Kinderwunsch der Männer nimmt in Österreich signifikant ab

Interview |
  • Wolfgang Mazal: "Wer sich mit dem Kinderthema konfrontiert, muss auch bereit sein, sich 
dem Unplanbaren zu stellen."
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    Wolfgang Mazal: "Wer sich mit dem Kinderthema konfrontiert, muss auch bereit sein, sich dem Unplanbaren zu stellen."

  • Warum sich immer weniger Männer fortpflanzen wollen, kann nicht abschließend geklärt werden. Weil: "Das Geld für komplexe Männerforschung fehlt", sagt Mazal.
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    Warum sich immer weniger Männer fortpflanzen wollen, kann nicht abschließend geklärt werden. Weil: "Das Geld für komplexe Männerforschung fehlt", sagt Mazal.

Warum immer mehr Männer den "Spagat" zwischen Familienernäher und Vaterschaft "ablehnen" erklärt Familienforscher Wolfgang Mazal

Zur niedrigen Geburtenrate hierzulande tragen nicht nur die Frauen bei - auch immer mehr Männer begeben sich in den "Zeugungsstreik". Im Gespräch mit derStandard.at analysiert Familienforscher Wolfgang Mazal die Gründe für diese Entwicklung. Viele Unternehmer würden nur in Sonntagsreden Familienfreundlichkeit signalisieren. An der konkreten Umsetzung hapert es jedoch. Zudem würden immer mehr junge Männer dem Spagat zwischen Familienernährer und der Vaterschaft ablehnen. Über das "perfekte Projekt Kind", die Frage, ob die Politik der ÖVP Teil des Problems ist und darüber, was Männer eigentlich wollen, sprach er mit Katrin Burgstaller.

***

derStandard.at: Sie haben einmal gesagt, die Einstellung der Gesellschaft zu Kindern muss sich verändern. Wie ist die Gesellschaft denn zu Kindern eingestellt?

Mazal: In vielen öffentlichen Kommunikationen, insbesondere auch in der Arbeitswelt, wird das Kind heute als eine Einschränkung empfunden und dargestellt. Kinder gelten als Hindernis in der beruflichen und persönlichen Entfaltung von Frauen und Männern. Kinder werden oft als Karrierehemmnis kommuniziert und erfahren. Das ist ein klares Indiz dafür, dass wir Kinder nicht als positiv und bereichernd, sowohl für die Individulabiografie als auch für die Gesellschaft empfinden.

derStandard.at: Man hört öfters von Bürgern, die gegen Lärm aus benachbarten Kindergärten mobil machen. Glauben Sie, dass Kinder auch im persönlichen Erfahrungsbereich als Problem gelten?

Mazal: Für mich ist es sehr fragwürdig aus Einzelphänomenen einen Gesamtrückschluss zu ziehen. Ich sehe im Privatbereich sehr viel positives Engagement für Kinder. Ich hoffe, dass das Einzelfälle sind. Wenngleich die breite öffentliche Kommunikation dieses Einzelfalles die Wahrnehmung bestimmt. Das viel größere Problem ist das Kind- und Karrierethema.

derStandard.at: Früher galten Kinder als Inbegriff des Soliden. Würden Sie dem zustimmen?

Mazal: Ich würde das nicht mit Solidität verwechseln. Ich würde sagen, das ist ein Mensch, der sich auch der Unplanbarkeit und der Offenheit des Lebens stellt. Jeder, der Kinder hat und mit Kindern lebt, weiß, dass das Planbare und Solide für diese Lebenssituation nicht zutrifft. Wer sich mit dem Kinderthema konfrontiert, muss auch bereit sein, sich dem Unplanbaren zu stellen.

derStandard.at: Werden Kinder heute stärker als früher als Risikofaktor wahrgenommen?

