Linzer Prototyp derzeit testweise im Einsatz
Linz - Wissenschafter der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz haben
eine Software für Einsatz- und Leitzentralen entwickelt, die helfen soll, Staus
zu verhindern. Sie sagt eigenständig potenziell kritische Situationen im
Straßenverkehr vorher und liefert Vorschläge, diese zu vermeiden. Das Projekt
"BeAware!" wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft
(FIT-IT Semantic Systems) mit insgesamt 430.000 Euro gefördert, berichtete die
JKU in einer Presseaussendung am Montag.
Der Computer verknüpft Verkehrsinformationen aus unterschiedlichen Quellen
wie Stausensoren, Nachrichten, Baustellen- und
Veranstaltungsinformationssystemen zu einem Verkehrslagebild und errechnet
mögliche kritische Situationen. Damit würden die Verkehrsleitzentralen
entlastet, denn aufgrund der steigenden Informationsflut sei es immer
schwieriger, den Überblick zu bewahren, hieß es in der Aussendung.
Kooperation
Zurzeit werde der Prototyp mit Originaldaten des Unterstützers Asfinag
betrieben und sei testweise im Einsatz, so Wieland
Schwinger vom Institut für Telekooperation der JKU.
Schwinger hat "BeAware!"
mit Werner Retschitzegger vom Institut
für Bioinformatik und Norbert Baumgartner von der kooperierenden team
Communication Technology Management GmbH sowie den jeweiligen Teams entwickelt.
In etwas mehr als zwei Jahren sei der jetzige Stand erreicht worden. Die team
GmbH will das Projekt bis Herbst 2012 zum operativen Einsatz bringen, so
Baumgartner. Auch mögliche Einsätze im Schienenverkehr und für
Blaulichtorganisationen würden geprüft.
Ein Beispiel
Die Brocken "Tunnel", "Tagesbaustelle" und "Fußballspiel" in
zeitlich-räumlicher Relevanz lassen das System zum Beispiel vor einem "Stau
innerhalb eines Tunnels" warnen. Es schlägt auch Handlungsalternativen vor. Dazu
würden die Maßnahmen benutzt, die bei der Asfinag zur Verfügung stehen, so
Schwinger. Im konkreten Beispiel wären das etwa die Aufhebung der Tagesbaustelle
oder die Umleitung durch Wechselverkehrszeichen, um den Stau von vornherein zu
vermeiden.
Ein Folgeprojekt mit dem Ziel, Lagebilder für den urbanen Raum
verkehrsträgerübergreifend zu unterstützen, sei auf Schiene. Kooperationspartner
seien die Stadt Linz (Stadtentwicklung), die Linz Linien AG, das Verkehrsreferat
des Stadtpolizeikommandos sowie die Asfinag, hieß es in der Aussendung. (APA)