländeranteil wies weiterhin die Sonderschule (18,3 Prozent) auf. Festgestellt wurde allerdings auch, dass sich das Bildungsniveau der zweiten Generation deutlich an jenes der Inländer angeglichen hat.

Das niedrigere Bildungsniveau schlägt sich im Erwerbsleben nieder. Migranten waren zu einem weit höheren Anteil als Arbeiter tätig, nämlich zu 47 Prozent gegenüber 23 Prozent - wobei Türken (66) und Ex-Jugoslawen (64) besonders hohe Arbeiteranteile haben. Bei den Inländern überwogen Angestellte und Beamte (zusammen 61 Prozent).

Türken und Zuwanderer aus anderen Nicht-EU-Staaten waren 2010 (mit 13,1 Prozent) doppelt so häufig arbeitslos wie Österreicher. Insgesamt war die Arbeitslosigkeit der Ausländer (mit 9,7 Prozent) damit höher als die der Österreicher (6,9). "Bemerkenswert" ist aber, dass die Langzeitsarbeitslosigkeit bei Ausländern (1,6 Prozent) geringer war als bei Österreichern (2,9). 

Mehr Opfer und Täter

Neuerlich war 2010 auch der Anteil der Ausländer bei Straftaten höher - und zwar sowohl als Täter als auch als Opfer. Mehr als 31 Prozent der Gerichtsurteile betrafen Ausländer. Es wurden rund viermal so viele ausländische Staatsangehörige (1,6 Prozent) verurteilt wie österreichische (0,4 Prozent) - wobei der Anteil der Ausländer auf 1,1 Prozent sinkt, wenn man einbezieht, dass der Anteil der 15- bis 40-jährigen Männer, die als besonders straffällig gelten, bei ihnen höher ist. Umgekehrt wurden ausländische Staatsangehörige doppelt so oft Opfer von Straftaten wie Österreicher.

Niedriger ist die Erwerbsquote der Migranten (65 Prozent gegenüber 73 Prozent) - was vor allem auf die Frauen zurückzuführen ist, und hier wieder auf die Türkinnen, die nur zu 41 Prozent arbeiten gingen. Nicht nur Frauen aus dem EWR-Raum, sondern auch aus Ex-Jugoslawien (62 Prozent) lagen nahe bei den Österreicherinnen.

Gesündere Lebensweise, mehr Wirbelsäulenschäden

Widersprüchlich ist der Befund im Bereich "Gesundheit und Soziales": Migranten haben zwar ein geringeres Einkommen (nur 84 Prozent des mittleren Jahres-Einkommens der Österreicher) und ein höheres Armutsrisiko (24 zu elf Prozent). Aber sie können auf ein recht langes Leben hoffen und leiden seltener an Zivilisationserkrankungen (Herz-Kreislauf oder Allergien) - dafür aber häufiger an Krankheiten durch körperliche Belastung (Wirbelsäule) oder auch Depressionen.

Ein 2010 geborener Österreicher konnte auf 77,6 Jahre Lebensdauer hoffen, eine Österreicherin auf 83,1 Jahre. Bei den Migranten waren es 78,4, bei den Migrantinnen 83,2 - wobei die Türkinnen mit 84,5 Jahren hervorstachen. (APA)

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Herr und Frau Österreicher
 
11

Normalerweise rege ich mich nicht darüber auf, aber irgendwas dürfte heute bei dem Kommentarfilter nicht stimmen.
Ein harmloses Kommentar von mir, in dem ich lediglich darauf hingewiesen hab, dass ich kein Grüner bin, kommt nicht durch, dafür ein schwerst rassistisches.
Nicht falsch verstehen, ich bin dafür, dass das rassistische stehen bleibt, für all jene, die da behaupten, es gäbe gar keinen Rassismus in Österreich.

mi se
15
schade dass der Typ im Bundesrat ist .. !!!

http://diepresse.com/home/poli... k/index.do

vielleich wäre ein parteiwechsel angebracht!!

Luise Rache
01
ist der ein blauer??? :))

wundere mich das man ihn noch nicht entfernt hat.

prusiner
02
nein

nur einer der seine Landsleute offenbar einzuschätzen weiß und nicht in unreflektierter Verteidigungsstellung festhängt

USV
11
ein wahres Wunder!

da ist Österreich ein so grausliches Land für Fremde und die Österreicher sind sooo ausländerfeindlich - und trotzdem steigt die Zahl der Zuwanderer!!
Liebe Grüne, bitte tut's mir das einmal erklären!
Und es ist unfair, sich in dem Artikel auf die Türken zu konzentrieren.

Thomas Felder1
00

äh...Geld? Lebenschancen? da nimmt man sogar das Adolf-Land in Kauf

Bossa-Nova
12
Jeder, der HCS wählt, richtet sein Land selbst zugrunde!

Warum: Xenophobie und Ausländerfeindlichkeit signalisieren der Welt, dass Ausländer an allem schuld sind.

Daher, bei solch einer vergifteten Atmosphäre, "die Guten", die hier sind, verlassen das Land und "die Guten", die noch nicht hier sind, kommen erst recht nicht hierher.

Und wer meint, er könne Ausländer in gute und schlechte teilen, um nur "die Guten" reinzulassen, schneidet sich selbst ins eigene Fleisch, denn im Ausland wird generell nur die allgemeine Xenophobie eines solchen Landes wahrgenommen, und nicht seine Gute-Und-Schlechte-Ausländer-Politik, und deshalb wird dieses Land auch GENERELL GEMIEDEN.