Mazal: Kinder werden mit Sicherheit unter zwei Gesichtspunkten anders wahrgenommen als früher. Auf der einen Seite gibt es einen enorm hohen Anspruch an das Individuum. Man möchte mit dem Kind ein perfektes Projekt hinlegen. Das war früher nicht der Fall. Das Kind wurde früher mit einer größeren Selbstverständlichkeit erlebt und nicht als Zwang zu einem perfekten Projekt. Kind wird in Zusammenhang mit der Überforderung, die aus dem Idealbild entsteht, als Einschränkung wahrgenommen. Junge Menschen sagen zum Beispiel oft, "zuerst möchte ich noch viel reisen, zuerst muss ich noch viel erleben, dann kriegen wir Kinder". Das sind für mich auch bedrückende Zugänge. Damit zeigen diese Menschen, dass sie Kinder als vorläufiges Ende vom guten Leben assoziieren. Das ist eine verkürzte Wahrnehmung, die die Gesellschaft, die Werbung, die Arbeitswelt, kommuniziert.

derStandard.at: Auch Männer tragen zur geringen Geburtenrate bei. Neben dem Geburtenstreik spricht man von der Zeugungsverweigerung. Was ist das Problem der Männer?

Mazal: Dazu gibt es unterschiedliche Theorien und das Thema ist noch nicht sehr gut beforscht. Zum Teil führen das Forscherkollegen darauf zurück, dass jetzt Männer in die Familienphase treten, die selbst in Kleinstfamilien aufgewachsen sind, dementsprechend gestalten sie ihre eigene Familiengründung. Allerdings ist dieser Effekt in anderen Ländern, wo Männer ebenfalls aus Kleinstfamilien kommen nicht beobachtbar. Das ist ein statistisches Sonderphänomen in Österreich. In Österreich nimmt der Kinderwunsch der Männer signifikant ab, während das in anderen Ländern nicht der Fall ist.

derStandard.at: Warum wollen immer weniger Männer in Österreich Kinder bekommen?

Mazal: Das ist auf viele Faktoren zurückzuführen. Das mag zusammenhängen mit dem als stark männerfeindlich empfunden Scheidungsfolgenrecht. Viele Männer mögen sich denken, wenn es zu einer Scheidung kommt, sehen sie ihr Kind nicht mehr und dürfen nur mehr dafür bezahlen. Valide erforscht ist die Ursache noch nicht. Wir haben zu wenig Geld für komplexe Männerforschung in Österreich.

derStandard.at: Sie haben bei einer Podiumsdiskussion gesagt, von Männer wird einerseits erwartet, dass sie die Familie ernähren und andererseits auch ein aktives Familienleben führen. Sind sie damit überfordert?

Mazal: Die Erwartungshaltung an die Männer ist nach wie vor sehr traditionell und ist gleichzeitig angereichert mit der Erwartung, er muss sich auch um die Familie mehr kümmern. Das ist ein Spagat, den junge Männer mit Sicherheit auch ablehnen.

derStandard.at: Und was wollen die Männer eigentlich? Wollen sie arbeiten oder sich mehr um die Kinder kümmern?

Mazal: Junge Männer wollen die Erwerbsarbeit nicht aufgeben, möchten sich aber auch stark an die Familie orientieren.

derStandard.at: Was ist die Lösung?

Mazal: Männer sollten weniger in der Erwerbsarbeit tätig sein, sich dafür mehr der Familie widmen. Und umgekehrt. Frauen sollten sich mehr der Erwerbsarbeit zuwenden, dafür weniger Familienarbeit leisten. Das wünschen sich die jungen Menschen. Aber die Arbeitswelt muss ihnen das auch ermöglichen. Wenn ich im Hörsaal frage, "was erwarten Sie sich?" Sagen alle: "Wir wollen arbeiten und eine Familie gründen." Wenige Jahre später dreht sich das Bild. Der Mann ist am Überstundentrip und sagt, er muss Karriere machen, man erwartet ja von mir, dass ich viel Kohle bringe. Die Partnerin ist oft frustriert, weil sie merkt, sie wird nicht auf den Karrieretrip gelassen, weil die Familienfrage nicht gelöst ist.

derStandard.at: Sie hat keine Kinder und macht trotzdem keine Karriere?

