Thaksin-Schwester setzt auf Versöhnung und breite Koalition

4. Juli 2011, 11:50
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    Yingluck Shinawatra (m.) mit ihren vier Koalitionspartnern.

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    Versöhnung statt harte Worte: Yingluck Shinawatra.

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    Yinglucks Bruder Thaksin will nicht aus dem Exil zurückkehren, er bleibt lieber in Dubai.

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Trotz absoluter Mehrheit im Parlament - Armee akzeptiert Sieg der Opposition - Exilierter Ex-Premier will zunächst nicht nach Hause zurückkehren

Bangkok - Trotz ihres klaren Sieges bei der Parlamentswahl in Thailand will die künftige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra eine Koalitionsregierung bilden. Vier kleine Parteien seien bereit, mit ihrer Pheu-Thai-Partei zusammenzuarbeiten, um "das Land zu regieren und die Probleme des Volkes zu lösen", sagte die jüngere Schwester des im Exil lebenden Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra am Montag in Bangkok. Die erste dringende Aufgabe der neuen Regierung sei die "Aussöhnung des Landes".

Das bisherige Oppositionslager hatte bei dem Urnengang am Sonntag die absolute Mehrheit im Parlament erzielt und hätte eigentlich gar keine Koalitionspartner nötig. Nach Angaben der thailändischen Wahlkommission erhielt die Pheu-Thai-Partei, hinter der Thaksin steht, 265 der 500 Sitze. Die Demokratische Partei des scheidenden Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva kam dem vorläufigen Endergebnis zufolge auf 159 Mandate.

Thaksin lebt seit seinem Sturz durch einen Militärputsch 2006 im Exil. Daher trat seine jüngste Schwester Yingluck als Spitzenkandidatin für die Pheu-Thai-Partei (Für die Thais) an. Die 44-jährige Geschäftsfrau hat keine Erfahrung mit politischen Ämtern und wird als erste Frau an der Spitze einer Regierung in Thailand stehen.

Bisheriger Premier legt Parteivorsitz nieder

Abhisit räumte bereits seine Niederlage ein, gratulierte Yingluck zum Wahlsieg und legte den Parteivorsitz nieder. Auch die thailändische Armee, die Thaksin aus dem Amt putschte, erkannte den Sieg von dessen Partei an und zerstreute Befürchtungen über einen neuen Putsch. Das Militär akzeptiere, dass das Volk sich deutlich für die Pheu-Thai-Partei (auch: Puea Thai) ausgesprochen habe, sagte der scheidende Verteidigungsminister Prawit Wongsuwon am Montag nach Gesprächen mit Militärführern: "Das Volk hat sich eindeutig ausgesprochen, also kann die Armee nichts machen. Wir akzeptieren das Ergebnis."

Die thailändische Armee gilt als äußerst mächtig. In dem südostasiatischen Land gab es in der Vergangenheit fast genauso viele Staatsstreiche wie Wahlen. Der Putsch 2006 löste eine schwere Krise ausgelöst, die im vergangenen Jahr in heftigen Straßenschlachten zwischen Thaksins Anhängern, den sogenannten Rothemden, und dem Militär gipfelte. Die Oppositionellen besetzten wochenlang das Geschäftsviertel in Bangkok und forderten den Rücktritt des nun abgewählten Premiers Abhisit, der von den königstreuen Gelbhemden unterstützt wird. Bei der Gewalt starben mehr als 90 Menschen.

Die Rothemden forderten die neue Regierung auf, eine Untersuchung des Vorgehens gegen die Massenproteste einzuleiten. Es sei nach dem Wahlsieg nun die Aufgabe der Partei von Thaksin, "die Wahrheit herauszufinden", sagte einer ihrer Anführer, Nattawut Saikuar. Während die Regierung von Abhisit Gewalt der Demonstranten für das Einschreiten des Militärs verantwortlich machte, warfen die Rothemden und Menschenrechtsorganisationen der Armee vor, auf unbewaffnete Zivilisten geschossen zu haben. Ermittlungen zu den Vorfällen gab es bisher nicht.

