Enthafteter im Fall Kührer: Einziger Fehler war offenes Haustor

50 Jähriger in Interview: "Ich habe nichts zu verbergen."

Wien - In einem Interview mit dem ORF-Radio "Ö3" sieht der am Sonntag im Kriminalfall Julia Kührer enthaftete 50-jährige Wiener seinen einzigen Fehler darin, dass er sein Haustor - in Dietmannsdorf 3 in der Gemeinde Zellerndorf (Bezirk Hollabrunn), wo das Skelett des Mädchens gefunden wurde - nicht abgesperrt habe. Er hoffe, dass der Täter gefunden werde, "damit ich meine Ruhe habe". Es gehe ihm nicht gut, so der Mann.

Zum "Kurier" sagte der Wiener auf die Frage, warum er keinen Anwalt genommen habe: "Ich habe nichts zu verbergen." Im Gespräch mit der Tageszeitung merkte er auch an, dass bereits vor zwei Jahren Beamte "da" gewesen seien. "Mit einem Hund", habe seine Lebensgefährtin ergänzt. Die Fahnder hätten sich "umschauen" wollen. "Es gab keinen Durchsuchungsbefehl. Ich hab' ihnen gesagt: Kommen Sie rein, ich habe ja nichts zu verstecken." Die Beamten seien "überall" gewesen. "Auch in dem Keller."

Die Aktion sei im Akt nicht aufgeschienen, sagte der 50-Jährige weiter. "Deshalb hat man während der Vernehmung die Beamten angerufen, die bestätigt haben, dass sie bei mir waren." "Niemand" rechne mit einer Leiche in seinem Keller. "Irgendwer muss sie in den vergangenen beiden Jahren dort abgelegt haben. Ich war nicht mehr dort."

Einziger Fehler: Haustor stand offen

Der Freitag früh festgenommene 50-Jährige hatte laut Bundeskriminalamt (BK) bereits bei den Einvernahmen im Landeskriminalamt NÖ in St. Pölten wiederholt betont, mit einem Verbrechen an Julia Kührer nichts zu tun zu haben. Er merkte dabei auch an, dass die Leiche auf dem Grundstück abgelegt worden sei. Die polizeilichen Befragungen des Mannes dauerten bis Samstagabend.

"Mein einziger Fehler, den ich begangen habe, ist, dass ich mein Haustor - das Eingangstor zum Grundstück - nicht abgesperrt habe. Jeder, der dort wohnt und vorbeigekommen ist, konnte hinein. Jeder hatte Zutritt", sagte der Wiener im "Ö3"-Interview. Veränderungen habe er am Grundstück keine bemerkt. "Der Verschlag war immer dort, weil ich einen Hund hatte und weil ich nicht wollte, dass er in den Keller hinuntergeht. Vor einiger Zeit war die Landesregierung bei mir. Es wurde gesagt, dass der Weinkeller einsturzgefährdet ist und dass er geschlossen werden sollte."

Videothek aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben

Julia Kührer habe er von der Videothek aus gekannt, so der Wiener weiter. Vielleicht zwei- oder dreimal sei sie mit ihrem Freund im Geschäft gewesen. "Es war aber nicht so, dass wir telefoniert, SMS geschrieben, uns getroffen hätten oder auf einen Kaffee gegangen sind." Auf die Frage, warum er seine Videothek einige Zeit nach dem Verschwinden des Mädchens geschlossen habe, antwortete der Mann, dass er keine Einnahmen mehr gehabt habe und ihm der Strom abgedreht worden sei. "Ich konnte die Miete nicht mehr zahlen." Der 50-Jährige habe die Geschäftsaufgabe mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten erklären können, sagte BK-Ermittlungsleiter Ernst Geiger bereits am Freitagabend.