Mazal: Sie macht trotzdem keine Karriere, weil ihr vom Arbeitgeber unterstellt wird, sie wird womöglich schwanger. Die Frage, ob die Familienplanung abgeschlossen ist, sollte kein Arbeitgeber mehr stellen. Sie ist letztlich rechtswidrig. In der Sonntagsrede geben sich Unternehmen familienfreundlich in der konkreten Handlung wird bei einer Schwangerenmeldung Panik signalisiert. Nach dem Motto: Wie stellen sie sich das vor, wie soll es weiter gehen.

derStandard.at: Egal ob eine Frau Kinder hat oder nicht, sie ist jemand, der potenziell schwanger wird oder durch Krankheit des Kindes ausfällt? So werden Frauen in der Arbeitswelt wahrgenommen?

Mazal: Ja. Und genau deshalb sollte man den Männern ermöglichen, dass sie sich um ihre Kinder kümmern. Dann reduziert sich die Problemlage für die Frauen.

derStandard.at: Wenn Familien ihre Kleinkinder extern betreuen lassen, werden die Mütter nach wie vor in unserer Gesellschaft als Rabenmütter wahrgenommen. Versagen hier nicht gerade auch konservative Politiker?

Mazal: Ich bin mir nicht sicher, ob Konservative wirklich an diesem Meinungsbild in der Gesellschaft so stark beteiligt sind. Vor zwei Jahren hat der katholische Familienband eine Veranstaltung gemacht unter dem Titel "das Ende der Rabenmütter". Manchmal sind diese angeblich so konservativen Kreise weiter, als sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

derStandard.at: Gerade die "Familienpartei" ÖVP strapaziert den Leistungsbegriff vielfach. Erzeugt man so ein gedeihliches Klima, in dem viele Kinder zur Welt kommen sollen?

Mazal: Ich sehe da kein Problem, wenn man - dies betrifft vor allem die Wahrnehmung - auch jene Leistung anerkennen würde, die in der Betreuung und Erziehung von Kindern steckt. Die Frage "arbeitest du oder bleibst du bei den Kindern" ist da sehr verräterisch, weil sie signalisiert, dass Kindererziehung keine Arbeit sei. Der Leistungsbegriff wird nur dann ein Problem für die Familie, wenn als Leistung ausschließlich die Leistung im Erwerbsprozess anerkannt wird. Das ist aber, soweit mir bekannt, gerade nicht die Linie der ÖVP.

derStandard.at: Die Wirtschaft verlangt von den Jungen Flexibilität und globale Verfügbarkeit. Auch die ÖVP gilt als wirtschaftsfreundliche Partei. Ist sie mit diesem Programm vielleicht auch ein Teil des Problems?

Mazal: Ich glaube, dass Wirtschaft und Familie nicht als gegensätzliche und nur schwer zu vereinbarende Lebensbereiche gesehen werden dürfen. Im Gegenteil: Wirtschaft braucht Familie und umgekehrt. Unternehmen müssen endlich einsehen, dass sie gute Arbeitskräfte finden, wenn sie ermöglichen, das Familienthema zu lösen. Insofern sollten Unternehmen in puncto Flexibilität mit gutem Beispiel vorangehen und jene Flexibilität, die sie von Mitarbeitern fordern, selbst unter Beweis stellen, wenn Mitarbeiter ein Familienproblem haben. Ich kenne etliche Unternehmen, denen das sehr gut gelingt, und sehe, dass sich dieser Zugang auch wirtschaftlich lohnt. In Zukunft wird es übrigens im Kampf um knapper werdende qualifizierte Mitarbeiter wichtig sein, wenn man den Arbeitnehmern ein Angebot auch unter dem Blickwinkel der Vereinbarkeit von Familie und Erwerb machen kann. So gesehen ist es wirtschaftsfreundlich, wenn man die Wichtigkeit des Familienthemas betont.

