200 kostenlose Workshops für Schwangere und Familien mit Kleinkindern - Ernährungsberater besuchen Gemeinschaftküchen
Graz - Rund 40 Prozent der steirischen Bevölkerung sind übergewichtig, weitere zehn Prozent sogar in krankhaftem Ausmaß. Mit einer Förderung von einer Million Euro durch die Bundesgesundheitskommission wird bis 2013 ein großangelegtes Projekt zur Ernährungsberatung für Schwangere und Gemeinschaftsküchen durchgeführt, hieß es in einem Pressegespräch in Graz.
Ernährung in der Schwangerschaft
"Man weiß, dass der Grundstein für ein gesundes Leben bereits durch die gesunde Ernährung in der Schwangerschaft gelegt wird", sagte Pesserl. Um den Körper der Schwangeren und das ungeborene Baby optimal zu unterstützen, geht es nicht darum "doppelt so viel", sondern "doppelt so gut" zu essen. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist jedoch stark erhöht - deshalb sollte bei der Auswahl der Lebensmittel die Qualität vor der Quantität stehen.
In den kostenlosen rund vierstündigen Workshops "Ernährung in der Schwangerschaft" vermitteln Experten Schwangeren Wissen über gesundes Essen für den neuen Lebensabschnitt und danach: Was ist zu tun, wenn im Alltag kaum noch Zeit zum Kochen bleibt, wie macht man Kindern Obst und Gemüse schmackhaft, welche gesunden Rezepte haben sich in den Familien bewährt? 200 Workshops bis Ende 2013 sind geplant. Die Gruppengröße ist auf maximal 15 Teilnehmerinnen beschränkt, hieß es.
Gemeinschaftsverpflegung verbessern
Das Projekt "Gemeinsam Essen" legt den Schwerpunkt auf Gemeinschaftsverpflegungen: Rund 20 Prozent, beziehungsweise 260.000 Steirer jeden Alters bekommen täglich mindestens ein Essen in Kindergärten, Schulen, Kantinen, Spitälern, Mensen, Kasernen oder Senioreneinrichtungen. "Gerade in der Schule, im Berufsalltag oder im Alter ist es wichtig, dass die Steirer ausgewogen essen können", so Edlinger-Ploder. Seit dem Jahr 2009 gab es ein Pilotprojekt, in dem Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung gemeinsam mit Ernährungsberatern ihre Speisepläne und Arbeitsabläufe in der Küche optimieren konnten. Das soll bis 2013 verstärkt weitergeführt werden. "Dabei geht es auch um die Herkunft der Lebensmittel und die Verwendung von saisonalen und biologischen Produkten", sagte die Gesundheitslandesrätin. (APA)