Und jetzt bedankt euch bei HCS und, natürlich, bei euch selbst!

Good Luck!

Chester R.
20

"Und jetzt bedankt euch bei HCS und, natürlich, bei euch selbst!"

Ähm... und was genau unterscheidet Sie jetzt von einem Strache? Strache sagt, die Ausländer sind Schuld, Sie sagen, der Strache und "wir" sind Schuld. Wer im Glashaus sitzt...

Bossa-Nova
01

> und was genau unterscheidet Sie jetzt von einem Strache?

Ich erkenne den POPULISMUS dahinter!

PS: Wähle ihn! Du darfst! :-)

Alina Zak
00
gähn...

meine verwandten interessiert das nicht.... sie entscheiden nach anderen Kritierien in welches land sie wollen... Sicherheit, geringere Korruption, Soziales Netz, Pensionen, Jobchancen etc. Arme Menschen gehen nach solchen Kriterien. das Image des Landes ineressiert eher Wohlstandsverwöhnte und jene, die nichts schlimmes kennen....

Nationalistisch eingestellt sind sowohl jene die ihr Land für das beste halten, als auch jene die es für das schlimmste halten. Beide haben eine Obsession mit dem eigenen Land.... hass-liebe ... austro-zentrismus

Luise Rache
33
wir sind schuld?

... wenn sie sich nicht "anpassen"?
... sie lieber unter sich sind?
... sie kein deutsch lernen wollen?
... sie ihren glauben über alles andere stellen?
... sie ihren nachwuchs so erziehen das sie nicht in unser system passen?

Thomas Felder1
21

in unser system

was ist denn "unser system"?

fahrenheit 451
00

das sekulare staatsystem das auch in westeuropa allgemein vorhanden ist?

Bossa-Nova
12

Du WIEDERHOLST wie eine Litanei nur das, was du von HCS gelernt hast zu denken, immer und immer wieder...

Auf dieser Liste sind lauter VERALLGEMEINERUNGEN und Clichés, keine Objektivität.

Glaub mir: Du WILLST, dass es so ist, wie es auf deiner Liste steht, das brauchst du, um jemanden zu haben, dem du die Schuld geben kannst.

Genau das aber ist der Trugschluss und die SACKGASSE.

xal belo
00
Nicht jeder kommt, um zu bleiben.

Es ist halt schon auch so, dass nicht jeder, der "zuwandert" vor hat, den Rest seines/ihres Lebens in Ö zu verbringen (und da meine ich jetzt nicht Studenten oä). Es soll ja auch Menschen geben, die einfach gerne für ein paar Jahre in einem anderen Land leben und arbeiten und von vorneherein planen, wieder in ihr Geburtsland oder ein anderes Land weiterzuziehen.

alfacinha
53
Wen wunderst...

Ganz ehrlich: Es wundert mich überhaupt nicht, dass soviele wieder die Flucht ergreifen!!!
Bei der fremdenfeindlichen Einstellung in diesem Land der man fast tagtäglich ausgesetzt ist, auch kein Wunder!!!!

prusiner
02
und der kleine Abschnitt

mit der Kriminalität wird offenbar in der Wahrnehmung ausgeblendet

das kleine Absätzchen mit den Arbeitslosenquote bei Türken und Nicht EU-Ausländern offenbar auch

trotz verbreiteter Xenophobie blieben 75% der Türken

weitere Zuwanderung von dort ist eh nicht mehr erforderlich; das Wachstum der Gruppe wird inzwischen direkt im Land erledigt

marillensuppe
16

die größte Zuwanderergruppe sind die Deutschen,

und das sind auch die,

die wieder gehen,
wenn sie ihr studium fertig (oder abgebrochen) haben

Antagonist1
00
45%?

Hatten die überhaupt die Absicht zu bleiben? Aber auch hier gilt: Man soll Reisende nicht aufhalten....

navrat pospischil
 
00
das ist für semi-zuwanderungsländer völlig normal.

nichts a-typisches daran.

Österreich ist in vielerlei hinischt so eine art Durchwanderungsland.

Das hat nichts mit irgendeiner überproportionalen xenophobie zu tun(die sich statistisch auch nicht nachweisen lässt). Sondern ist de fact normal und im Rahmen der Migrationsströmungen exakt in der Norm.

Feindschicht
02
frae an die wiener

hallo, geht es euch auch so? wenn man in der früh mit der ubahn zur arbeit fährt (bis 9.00) sieht man fast nur österreicher und wenige ausländer, und am abend beim nachhausefahren immer mehr leute mit migrationshintergrund. böse ist der böses denkt ;)

NOE
13
haha die Hälfte geht

wer bleibt den schon nach einer Straftat!

Bin zweifellos mit dem linken Fuß aufgestanden...
00
Die Überschrift ist sensationell tendenziös.

Da gibt es jede Menge Aussagen:
vom Kriminalitätsgefälle über die weiter steigende Zuwanderung bis zu den Bildungsmängel.
Aber die Überschrift berichtet davon, dass ein Teil der Zuwanderer doch glatt wieder geht.

Eine Qualitätszeitung ist das hier längst keine mehr.

Bekka
 
1119
es sind wahrscheinlich die intelligenteren und gut ausgebildeten

die von der xenophoben stimmung und den schikanen im land genug haben und dorthin gehen wo sie herzlich willkommen sind.

und recht haben sie.

Antagonist1
02
NA ALSO

So erklärten Sie uns, warum Sie hier bleiben!

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