Und schließlich ist noch zu bedenken, dass "Flexibilität" zwar ein hoher Wert ist, dass es aber auch andere Werte - etwa „Stabilität" - gibt. Letztlich geht es darum, eine ausgewogene Balance zwischen diesen Werten zu finden, was auch im Interesse der Unternehmen ist: Für mich ist Wirtschaftspolitik nur dann gut, wenn sie auch für Familien gut ist. Insofern freue ich mich auch darüber, dass Bundesminister Mitterlehner derzeit wirklich versucht, Wirtschaftspolitik und Familienpolitik zu verbinden.

derStandard.at: Die Großeltern von heute sind vielfach mobiler als frühere Generationen. Sie stehen für die Betreuung ihrer Enkel nicht mehr in dem Ausmaß wie früher zur Verfügung. Welche Konsequenzen hat das?

Mazal: Tatsächlich müssen sich junge Eltern die Kinderbetreuung heute in stärkerem Maß unabhängig von ihren Eltern organisieren als früher. Dies geschieht auch insbesondere durch neue soziale Netze, etwa im Freundeskreis. Und außerdem kann man - trotz mancher Schwächen - heute doch ein viel breiteres außerfamiliales Angebot an Kinderbetreuung als früher zurückgreifen, das im Übrigen auch weiterhin mit vielen öffentlichen Geldern ausgebaut wird. (Katrin Burgstaller, derStandard.at, 5. Juli 2011)

WOLFGANG MAZAL, geboren 1959 in Wien, ist Professor für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Wien und Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung.

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Posting 1276 bis 1325 von 2597
"Man möchte mit dem Kind ein perfektes Projekt hinlegen."

also solange DIESER aspekt im vordergrund steht, ist es sicher besser, das "projekt" gar nicht erst anzufangen - im interesse des (instrumentalisierten projekt-) kindes.

Über was sich manche aufregen können.

schlimm, wenns nicht mehr tun.

Die Strategie der Feministinnen gegen den Zeugungsstreik

"reinschubsen"
http://youtu.be/jveyhOnNGQc

Die neoliberale Wirtschaft ist ein Mörder-Konzept!

Dr. Mazal hat recht, aber ÖVP, SPÖ, FPÖ, BZÖ, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung sind für diesen ausbeuterischen Wahnsinn verantwortlich.
Überstunden, Personalreduktion, prekäre Arbeitsverhältnisse, Lohndumping, Flexibiltät, untaugliche Bildungssysteme, Teuerung, höchste Steuern, keine soziale Sicherheit usw. In dieser Welt ist kein Platz mehr für Kinder und Familie!

Wir haben seit 2000 die unfähigsten und korruptesten Politiker aller Zeiten, die nur mehr für Banken, Reiche und Konzern-Lobbys agieren. Die Arbeitnehmer werden ausgequetscht und wieder wie Menschenmaterial "verheizt". Wer verbraucht ist, ein Burnout oder einen Arbeitsunfall erleidet, erhält oft auch dann keine I-Pension wenn er schwerst erkrankt ist!

Reformen!

Geldfrage oder was

In meinem Umfeld kenne ich Männer, die
- Kinder nach der Trennung alleine erziehen mit einem Gehalt und quasi ohne Alimente, weil die Frau wenig verdient.
- teils alleine erziehen.
- 20-jährigen Papa im Karenz, der ein wunderbarer Vater ist.
- nach der Trennung immer für ihre Kinder da sein wollen und auch sind
- nach der Trennung für Ihre Kinder da sein wollen es aber nicht können
- Väter, die mit der Rolle nach der Trennung kämpfen
uvm.
- aber keinen, der keine Kinder will. Auch nicht die, oder gerade nicht die, die die meiste Zeit getrennt von Ihren Kindern leben.

Und ich habe befreundete Paare, bei denen die Familiengründung am Veto des Mannes scheitert.