Am Montag wollte der Mann trotz all der vorangegangenen Aufregungen laut "Kurier" und "Österreich" wieder arbeiten gehen. "Ich bin Fahrer in einer Transportfirma." (APA)

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Ich neige auch dazu, Michael K. zu glauben. All seine Aussagen haben Hand und Fuß, besonders seine Aussage betr. Anwalt spricht führ ihn.

Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten (sollte zumindest so sein).

jo - ich bin auch der meinung. wenn er sich einen anwalt genommen hätte, hätte man ihn gleich schuldig sprechen und auf dem scheiterhaufen binden können. in dem fall ist seine unschuld aber eindeutig bewiesen.

zufällig ...

... beim Spielen mit einem Hund am helllichten Tage Taschenlampen dabei haben
... einen zugedeckten Keller auf einem fremden Grundstück durchsuchen
... ein paar Knochen finden die ich dann
... als menschliche Knochen indentifiziere ?

Das sind doch reichlich Zufälle, oder?

Der schädelknochen ist jetzt nicht unbedingt der am schwersten zu identifizierende Knochen aber ich gebe ihnen recht. Das waren auf Seiten der finder schon ein paar zufalle zuviel

woher weißt denn du das alles? Nur die Polizei oder der Mörder können das wissen.

Muss Sie enttäuschen

auch ein Zeitungsleser bzw. Radiohörer kann das wissen.

Schade, wieder die falsche Spur.

Jedenfalls

kommt der Mann sehr glaubwürdig rüber. Und Beweise gibts auch keine gegen ihn. Also, was spricht dagegen, daß wir bei ihm mal die Unschuldsvermutung walten lassen? Besser, wie beim Grasser, ist sie wohl allemal aufgehoben.

Ich finde ihn auch glaubwürdig.

Oder Jack Unterweger

Ich tippe

auf die Eisbaronin

Schon ein entscheidender Widerspruch

"Mein einziger Fehler, den ich begangen habe, ist, dass ich mein Haustor - das Eingangstor zum Grundstück - nicht abgesperrt habe. Jeder, der dort wohnt und vorbeigekommen ist, konnte hinein. Jeder hatte Zutritt", sagte der Wiener im "Ö3"-Interview.

"Da das Grundstück aber nicht ohne die Überwindung von Hindernissen begehbar ist, besteht der Verdacht gegen ihn", erklärt Friedrich Köhl von der Staatsanwaltschaft Korneuburg.

Aber die Finder sind auch reingekommen, wie erklären Sie das ?

die Nachbarn, die das Skelett entdeckt haben, sind ja auch reingekommen. Also kann man daraus wohl schließen, daß auch jemand anderes unbemerkt reingekommen wäre.

Die angebliche Unversperrtheit des Eingangstores wurde von der Polizei/BKA (?) in einem im Radio ausgestrahlten Interviews verneint.

ich weiß ned ob die polizei in diesem fall so eine verlässliche quelle darstellt...

Ich wollte nicht werten nur die unterschiedlichen Sichtweisen aufzeigen. Insofern is es wurscht, ob der eine oder andere eine verlässliche Quelle ist oder nicht.

Na, ob es jetzt versperrt war, wo niemand mehr dort wohnt, sagt ja nichts darüber aus, wie das früher war.

Ist ein Tor leicht kein Hindernis?

Ich weiß nicht wie Sie sich für gewöhnlich durch offene Tore bewegen, aber für mich stellt ein solches kein Hindernis dar!

"Nicht versperrt" bedeutet nicht zwangsläufig, dass es offen stand

Jetzt könnte man fragen was für ein Hindernis das BKA meint

Ein unüberwindbares ist das Tor sicher nicht aber ein Hindernis ist es genaugenommen schon

Wobei das gröbere Haarspalterei ist :P

Es meint daß es für das BKA ein unüberwindliches Hindernis darstellt.

Der Haftrichter hält die Unschuldsvermutung schon sehr hoch. Für meinen Geschmack zumindest.

der Haftrichter beuteilt nur die vorliegenden Beweise...

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