Thaksin will nicht aus dem Exil zurückkehren

Thaksin versicherte wiederum, er habe derzeit nicht vor, in seine Heimat zurückzukehren. "Meine Rückkehr hat keine Priorität", sagte Thaksin vor Journalisten in Dubai. Wichtiger sei die "Versöhnung". Das Volk wolle, dass der Konflikt zwischen den politischen Lagern in Thailand beendet werde und das Land vorwärtskomme. Der Multimilliardär ist wegen der sozialpolitischen Reformen während seiner Regierungszeit, etwa der Einführung einer vergünstigten Gesundheitsversorgung, noch immer bei Bauern und Arbeitern beliebt. Seine Gegner aus den Reihen des städtischen Establishments werfen ihm dagegen Korruption vor und halten ihn für eine Gefahr für die Monarchie.

Bevor das Wahlergebnis endgültig feststeht, muss die Wahlkommission noch rund 200 Beschwerden über mögliche Unregelmäßigkeiten bei dem Urnengang prüfen. Die Vorwürfe belaufen sich vor allem auf Stimmenkauf. Die Wahlkommission hat für die Prüfung einen Monat Zeit. Spätestens dann muss sie entweder das Wahlergebnis bestätigen oder Mandate aberkennen. (APA/Reuters)

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Frodo Der Hobbit
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10.7.2011, 03:46

wenn sie also chinesin ist, dann wird sie wohl sehr pragmatisch und durchsetzungsfähig sein, auch hinter den kulissen gegen den bruder.

Dem sie die Daten speichern
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44-jährige Geschäftsfrau hat keine Erfahrung mit politischen Ämtern...

na Mahlzeit, spricht nicht gerade für die demokratiepolitische Reife der Wählerschaft.

thailandpeter2
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off-topic:
na und? vor seiner wahl zum governor von california hatt arnold schwarzenegger auch keinen politische erfahrung. und nach einigen anfangsschwierigkeiten war er - einigen kalifoerniern gemaess die ich kenne - ein ganz guter governor...

Tino1967
 
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Bei Männern sagt man dann Quereinsteiger

und liegt ihnen zu Füßen! Irgendwie nicht ganz fair!

Chien de Pique
00

Ein Quereinsteiger, der im Namen seines Bruders gewinnt? Auch den Mann würde man als Witzfigur wahrnehmen.

travelmike
10
heißt aber auch,

es könnt theoretisch sogar sein, daß sie nicht durch und durch korrupt sein könnte.....

h 90
10

"Geschaeftsfrau"
Ja aber sie ist ja eh nur der strohmann, aeh frau.

travelmike
00
Die Frage ist, für wie lange

Das Resultat war ja bei der letzten Wahl das Gleiche.
Mein Tipp: Das geht 2 Monate und dann übernehmen der König und die Gelben mit Unterstützung des Militärs.

h 90
11

1-2 Jahre denke ich, halt bis entweder ein Pardon fuer alle seine Verbrechen durchgesetzt wird oder bis er wieder politische Gegner umbringen laesst.
Dann muss wieder jemand einschreiten.

thailandpeter2
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wird man ja sehen. wenn die pheu thai nicht einige ihrer ziele (taksin z.b.) mit der brechstange durchsetzten wollen, koennte es ganz gut aussehen. allerdings gibt's de einige ihrer wahlversprechen, die nicht ganz ueberlegt scheinen - z.b. das baht 300.-/tagesminimumgehalt fuer alle arbeiter in thailand. das wuerde z.b. in den provinzen einen ca. 80 %-igen anstieg des minimumgehaltes bedeuten... das koennte fuer einige arbeitgeber kritisch werden....

Dr. Karl Kaputnik
01

Bitte nehmen'S Ihre Medizin, und gehen'S so rasch als moeglich zu Bett!