Nicht alle, aber doch nicht als Einzelfall.

Verheiratet?

sind die Paare mit den Veto-Männern verheiratet?

Teils. Warum?

weil immer wieder einmal

stärker im Vordergrund steht, nicht heiraten zu wollen und ein Kind dann auch als "Verpflichtung" zu Ehe gesehen wird;

und heiraten wird für mehr und mehr Männer zum NoGo (weil im persönlichen Umfeld häufig zumindest eine Scheidungskatastrophe bekannt ist)

Wieso hier alle jammern "im Falle der Scheidung" "kann sich ja keine die Alimente leisten" usw.

Fahrt hier keiner Auto weil er einen Unfall haben KÖNNTE oder ein Kinder anfahren KÖNNTE das hinter einem Auto rausspringt und dem Ball nachläuft?

Geht hier Fahrradfahren weil er blöd stürzen KÖNNTE und sich das Rückrad bricht und im Rollstuhl landen KÖNNTE?

Raucht hier keiner weil er Lungenkrebs bekommen KÖNNTE?

Jeder geht ununterbrochen Risiken ein aber wenns um Kinder geht dann kommt schnell die Scheidung als mögliche "Gefahr". Das sind doch nur ausreden. Alimente sind nur Geld. Die eigenen Kinder bleiben die eigenen Kinder...gestörte Exfrau hin oder her => und wenn die Kinder 18 sind habens danach sicher noch 30-40 Jahre zusammen.

Im Auto hat man Gurte und ist versichert.

Mal davon abgesehen werden 50% der Ehen geschieden. Das ist ein hohes Risiko!

Als Frau darf man heuzutage alles. Als Mann darf man mal zahlen, zahlen und nochmals zahlen. Keinen Bock auf so einen Mist.

die wahrscheinlichkeit, dass eine ehe scheitert, liegt bei knapp 50 %. gleichzeitig hast als mann mit kind(ern) im scheidungsfall finanziell extrem den scherm auf.

was sagt die risikoanalyse. eintrittswahrscheinlichkeit mal schadenshöhe, eh schon wissen, ergibt: finger weg von a) ehe und b) kind. denn die risikobeschreibung lautet: vom mann in einer gutsituierten familie zum armen schlucker in no-time.

so schaut's aus.

Fahrtechnisch bin ich nun schon seit 20 Jahren unfallfrei unterwegs, ich glaube, weil mein Partner nie ins Lenkrad gegriffen hat. ;)

Die Chance auf eine Trennung liegt mittlerweile bei knapp 50%.

Wenn die Unfallwahrscheinlichkeit bei einer Autofahrt auch bei 50% liegt, würde ich auch nicht mehr fahren. :)

die Scheidungsrate liegt etwa bei 50%, das Unfallrisiko bei ungefähr 1:8000 pro Jahr. Wenn ich jetzt spekulieren müsste welches Ereignis vermutlich eher eintreten wird ...

Statsitik

also wenn jeder 2. einen Autounfall haben würde, gäbe es sicher weniger die das riskieren würden. Jede 2. Ehe wird geschieden - so abwegig ist das Szenario also nicht.

fall der scheidung liegt statistisch bei über 50%.
ist also klassisches roulette, bei dem am ende wie immer die bank gewinnt.

Du bist wirklich ein "Rückrad"

Wieso jammern????

Alimente sind "nur" Geld . Ja aber wenn ich als Mann ein neues Leben beginnen will, wenn eine Beziehung scheitert brauche ich nun mal das Geld. Und finanziell "erledigt" zu sein mit Unterhaltszahlungen und dergleichen das ist ein Risiko das nun mal immer weniger Männer eingehen wollen und das zu Recht. Welche Frau will dann schon einen Mann, dessen Gehalt bis unter das Existenzminimum gepfändet ist? Keine. Und bei einer Scheidungsquote von fast 50 % ist die Chance zum Zahlmeister zu werden nicht klein.

welcher mann will schon eine frau, die mit ihren

kindern ohne vater da sitzt?!
haben sie sich diese frage schon mal gestellt?

wie viele männer lassen frau und kinder hinter sich und beginnen neu mit einer anderen - jedenfalls mehr als umgekehrt? kenne jedenfalls mehr solche, als frauen, die mit ihren kindern so schnell einen mann finden, der sich einer kompletten familie hingeben will. kenne KEINE frauen, die die kinder beim mann lassen und mit einem neuen abhauen.

