ORF verliert Showentwickler Mischa Zickler an ProSieben

4. Juli 2011, 18:32
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"Helden von morgen" , "Starmania" und Co gingen auf sein Konto, er war erster Chef von FM4: Nun arbeitet Mischa Zickler nicht mehr für den ORF - Bei ProSiebenSat.1 ist er künftig für Show und Entertainment zuständig

München/Wien - Für diesen Herbst hatte der selbständige Programmentwickler noch dem ORF ein Showformat angeboten. Küniglberg-interner, wohl nicht ganz ernst gemeinter Arbeitstitel: Internat des Grauens. Promis sollten noch einmal in die Schule.

Die große Chance

Der ORF konnte sich nicht für Mischa Zicklers Projekt erwärmen und setzt auf das etwa bei RTL gut laufende Genre Talentecasting. Der Titel stammt aus dem ORF-Programmfundus: Die große Chance.

Die seine sucht Zickler nun anderswo. Wohl nicht wegen der abgelehnten Showidee. Zickler wirkte schon länger besorgt um den ORF und seine Perspektive, für den er unter Gerhard Zeiler ab 1995 FM4 aufgebaut hatte und danach TV-Programme entwickelte.

Vice President ProSiebenSat.1 Entertainment, Show & Event

tv-media dürfte richtig liegen, dass die Absage Gerhard Zeilers für die ORF-Generalswahl Zickler motivierte, bei der Konkurrenz anzuheuern. Als Berater war er schon für die RTL Group unter Zeiler tätig.

Montag war der 45-Jährige in München und machte sein Engagement beim internationalen TV-Riesen ProSiebenSat.1 offiziell. Vice President ProSiebenSat.1 Entertainment, Show & Event steht künftig auf seiner Visitenkarte.

Friktionen

Beim ORF wollte man "Engagements anderer Fernsehunternehmen nicht kommentieren" , man habe "immer gut mit Zickler zusammengearbeitet" , sagte ein Sprecher. Künftig vorerst "wohl nicht mehr" .

Bei seiner letzten ORF-Produktion Helden von morgen wurden Friktionen kolportiert. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 7.5.2011)

  • FM4 wurde 1995 von Mischa Zickler mit entwickelt, er war erster Senderchef. Aus dem Radio eine TV-Jugendsendung zu entwickeln, gelang nicht recht. Zickler verlegte sich auf TV-Shows.
    foto: orf

    FM4 wurde 1995 von Mischa Zickler mit entwickelt, er war erster Senderchef. Aus dem Radio eine TV-Jugendsendung zu entwickeln, gelang nicht recht. Zickler verlegte sich auf TV-Shows.

  • "Helden von morgen" : Casting und Coaching kombiniert, lag lange in ORF-Laden. 652.000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Finale Anfang 2011.
    foto: orf

    "Helden von morgen" : Casting und Coaching kombiniert, lag lange in ORF-Laden. 652.000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Finale Anfang 2011.

  • "Starmania" : Vier Staffeln Gesangscasting von 2003 bis 2009. Anfangs im Schnitt 910.000 Zuschauer, bei der letzten Serie noch 400.000.
    foto: orf

    "Starmania" : Vier Staffeln Gesangscasting von 2003 bis 2009. Anfangs im Schnitt 910.000 Zuschauer, bei der letzten Serie noch 400.000.

  • "Taxi Orange" : Zickler & Co übersetzen "Big Brother"  2000 in ORF-Dimensionen. Bis 1,1 Millionen Zuschauer, im Schnitt 654.000.
    foto: orf

    "Taxi Orange" : Zickler & Co übersetzen "Big Brother" 2000 in ORF-Dimensionen. Bis 1,1 Millionen Zuschauer, im Schnitt 654.000.

  • "Musical! Die Show"  lief 2008/9 mit im Schnitt 553.000 Zuschauern, das Finale verfolgten 869.000 Menschen.
    foto: orf

    "Musical! Die Show" lief 2008/9 mit im Schnitt 553.000 Zuschauern, das Finale verfolgten 869.000 Menschen.

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