Elio Ambrosi
 
00
so rasch

wie möglich. "wie" nicht "als" bei Gleichem

citationX
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(fast) jedes Volk bekommt die Regierung die es verdient (wählt). Jetzt darf sich die Thaksin-Familie und Freunde weiter im Land bedienen und bereichern, und viele werden sich wundern, daß in Thailand nix weitergeht. Lieber eine populistische billig-Krankenversicherung, die ja nicht einmal das nötigste abdeckt einführen, als endlich einmal wirkliches Geld in die Hand zu nehmen und das Bildungssystem auf Vordermann zu bringen. Aber ein ungebildetes Volk lässt sich halt leichter lenken und manipulieren. Thaksin war lange genug an der Macht um hier einiges zum Besseren wenden zu können. Auch die Demokraten haben in der Bildung (ausser kostenlose Schuluniformen) nichts weitergebracht.
Rot oder Gelb....Viel Glück, Chok dee krab Thailand

travelmike
03
(fast) jedes Volk bekommt die Regierung die es verdient (wählt).

Na, in Thailand ist das anders.
Die können wählen wen sie wollen, es regiert immer der den der König dafür (nach Rücksprache mit dem Militär) dafür vorsieht.
Hat man ja nach der letzten Wahl gesehen, da war das Ergebnis auch nicht viel anders.

h 90
12

Was nicht das schlechteste ist wenn man die thailaendischen Politiker so ansieht. Er hat mehrfach Thailand vor einem Schicksal wie Myanmar, Philippinen oder Indonesien bewahrt.

h 90
11

Die Demokraten haben leider ueberhaupt nichts weitergebracht. Thaksin hat tatsaechlich viel weitergebracht, zwar das meiste fuer die eigene Tasche und vom Rest war die Haelfte nur halbdurchdacht. Aber er war ein wirklicher Macher.
Nichts machen kommt einfach furchbar schlecht an.
Sobald er einen groesseren Scheiss macht werden die Gelben wieder auf der Strasse sein und alles beginnt von vorne.....
Leider sind die Politiker sowieso verwandt oder befreundet. Die Gelder bleiben also in der Familie.

Dr. Karl Kaputnik
01
Sie meinen

doch nicht etwa die Demokraten, die Sie vor 2 Jahren noch ueber alles gelobt haben?

Entweder haben Sie ein Kurzzeitgedaechtnis, oder Sie drehen sich, wie der Wind weht!

Ich geb' Ihnen einen Tip:

Was auch immer Sie rauchen, geben'S weniger von dem Zeug in die Tuete!

555555

h 90
10

Zum Unterschied von Ihnen bin ich lernfaehig.
Die Demokraten waren einfach schlecht.

thailandpeter2
00

ja leider -hatten mit abhisit einen ganz guten mann, aber die anderen, na ja, leider nix! wobei nicht gesagt ist dass die phuea thai das gelbe vom ei ist... generell, ich muss es sagen, erwarte ich mir von einer regierung in thailand hauptsaechlich, dass sie den ruhigen lauf der dinge nicht STOERT - an positive impulse von regierungsseite zu glauben, habe ich mir eigentlich in all meinen jahren in thailand abgewoehnt. aber vielleicht aendert sich das doch einmal?

Dr. Karl Kaputnik
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Sie sind lernresistent und in Kuerze auch merkberfreit!

Roter Baron
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ich bin auch skeptisch

h 90
01

Mit 265 Sitzen kann man nicht regieren weil die Election Commission sicher noch 20 wegen Wahlbetrug oder Stimmenkauf rausschmeisst.

Dr. Karl Kaputnik
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265 + 34 = ?

Gute Nacht!

h 90
10

ja wie ich sage...Koalition

xx Hour1
10

akzeptiren sie die wahlen, das ist wille des volkes
egal wie schlecht die gewonnene partei ist.

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