Wenn ich ein Mädel schwänger, dann möchte ich zumindest die nächsten 25 Jahre mit ihr verbringen. Das ist aber mehr als unsicher heutzutage.

kinder hier einfach

mit autos, fahrrädern und zigaretten gleichzusetzen, finde ich ziemlich unsensibel und befremdlich.

So ist es !

Unsere Vorfahren haben ihre Kinder unter Schwierigkeiten und Gefahren großgezogen, die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen wollen. Hätten die schon die freie Wahl gehabt, ob sie Kinder wollen oder nicht, wären viele der heutigen Zauderer und Schwarzmaler gar nicht erst geboren worden und hätten dann auch keine Sorgen.

grundsätzlich richtig, kann ich unterschreiben.

es sei denn die kids gehen studieren... ;) dann dauerts noch ein paar jährchen mehr

Ab 18 kann das Kind entscheiden wie oft sie den Papa im Falle der Scheidung sehen...da gibts kein Besuchsrecht alle 2 Wochen oder so => das meinte ich.

der Staat will eben keine Familien

ob bewusst oder unbewusst - aber wenn man Unsummen an Steuergeldern zahlt und im Gegenzug die Kinder immer früher abgeben MUSS, bzw. der Staat selbst auf einmal wesentliche Funktionen der Fsamilie wahrzunehmen versucht (Altersvorsorge,...), wodurch diese zu einer quasi-Freizeitbeschäftigung degradiert werden, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Leute immer weniger Interesse an einer Familie haben.

Für den Staat

würde ich auch keine Familie gründen. Aber für mich !

Ich frage mich...

...warum die Heinisch-Hosek Familienministerin ist und nicht Wolfgang Mazal?

mfg

Glaube, dass das „Zeitproblem“ das Hauptproblem darstellt. Wie sollen Eltern (Väter wie Mütter) neben Fulltimejob, Überstunden, steigendem Leistungsdruck, erwarteter Bereitschaft zu permanenter Weiterbildung noch ausreichend Zeit aufbringen können um sich in entsprechender Weise um ihre Kinder kümmern zu können? Das kann so nicht funktionieren.

Was heisst eigentlich Unplanbarkeit?

Planbar ist alles, besonders im Zeitalter der digitalen Kalender. Manchmal halt kurzfristig, aber da unterscheidet sich ein Baby in seinen zeitlichen Anforderungen nicht von irgendwelchen Dingen, die die Arbeit aufwirft.

Planbarkeit ist für mich der falsche Begriff für den Zustand, dass man einfach davon ausgeht, jemanden zu einer bestimmten Zeit unbestellt an einem bestimmten Ort anzutreffen. Wenn wer immer um 9 Uhr im Büro sein muss, will man damit eigentlich erzielen, dass keine Planung notwendig ist.

Vielmehr wird mit einem Kind die Notwendigkeit von Planung und Absprache flächendeckend. DAS ist es womit man sich offenbar schwer tut.

Die Karriere und der sonstige weitere Lebensweg sind nicht mehr planbar; laufende Umzüge, prekäre, befristete Arbeitsverhältnisse usw., und das noch auf zwei Personen abgestimmt. Die kurzfristige Organisation ist hier wohl das kleinere Problem.

Die "Wissenschafter" aus dem VP-Lager - so wie der da, haben ja offensichtlich ein Faible fürs Offensichtliche:

Nein, nein, es hat sicher nicht mit Leitungsdrängen in der Wirtschaft, beinharte Selektion für zu wenig Ausbildungsplätze und mangelnden Sozialleistungen zu tun, dass die Leute keien Kinder mehr kriegen (wollen), sondern ausschließlich, weil sie sich in der Disko impotent saufen.

Und nein, globale Flexibilität und Mobilität ist auch kein probelm, da ja überall Kinderbetreuungsplätze in rauhen Mengen zur Verfügung stehen... und überhaupt das EFH mit Garten lädt man einfach auf nen Hänger.

Danke Ö V P. Für ein land das den Bach runter fährt.

Naja, arme SPÖ wenn sie sich nur mehr solche Parteiposter leisten kann.

Was für mangelnde Sozialleistungen?!
Die Konkurrenz ist außerdem heute eine primär internationale, ebenso gilt der Leistungsdruck für ganze Volkswirtschaften, da können der Zwergstaat Österreich und dessen Zwergerlparteien wenig für eine Verschlechterung der Bedingungen (die ja hier immer noch vergleichsweise paradiesisch sind).
Kinderbetreuungsplätze für jedes Alter, rund um die Uhr und das ganze Jahr, wären allerdings tatsächlich wichtig. Dort zu investieren wäre wichtiger als die undifferenziert ausgeschüttete Gießkanne noch mehr zu füllen.

In den letzten 41 Jahren stellte bis auf 6 Jahre immer die SPÖ den Bundeskanzler in dem Land, das jetzt "den Bach herunter geht" und wofür die ÖVP verantwortlich sein soll. Die SPÖ bleibt unsichtbar.

Bin nie ein Freund der Partei mit den Funktionären, deren Köpfe tief im Hintern der Wirtschaftsbonzen ist, gewesen.

Aber das alles an einer Partei aufzuhängen, ist viel zu einfach.

Geh bitte!

Flexibilität in firmen heißt das man 45+ Stunden in der Woche arbeiten "darf" (wenn man seinen Job behalten will)
Das da nicht mehr viel Zeit für Kinder übrigbleibt sollte auch den Leiter für Familienforschung klar sein.
Aber so was traut sich in Ö ja keiner Ansprechen.

Einfach Job wechseln. Wenns nicht der komplette Nulpi sind ohne Schulbildung ist Jobwechsel easy.

Die Angst vor dem Jobwechsel ist auch nur in Österreich ein Thema. (Bzw. in einigen Branchen gar nicht so sehr - bei Agenturen wechseln die Leute öfters herum).

Also nicht beschwerden das es 45+ Stunden sind, sondern einfach was dagegen tun.

Da das die durchschnittliche Arbeitszeit in Österreich ist wird ein Jobwechsel auch nicht viel bringen.

da im thread das thema auto vermehrt auftaucht

frage ich mich, ob auf irgendeine seltsame weise die europaweit höchste neuwagen-zulassungsdichte mit männlichem kinderwunsch korreliert bzw konkurriert; die jeweiligen neuanschaffungs-und erhaltungskosten eines pkw entsprechen ja ungefähr dem unterhalt eines kindes

Da stellen sich manche alles leichter vor.....

.....entweder es geht um einen Nullerl Job, dann kann man die Dame leicht ersetzen.

.....oder es geht um eine qualifizierten wichtigen Job. Dann ist der Ausfall der Dame ein Problem.

.....ich plädiere für:
1) Nur EU-einheitliche Regelungen
2) Entfall der Wiedereinstellungsverpflichtung nach der Karenz
3) Entfall des Rechtes auf Teilzeit wann immer
4) Statt dessen Recht auf Teilzeit wärend der Karenz mit fixen Zeiten, je nach Babybetreung zum Beispiel halbtags oder 1 Tag pro Woche. Damit ginge der geistige Anschluss nicht verloren
5) Männer in Karenz nur freiwillig, aber gleiche Bedingungen wie Frauen
6) Schwangerschft sollte frühzeitig der Meldepflicht unterliegen und darf beim Einstellungsgespräch hinterfragt werden

"Entfall der Wiedereinstellungsverpflichtung nach der Karenz"

Sie haben auf Ihrer Forderungsliste nur noch die Zulassung von Sklavenarbeit vergessen!

Nein, lesen Sie doch.....

.....4) Statt dessen Recht auf Teilzeit wärend der Karenz mit fixen Zeiten, je nach Babybetreung zum Beispiel halbtags oder 1 Tag pro Woche. Damit ginge der geistige Anschluss nicht verloren.

Das Problem ist doch, dass Muttis in der Karenz den Anschluss verlieren und zwar wiedereingestellt werden um sofort oder kurzfristig gekündigt zu werden. Auch der Karenzvertretung ist der unsichere Zustand (kommt sie? - kommt sie nicht? - bleibt sie?) nicht zumutbar - nach meinem Vorschlag wäre die Mutti nie draußen.

Ich habe einmal zufällig in der ex DDR eine junge Dame kennen gelernt die - wie vorgeschlagen - super zufrieden war. Sie konnte ihr Forschungsprojekt weiter machen und niemand dachte daran, sie nach der Karenz zu entlassen.

Ist...

... alles relativ. Wir haben mal einer Mitarbeiterin zwei Kinder lang den Job freigehalten (natürlich mit Ersatzmitarbeiterin) um danach zu erfahren, daß Sie bei der Konkurrenz begonnen hat. Auch nicht die feine Art, oder?

Wer braucht mehr Kinder?

Immer, wenn ich solche Berichte lese, Frage ich mich, wer braucht denn hier mehr Kinder oder sollen wir doch eher das ganze Konsumenten nennen? Die Kapitalisten und Industrielle wollen doch nur nicht begreifen, dass es kein endloses und infinites Wirtschaftswachstum gibt. Es ist mathematisch schlicht und einfach nicht möglich. Seit über 60 Jahre geht es nur bergauf. Alles was zu einer positiven Geburtsrate führt, hilft der Wirtschaft, national und global. Ich denke nicht, dass die Weltbevölkerung ebenso endlos wachsen wird, jedes Land strebt nach einem höheren Lebensstandard, das verkraftet aber mit dem jetzigen Ressourcenverbrauch unser Planet nicht.

Mal sehen wo die Reise hingeht, es bleibt spannende - Fortsetzung folgt :)

Super Formulierung

also ich ....

...hab ein kind und will noch eines, obwohl ich (wir) es uns eigentlich nicht leisten können. aber es ist einfach zuuuu schön!! sollte das jemand wegen karriere oder verantwortung oder sonst was verpassen, dann hab tut mir das für denjenigen sehr leid! mein burschi war jetzt zwei wochen mit gattin bei den schwiegereltern und ich hab mich noch nie im leben so auf etwas gefreut, wie wenn ich ihn dann endlich in arm nehmen kann. kann kein geld aufwiegen!!! auf gehts! kinder machen! macht ja eh auch spaß!

Ist echt schön für dich, aber es gibt auch Menschen, die andere Präferenzen haben und denen Kinder wurscht sind. Dass einen Eltern im Bekanntenkreis immer von Gegenteil überzeugen wollen, geht auch mächtig auf die Nerven.

ja ich freu mich auch immer auf meinen sohn, wenn ich ihn gottes gnaden wieder mal sehen darf.

noch eine familie wird schwer zu finanzieren sein.. . selbst mit einem durchschnittlichen akademikergehalt.

also wer die totale abhängigkeit (finanziell, emotional) wünscht oder auf risiko steht (werden ja nur 50% der ehen geschieden).

junge männer gehören diesbezüglich aufgeklärt!!!

wuffi, nach deinen bisherigen postings zu schließen

hast du allein heute schon 67 kinder gezeugt.
auf dich treffen die mazal'schen thesen aber so was von gar nicht zu.

Posting 1276 bis 1325 von 2597

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